Ein Alien namens Calvin Die Besatzung der ISS holt sich den Tod an Bord

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Osnabrück Der aufwendig inszenierte SF-Thriller „Life“ mit Ryan Reynolds und Jake Gyllenhaal bietet schnörkellose Höchstspannung bis zum bitterbösen Ende.

Vor außerirdischem Leben wird eindringlich gewarnt. Nicht jede extraterrestrische Lebensform ist so niedlich und lieb und will nur nach Hause telefonieren wie in „E.T. – Der Außerirdische“ aus dem Jahre 1982 von Steven Spielberg. Schon drei Jahre zuvor warnte Spielbergs Kollege Ridley Scott in seinem Schocker „ Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt “ eindringlich davor, sich Leben von anderen Planeten an Bord zu holen.

Trotzdem bricht nun im Film „Life“ an Bord der ISS erst einmal Jubel aus, als es der Besatzung zahlreichen Widrigkeiten zum Trotz gelingt, eine Sonde mit einer Marsprobe einzufangen, die Spuren außerirdischen Lebens mit sich führt. Wissenschaftler Hugh Derry (Ariyon Bakare) kann den Einzeller mittels einer Zuckerlösung tatsächlich aus dem Dornröschenschlaf wecken. Schon bald braucht Derry kein Mikroskop mehr, um das schnell wachsende Wesen sehen zu können. Und irgendwie scheint er sich sogar mit der fremden Lebensform anzufreunden. Doch kaum reicht Derry seinem Alien namens Calvin den Zeigefinger, greift es auch schon nach dessen ganzer Hand.

Regisseur Daniel Espinosa („ Kind 44 “) erzählt nach dem Drehbuch von Rhett Reese und Paul Wernick eine im Grunde genommen einfache und bereits zigfach variierte Geschichte. Dabei macht er keinen Hehl daraus, dass er sich vor allen Dingen an Scotts „Alien“-Idee orientiert, garniert mit einer tiefen Verbeugung vor „Gravity“, wie es die einführende Plansequenz in „Life“ erkennen lässt.

Obwohl der Fortgang der schnörkellos erzählten SF-Horrorgeschichte im Grunde genommen recht vorhersehbar ist, entwickelt Espinosa einen extrem spannenden Thriller, an dessen Ende manch ein Fingernagel der Zuschauer gelitten haben wird. Visuell hervorragend umgesetzt, gelingt Espinosa in „Life“ ein böses Spiel mit der klaustrophobischen Enge an Bord der ISS inmitten der endlosen Weite des Weltalls. Dabei setzt er die schlimmsten Erwartungen seines Publikums um und erweitert die Sterbemöglichkeiten in der Leere des Alls um die Variante Ertrinken.

Als große Schwäche in „Life“ stellt sich allerdings das Fehlen einer klar umrissenen Identifikationsfigur dar, so wie sie einst Sigourney Weaver in den „Alien“-Filmen verkörperte. Alle Darsteller der sechsköpfigen Besatzung von Jake Gyllenhaal über Ryan Reynolds („ Deadpool “) bis zu Rebecca Ferguson wirken paritätisch austauschbar. Nichtsdestotrotz bietet „Life“ bis zum bitterbösen Ende vor allen Dingen eines – nervenaufreibende Spannung.


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