Schauspieler Andreas Hoppe Lena-Odenthal-Tatort ab 2018 ohne Mario Kopper

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Nach 21 Jahren kommt das Aus: Andreas Hoppe wird im Tatort aus Ludwigshafen nur noch einmal als Mario Kopper an der Seite von Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) ermitteln.

Beim ARD-Krimiflaggschiff werden in dieser Woche alte Zöpfe abgeschnitten. Nachdem Anfang der Woche Sabine Postel und Oliver Mommsen ihren Abschied vom Bremer Tatort für 2019 ankündigten, hat es nun auch Andreas Hoppe alias Mario Kopper erwischt. Der langjährige Partner, Freund und Mitbewohner von Kommissarin Lena Odenthal wird nur noch einmal im Tatort aus Ludwigshafen zu sehen sein. Martina Zöllner, Fernsehspielchefin des für den Ludwigshafener Tatort zuständigen SWR, bestätigte am Mittwochnachmittag: „Nach über zwanzig Jahren wird der SWR den Ludwigshafener Tatort um die Figur Lena Odenthal ohne Ko-Ermittler Kopper weiterentwickeln. Mit Andreas Hoppe, mit dem uns eine lange und vertrauensvolle Zusammenarbeit verbindet, sind wir in guten Gesprächen über andere Projekte.“ Offen ließ sie, ob Hoppe das Handtuch geworfen oder aber der Sender ihm den Abschied nahegelegt hat. In letzter Zeit war mehrfach von einem nicht mehr störungsfreien Verhältnis zwischen Schauspieler und Sender die Rede gewesen.

(Weiterlesen: Das Bremer Team hört auf.)

Ulrike Folkerts zitiert der SWR mit den Worten: „Lena Odenthals Kollege, Freund und Mitbewohner Mario wird gehen! Ich bedauere das sehr. Wir haben so viel zusammen erlebt, 20 Jahre lang viele Täter geschnappt, wichtige Themen auf den Bildschirm gebracht und am WG-Tisch italienisches Essen genossen. Ich werde Andreas Hoppe am Set und in unseren Filmen vermissen. Und wenn sein letzter Tatort im Herbst ausgestrahlt wird, werde ich vor dem Bildschirm wahrscheinlich die ein oder andere Träne vergießen … Ich wünsche Andreas Hoppe alles Gute!“

„Blackout“ hieß die Folge, mit der im Oktober 2014 das Erste und mit ihm der federführende SWR das 25-jährige Jubiläum des Lena-Odenthal-Tatorts feierten. Doch es gab damals nicht nur Champagner, sondern auch eine Personalie, die aufhorchen ließ: Da Odenthals Mitstreiter Kopper (Andreas Hoppe) im Urlaub weilte, ermittelte die Kommissarin erstmals mit einer neuen Kollegin, die wenig später ihre Chefin war: Johanna Stern (Lisa Bitter). (So war der Tatort „Blackout“)

Zunehmende Hinweise

Zwar kehrte Kopper aus dem Urlaub wieder an seinen Arbeitsplatz zurück, doch seitdem häuften sich die Hinweise, dass seine Tage gezählt sein könnten, um den angeschlagenen Krimiklassiker vor dem Untergang zu retten. Hauptdarstellerin Folkerts wünschte sich öffentlich frischen Wind, die Rolle der Johanna Stern wurde mehr und mehr ausgebaut, während Kopper in der heftig diskutierten Impro-Folge „Babbeldasch“ quasi nur noch am Rande auftauchte. Die „Bild“ zitierte am Mittwoch eine „Insiderin“ mit den Worten „Auf Improvisation hatte er erst recht keine Lust. Deshalb war er in ,Babbeldasch‘ kaum zu sehen.“

(Weiterlesen: Die Kritik zum Tatort „Babbeldasch“)

In dieser Folge hatte Kopper seine Kollegen zum Essen eingeladen, um ihnen eine Mitteilung zu machen, verschwand dann aber im Italienurlaub, ohne etwas von Bedeutung gesagt zu haben. Fortan tauchte er nur noch sporadisch in den Träumen von Lena Odenthal auf.

Kritik an „Babbeldasch“

Beim Publikum war „Babbeldasch“ durchgefallen. Neben teils harscher Kritik in sozialen Medien und der „Bild“-Zeitung („Schlechtester Tatort aller Zeiten“) gab es mit 6,35 Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von mageren 17,6 Prozent eine ziemlich katastrophale Quote. Weniger Publikum hatte ein Lena-Odenthal-Tatort zuletzt vor elf Jahren gehabt. (Weiterlesen: „Babbeldasch“ polarisiert“)

Der letzte Auftritt für Andreas Hoppe als Kopper soll noch mal ein großer sein. In der Folge, die im Herbst 2017 augestrahlt wird, gerät sein Kindheitsfreund Sandro in Visier der Mafia – und Kopper wird mit seinen sizilianischen Wurzeln konfrontiert. Titel der Episode: „Kopper“.

In der übernächsten Folge ist er dann nicht mehr dabei. „Waldlust“ (Arbeitstitel) wurde bereits abgedreht, Regie führte wie schon bei „Babbeldasch“ Axel Ranisch, der Mann mit dem Faible fürs Improvisieren.

Hat Odenthal eine Zukunft?

Doch nicht nur wegen Kopper läuft es für den SWR in Sachen Tatort zurzeit alles andere als rund. Vergangene Woche sagte Harald Schmidt völlig überraschend seine Rolle im neuen Schwarzwald-Tatort noch vor Drehbeginn der ersten Folge wieder ab. Und am 1. Juni wechselt die langjährige und für den Tatort zuständige SWR-Fernsehspielchefin Martina Zöllner zum rbb nach Berlin, um dort den neuen Programmbereich „Doku und Fiktion“ zu übernehmen.

(Weiterlesen: Harald Schmidt sagt Tatort ab)

Ob der Odenthal-Tatort dann überhaupt noch eine Zukunft hat, steht in den Sternen – das 30-jährige Dienstjubiläum für Ulrike Folkerts scheint momentan in ganz weiter Ferne. Der Denkmalschutz ist aufgehoben.


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