Josh McDermitt aka Eugene im Interview The Walking Dead: Plaudert Eugene seinen Tod aus?


Berlin. The Walking Dead: Stirbt Eugene im Finale der siebten Staffel? Sein Darsteller Josh McDermitt macht im Interview düstere Andeutungen auf den Tod seiner Figur. Hat der Walking-Dead-Star einen Spoiler ausgeplaudert?

Vor „The Walking Dead“ war Josh McDermitt Komiker – und auch in seiner Rolle des Eugene Porter sorgt er für komische Momente in der Apokalypse. Im Interview verrät McDermitt, wann „The Walking Dead“ ihn selbst zum Lachen bringt. Womöglich hat Eugene bald ausgelacht. Am Ende des Gesprächs macht McDermitt Andeutungen über Eugenes Todesszene: Ist es nur ein Witz oder stirbt Eugene noch in der siebten Staffel? Die neuen Folgen von „The Walking Dead“ laufen immer montags um 21.00 Uhr bei Fox. Staffelfinale ist am 3. April.

Josh McDermitt, Sie haben Ihre Karriere als Komiker angefangen.

Yes, Sir!

Was Sie zu einer überraschenden Besetzung für eine Zombie-Serie macht. Steckt ein Konzept dahinter?

Vor „The Walking Dead“ hatte ich eine Sitcom gemacht und das sehr gern. Aber während der ganzen Drehzeit hatte ich Lust auf eine ernste Rolle. Also habe ich mich mit meinen Schauspiel-Coaches auf Drama konzentriert. Als ich mich sicher genug fühlte, hat mein Agent entsprechende Castings gesucht. Das allererste war für „The Walking Dead“. Ich war Fan und begeistert, hatte aber nicht geglaubt, dass sie mich buchen. Ich wäre schon froh gewesen, eine gute Figur zu machen und wieder eingeladen zu werden. Aber wenn man mal genauer guckt: Bei „The Walking Dead“ casten sie viele Komiker. Ross Marquand, der Darsteller von Aaron, kommt von der Komödie. Steven Yeun, der Glenn spielt, genauso. Ich glaube, Komiker spielen einfach wahrhaftige und ehrliche Figuren – auch wenn die Zuschauer es nicht erwarten. Vielen Dank also für die Chance! (TWD-Update: Das geschah in Folge 12 von Staffel 7)

Worüber müssen Sie denn, umgeben von all den Komikern, bei „The Walking Dead“ am meisten lachen?

Haha! Über Negan. Offen gesprochen bringt der mich leider am meisten zum Lachen. Natürlich nicht mit seiner Grausamkeit. Aber als Tyrann lebt er in seiner eigenen Welt und macht Witze, über die nur er selbst lachen kann. Aus irgendeinem Grund finde ich das witzig. Jeffrey Dean Morgan ist einfach großartig darin, aus dieser Horrorfigur eine humorvolle und sympathische Seite zu kitzeln. (The Walking Dead, 7. Staffel: Was bringt Folge 13?)

Sie selbst bewegen Ihr Gesicht als Eugene Porter kaum mehr als Buster Keaton. Hat man Sie beim Casting durchgekitzelt, um zu prüfen, ob Sie vollkommen regungslos bleiben können?

Das wurde mir jedenfalls nicht in die Wiege gelegt. Ich komme aus einer ziemlich aufgeregten Familie. Es ist aber interessant, dass Sie Buster Keaton erwähnen, den wir wirklich alle sehr mögen. Ich habe einen trockenen Humor und kann jede Situation ohne jeden Ausdruck aussitzen. Mir ist klar, dass viele Zuschauer über Eugene lachen, aber ich selbst finde ihn überhaupt nicht lustig. Ich halte ihn für einen ziemlich komplizierten und konfliktreichen Menschen und versuche, ihm darin gerecht zu werden. Seit ich in „The Walking Dead“ mitspiele, versuche ich allerdings, im wirklichen Leben öfter zu lachen, damit die Leute mich nicht mit Eugene verwechseln.

Sie kennen sicher die YouTube-Serie „Honest Trailers“, in der auch „The Walking Dead“ veralbert wird. Eugene und Abraham nennen die Autoren „die beiden Burschen, die das Comic so treu umsetzen, dass man sie für Cartoons hält“. Kränkt Sie das?

Überhaupt nicht, diese Reihe ist großartig! Wir alle nehmen uns nicht so ernst; darum mag ich die Arbeit auch so gern. Es gibt am Set keine Starallüren. Natürlich nehmen wir unsere Arbeit ernst, aber uns selbst nicht. („The Walking Dead“ im Sinkflug: Wieso der spektakuläre Quotenschwund bei Staffel 7?)

Wer von Ihnen beiden hat denn das größere Zugeständnis an die Serie gemacht: Michael Cudlitz mit Abrahams scheußlichen Bart oder Sie mit Eugenes Vokuhila-Schnitt?

Ich natürlich. Michael rasiert sich nach Drehschluss einfach; ich werde diesen Vokuhila nie los. Man kann seine Nackenpartie nicht fürs Wochenende abschneiden und zum nächsten Drehtag wieder nachwachsen lassen. Als ich mir die Haare zum ersten Mal färben und schneiden lassen musste, hat es Überwindung gekostet. Inzwischen habe ich gelernt, das Gute darin zu sehen. Der Vokuhila ist eine Ikone unter den Haarschnitten. Ich glaube, er kommt wieder. Und ich bin froh, sein Wegbereiter zu sein.


Sie twittern derzeit unter dem Hashtag #EugeneBringsTheSex.

Yes, Sir!

Das ist ein Gag, der sich aus einer Talkshow ergeben hat. Aber wäre es nicht wirklich eine wichtige Mission? Was den Sex angeht, hechelt „The Walking Dead“ hoffnungslos hinter „Game of Thrones“ hinterher.

Völlig richtig, wir brauchen mehr Babes in der Serie. Bei uns gibt’s nur Baby Judith, und die ist ja wirklich ein Säugling. Michael Cudlitz und ich haben oft darüber gesprochen. Unsere Serie ist in vielem sehr realistisch; manchmal fühlt es sich auf eine sehr befremdliche Weise wie eine Doku an. Wir hatten aber immer das Gefühl: In einer richtigen Apokalypse müsste es viel, viel mehr Sex geben. Aber brauchen wir ihn auf dem Bildschirm? Eher nicht. Wir müssen nicht sehen, wie die Leute sich die Kleider vom Leib reißen, wenn währenddessen so viel interessantere Sachen passieren. (Diese Kirkman-Idee war selbst Charlie Adlard zu hart: Der Zeichner von „The Walking Dead“ im Interview)

Zumal Abraham und Eugene ja immerhin Rosita haben – eine Frau, deren schärfste Waffe gegen die Beißer ihre Hotpants sind. Wurde Christian Serratos, die Schauspielerin der Figur, für ihr Kostüm gemobbt?

Nur ein bisschen. Sie zeigt viel Haut, aber wie bei uns allen ist ihre Figur nah am Comic. Da akzeptiert man das. Christian Serratos ist auch eine ganz schön taffe Frau, die in der Serie körperlich sehr herausfordernde Probleme bewältig. Wer so einen harten Hund sieht, vergisst seine unangemessene Kleidung.

Ihre Figur dagegen scheut vor der Gewalt zurück. Mögen Sie das an Eugene?

Mich beeindruckt vor allem seine Intelligenz. Er lügt sich durch und redet von wissenschaftlichen Titeln, die er zwar nicht hat – aber offenbar haben könnte, weil er so schlau ist. In Eugenes Welt überleben nur die Stärksten, und an ihm hat mir immer gut gefallen, dass er dazu keine körperliche Kraft braucht.

Sind Sie nicht trotzdem neidisch auf Figuren wie Daryl oder Carol, die Zombie-Köpfe einschlagen und sogar Kinder bedrohen dürfen?

Natürlich, und das gilt am meisten für Abraham. Der ist nun einmal dafür da, als starker Mann Eugene zu beschützen; also habe ich immer wieder mit ansehen müssen, mit welcher unschuldigen Freude Michael Cudlitz Zombies niedermäht, während ich einfach nur dasitze und zugucke. Natürlich fällt mir auch auf, dass Daryl mit der Armbrust auf dem Motorrad cooler aussieht als ich. Natürlich werfe ich neidische Blicke auf Carols Scharfschützen-Gewehr. Aber wenn ich dann Eugene mit einem Buster-Keaton-Gesicht spiele, wie Sie das ausgedrückt haben, dann überwiegt mein Glück meinen heimlichen Neid auf Norman Reedus.

Welchen Tod wünschen Sie sich für Eugene?

Warum muss er überhaupt sterben?

Irgendwann tun das bei „The Walking Dead“ wohl alle.

Na klar, und wir hatten bei der Szene wirklich Spaß. Ich glaube, die Fans werden die Art und Weise zu schätzen wissen, in der Eugene abgeht.

Das ist schon abgedreht? Haben Sie mich gerade gespoilt?

Ähm. Oh. Shit. Tja. Also wissen Sie was: Ich glaube, ich habe gerade wirklich gespoilt.


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