Donnerstag, 3sat, 20.15 Uhr Sehenswert: Doku „Arme Reiche“

Von Marie-Luise Braun

Der Vermögensforscher Prof. Dr. Thomas Druyen von der Sigmund-Freud-Privatuniversität Wien hat in einer großen Studie fast 500 Reiche in Deutschland interviewt, deren Netto-Vermögen durchschnittlich 2,3 Millionen Euro beträgt. Foto: ZDF/Docuvista FilmproduktionDer Vermögensforscher Prof. Dr. Thomas Druyen von der Sigmund-Freud-Privatuniversität Wien hat in einer großen Studie fast 500 Reiche in Deutschland interviewt, deren Netto-Vermögen durchschnittlich 2,3 Millionen Euro beträgt. Foto: ZDF/Docuvista Filmproduktion

Osnabrück. Spannende Einblicke in die Welt der Millionäre bietet das Feature „Arme Reiche“ von Franca Leyendecker und Daniela Hoyer am 16. Februar, 20.15 Uhr, auf 3sat.

Es gibt nur wenige Forscher, die sich mit reichen Menschen beschäftigen: Franca Leyendecker und Daniela Hoyer haben sich für ihr Feature in der Reihe „Wissenschaft am Donnerstag“ der seltenen Disziplin der Reichtumsforschung gewidmet und spannende Einblicke zusammengetragen.

Ja, klar. Irgendwann muss die Frage darunter sein, ob Reichtum glücklich macht. Natürlich heißt es dann, dass das auch von anderen Faktoren abhänge. Vielleicht wäre es sogar interessant gewesen, mehr über die Selbsthilfegruppen für Millionäre zu erfahren, die es inzwischen in den USA gibt.

Aber mit Schmonzetten geben sich die Filmemacherinnen nicht zufrieden. Sie beleuchten, welchen Einfluss Reichtum auf die Bildung des Selbstbewusstseins hat. Sie zeigen auf, welche Folgen Reichtum haben kann und wie belastend das für die Betroffenen sein kann, wenn sie beispielsweise gestalkt oder mit Vorurteilen konfrontiert werden. Dabei ist es erfrischend, dass es keinen Unterton gibt, wie: „Macht ja nichts, wenn man so viel Geld hat.“ Vor allem aber beleuchten sie, welchen Einfluss reiche Menschen auf die Politik haben – und das nicht nur in den USA, wo kürzlich ein Superreicher Präsident geworden ist. Schon allein das macht den Beitrag sehenswert.

Arme Reiche: Donnerstag, 16. Februar, 201.5 Uhr, 3Sat

Wertung: Vier von sechs Sternen