Internet-Blogparade zum Totengedenken Ein Geschenk für den gestorbenen Partner

Silke Szymura startete die Bloggeraktion „Alle reden über Trauer“ – und war über den Erfolg selbst überrascht. Foto: Evelyn DraganSilke Szymura startete die Bloggeraktion „Alle reden über Trauer“ – und war über den Erfolg selbst überrascht. Foto: Evelyn Dragan

Osnabrück/Karbe. Als Silke Szymura 30 Jahre alt war, starb ganz plötzlich ihr Lebenspartner Julian – mitten während eines gemeinsamen Urlaubs in Nepal. Am heutigen Montag wäre Julian 33 Jahre alt geworden. Zum Geburtstag hat Silke Szymura ihm ein besonderes Geschenk gemacht.

Über 70 Teilnehmer aus ganz Deutschland sind ihrem Aufruf gefolgt, einen Beitrag zu ihrer Internet-Blogparade „Alle reden über Trauer“ zu schreiben. Denn einige Jahre nach dem Tod ihres Partners ist Silke Szymura unter die Blogger gegangen. Weil sie ihre Trauer nicht als still, sondern als zum Himmel schreiend laut erlebt hat, nennt sie ihren Internetauftritt „ In lauter Trauer “. Das Anliegen der heute 34-Jährigen ist es, dass mehr über Trauer gesprochen wird – sich nicht wegzuducken vor den Themen Tod und Trauer, sondern hinzuschauen und darüber in den Austausch zu kommen. Schon lange genervt von den üblichen „In stiller Trauer“-Beileidskarten, startete Silke Szymura ihren Blog im Juli 2016. „Ich träume von einem anderen, natürlicheren Umgang mit dem Tod in unserer Gesellschaft und möchte hiermit einen Beitrag dazu leisten“, sagt die bloggende Trauernde (Weiterlesen: Bestatter sagen: Der Tod verliert sein Tabu ).

Videos, Fotos, Gedichte

Worüber sich Szymura besonders freut¨: Dass nicht nur Trauerblogger an ihrer Aktion teilnehmen, sondern dass es eine große Vielfalt an Themen geben wird. Neben Artikeln zum Thema wird es auch Beiträge in Form von Videos, Musik, Gedichten und Fotografien geben. Veröffentlicht werden die Beiträge auf den Webseiten der Teilnehmer oder in einem digitalen Ausstellungsraum auf Silke Szymuras Blog „In lauter Trauer“.

Radikaler Schmitt: Nichts war mehr so wie zuvor

In den Tagen nach dem Tod ihres Partners Julian war für Silke Szymura übrigens nichts mehr, wie es vorher war. Ihren Job in der IT-Branche gab sie auf und ging in eine lange Auszeit, nahm sich viel Zeit zum Durchleben der eigenen Trauer. Heute betreut sie als ausgebildete Trauerbegleiterin, Bloggerin und angehende Buchautorin andere Menschen in einer Verlustkrise, leitet Trauergruppen in Frankfurt und der Wetterau und bietet Einzelbegleitung an. Neben ihrem eigenen Blog führt sie die Interview- und Trauerplattform „Dein Tod und ich“ von Judith Peller weiter, auf der Menschen ihre ganz eigene, persönliche Geschichte mit dem Tod erzählen (Weiterlesen: Männer trauern, aber anders ).


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