Hier irrt Llambi! Let‘s Dance 2017: Alle Tanzpaare in Michael Hulls Schnell-Check



Berlin. Let‘s Dance 2017: Haben Jury und Zuschauer die richtigen Tanzpaare weitergewinkt und nach Hause geschickt? Der Osnabrücker Ex-Juror und Tanz-Weltmeister Michael Hull ordnet die erste Liveshow von „Let‘s Dance“ im Schnell-Check ein.

„Let’s Dance 2017“: Die Jubiläumsstaffel der RTL-Show hat begonnen. Welches Tanzpaar hat sich in der ersten Liveshow am besten geschlagen? Michael Hull, Tanzweltmeister aus Osnabrück und Juror der ersten beiden Staffeln, ordnet die Kandidaten von „Let’s Dance 2017“ ein.

„Let‘s Dance 2017“ ist eröffnet – Gedanken zur Show

Im Eröffnungstanz legten die Profipaare schon mal ein gutes Level vor. Das ist mehr als nur ein schönes Ornament für den eigentlichen Wettbewerb: Die Profi-Tanzpartner spielen eine wichtige Rolle, bei „Let‘s Dance“ und überall: Partner sind Ratgeber, ohne die man auf dem Weg der Tanzerfahrung niemals besteht. Wenn man tanzt, ist es nicht die Absicht einen Zielpunkt auf der Fläche zu erreichen – sondern jeden Schritt auf der Reise dorthin zu genießen. Im höheren Level der Tanzkunst folgt man nicht mehr den Fußspuren der Meister, man sucht selbst den Weg. Hier das aktuelle Beispiel: Kein anderer schafft es so schnell, eine tänzerisch unerfahrene Promi-Dame innerhalb kürzester Zeit zur perfekten Tänzerin zu formen und mit ihr selbst die schwersten Elementen, Figuren und Bewegungen in Perfektion vorzuführen, wie Christian Polanc es kann. Vanessa Mai hat Glück, viel Glück! Bei der Jury habe ich dagegen ein Fragezeichen notiert: Kleidung sollte man nicht bewerten, aber was Jorge González anhatte, war schon einfach anders (Wie geht die Show mit Popows Prothese um? Die erste Liveshow von „Let‘s Dance 2017“ aus Sicht des TV-Kritikers)

Anni Friesinger-Postma und Erich Klann

Erich ist schon bekannt dafür, dass er sich mit Olympiagewinnern und deren Möglichkeiten gut auseinandersetzen kann. Jetzt musste er Anni Friesinger den Walzer beibringen. Und rhythmische Bewegungsfreiheit sowie Geschmeidigkeit sind für einen Eisläuferin aufgrund ihrer Muskeln nicht immer einfach. Trotzdem hat Anni das sehr gut umgesetzt. Freiheit und Flexibilität in den Beinen waren bei ihr schon komplett vorhanden. Bei den Rechtsdrehungen des Wiener Walzers war sie noch ein bisschen steif, trotzdem: Alles gut umgesetzt. (Wieso fällt „Let‘s Dance 2017“ am Karfreitag aus?)

Angelina Kirsch und Massimo Sinató

Massimo kann sich gut anpassen, beim Cha Cha Cha hat man es wieder gesehen. Angelina muss sich noch in der Zukunft aber mehr anstrengen, um beim Level der Show mitzuhalten. Motsi Mabuse hat ihr die richtigen Dinge gesagt; Jorge González‘ Aussage dagegen war absolut unhaltbar.

Giovanni Zarrella und Christina Luft

Locker und sympathisch präsentiert Giovanni diese Art von Cha Cha. Die Cuban Breaks – das sind schnelle Schritte – tanzte er allerdings wie beim Hip Hop mit leichtem Bounce. Ich schätze schon, dass er bei „Let’s Dance 2017“ weit kommen wird; schon wegen seiner netten Persönlichkeit.

Vanessa Mai und Christian Polanc

Nach der Cha Cha Cha von Vanessa Mai und Christian Polanc kann man sich zurücklehnen und auf tolle tänzerische Ergebnisse warten. Diese zwei sind meine Favoriten; das war ein genialer Cha Cha-Auftritt. Absolut!! Bei Vanessa Mai und Christian Polanc wird man bald schon sehen, dass der Tanz nicht mehr ein bloßer Ablauf von Schritten ist, sondern dass es zu harmonische Bewegungsabläufe mit ausgestanzten „exzeptionellen“ Hebefiguren reifen wird. Jetzt schon ein tolles Tanzpaar. Im Vergleich hat Vanessa Mai das Level von Maite Kelly oder Susan Sidiropulus jetzt schon überholt.

Cheyenne Pahde und Andrzej Cibis

Eine Eiskunstläuferin, die sich ohne Kufen auf einem Tanzparkett bewegt, ist schon etwas anderes. Das spürte ich schon 2007, als ich mal mit Katharina Witt einen Argentinischen Tango eingeübt hatte. Cheyenne Pahde und Andrzej Cibis werden für viel Wirbel sorgen, aber für positiven Wirbel. Sein Ehrgeiz zeitigte jetzt schon ein superqualitatives Ergebnis beim Wiener Walzer. Die Wertungspunkte stimmen zur Leistung des Paares.

Ann-Kathrin Brömmel und Sergiu Luca

Ann-Kathrin musste beim Langsamen Walzer noch an ihrer Fußarbeit arbeiten. Dabei geht es nicht um den Ansatz der Ferse oder den Ballen, sondern um das Auf- und Abfangen der Schwünge, damit die Abläufe harmonischer werden können.

Gil Ofarim und Ekaterina Leonova

Beim Quickstep hat Gil Ofarim ja mal einen tollen Einsatz gezeigt; und die Strenge von seiner Trainerin nimmt eine gute Form an. Sein rhythmisches Empfinden war für diesen Tanz ideal. Im Vergleich zu den anderen Paaren war dieser Quickstep sehr, sehr gut. Mit dem Lied „Happy“ traten die beiden einfach fröhlich auf, und da soll man sich einfach auch freier bewegen, als Joachim Llambi es verlangt hat.

Chiara Ohoven und Vadim Garbuzov

Für Chiara ist es nicht einfach, sich ohne echte Vorkenntnisse vom Tanzen frei zu bewegen. Sah nicht unbedingt frei aus, sondern eher vom Rücken her sehr steif und emotionslos. Ich schätze, dass sie nicht sehr weit kommt.

Faisal Kawusi und Oana Nechiti

Faisal Kawusi hat eine ideale Einstellung und kann auch gut über sich selbst lachen. Für seine Größe zeigt er beim Cha Cha eine tolle rhythmische Geschwindigkeit und ihm fallen auch noch die Hebefiguren mit Oana sehr leicht. Auch seine Antwort zu der positiven Kritik von Motsi Mabuse und Joachim Llambi war sehr respektvoll. Sein Bestreben, es besser zu machen und die Kritik anzunehmen, ist offensichtlich ehrlich.

Jörg Draeger und Marta Arndt

Bei Jörg Draeger war eigentlich die Werbung besser als der Cha Cha. Rhythmus und Fußarbeit – und noch so einiges mehr – waren sehr fragwürdig. Wenn Herr Joachim Llambi so hart mit ihm ins Gericht geht, bin ich im Vergleich auf die Bewertung von Herrn Heinrich Popow gespannt.

Maximilian Arland und Isabel Edvardsson

Der Quickstep war mit Takt und Fußarbeit schon richtig ausgeführt. Dynamik fehlt aber noch. Die gehüpften Chasses waren für einen Anfänger nicht schlecht; in den Hebefiguren war er wohl nicht standhaft genug, um die Außenrotationskraft abzufangen. Joachim Llambi gibt Maxi gute Hinweise, die ihn durch die nächsten Wochen begleiten. Das war bisher eher selten! Find ich gut.

Susi Kentikian und Robert Beitsch

Der Cha Cha Cha beinhaltet nicht nur Kraftelemente, die nach Außen wirken sollen, aber vieles hat Susi Kentikian auch gut gemacht: Ihre Staccato-Beinarbeit, Timing, Krafteinsatz und Ausstrahlung waren sehr bewegend und klasse für den Cha Cha Cha dargestellt. Man spürte ihre Aura. Motsi Mabuse und Joachims Llambi Aussage waren für sie sehr treffend.

Heinrich Popow und Kathrin Menzinger

Ich finde klasse, dass Kathrin das Probemodell einer Prothese im Training selbst mal ausprobiert hat. Ich weiß, wie schwer es der Heinrich mit der Unterbein-Prothese hat und zolle ihm dafür viel Respekt, dass er sich trotzdem mit dem Tanzen auseinandersetzt. Die Bewegung im Oberkörper war schon vorhanden, und man sieht, wie viel er noch nicht benutzt hat. Seien wir also gespannt, was noch kommen mag. Das ein Deutschrusse das Wort „Inspiration“ besser aussprechen kann als Sylvie Meis, war sehr unterhaltsam. Ja, es stimmt das Heinrich eine tolle Inspiration für viele Menschen mit Behinderung ist.

Bastiaan Ragas und Sarah Latton

Ohne Wertung. Nach einer Blinddarm-OP musste Ragas in der ersten Show aussetzen.

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„Let’s Dance“ geht 2017 ins Jubiläumsjahr. Diese Kandidaten tanzen in der zehnten Staffel von „Let’s Dance“ vor dem Jury-Pult von Joachim Llambi,Motsi Mabuse und Jorge Gonzalez:

Vanessa Mai (24),

Sängerin,

Anni Friesinger-Postma

(40), Eisschnellläuferin,

Ann-Kathrin Brömmel (27), Model,

Susi Kentikian (29),

Boxerin,

Chiara Ohoven (31),

Society-Girl,

Angelina Kirsch (28),

Curvy-Model,

Cheyenne Pahde (22), Schauspielerin,

Jörg Dräger (71),

Moderator,

Heinrich Popow (33), Paralympics-Sieger,

Maximilian Arland (35),

Moderator und Musiker,

Bastiaan Ragas (45),

Entertainer,

Gil Ofarim (34),

Musiker,

Faisal Kawusi (25),

Comedian,

Pietro Lombardi (24), DSDS-Star scheidet wegen einer Verletzung aus; ein Ersatzkandidat wird noch bekannt gegeben.

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