Wieder mit Matthias Matschke Polizeiruf 110 heute Abend aus Magdeburg: Blass

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Osnabrück. Der „Polizeiruf 110“ kommt heute Abend aus Magdeburg. In „Dünnes Eis“ wirken Claudia Michelsen und Matthias Matschke sonderbar farblos. Auch gute Schauspieler können aus einem schwachen Drehbuch eben kein Meisterwerk machen.

Es ist der zweite Anlauf für Matthias Matschke. Nach seinem Polizeiruf-Debüt, das man getrost als Fehlstart bezeichnen konnte, ist er nun wieder in der Rolle des Magdeburger Kommissars Dirk Köhler zu sehen. Wer auf Besserung hofft, wird allerdings enttäuscht.

Weiterlesen: So schwach war der erste Polizeiruf mit Matthias Matschke.

Die 23-jährige Tochter der Altenpflegerin Anja Peelitz (Christina Große) wird auf dem Weg zur Arbeit entführt, die Kidnapper fordern 100.000 Euro, die Kommissare Köhler und Brasch (Claudia Michelsen) fragen sich, woher ausgerechnet diese Frau so viel Geld nehmen soll. Doch die hat offenbar kurz zuvor eine Erbschaft gemacht – in Höhe von 100.000 Euro. Der Krimi beginnt mit einer dramatischen Szene, die kurz vor Schluss angesiedelt ist, springt dann 30 Stunden zurück und rollt das Geschehen auf. Nicht neu, aber auch nicht schlecht.

Spannungsfrei und dialoglastig

Was folgt, ist allerdings angesichts der Ausgangssituation erstaunlich spannungsfrei. Dialoglastig und überraschungsarm plätschert die Handlung vor sich hin. Dass die Auflösung am Ende dann doch überrascht, überrascht das niemanden mehr. So sehr ist dieser Krimi im Schema 08/15 verfangen. „Dünnes Eis“ könnte auch „Dünne Bretter“ heißen.

Vor allem erschreckt die Farblosigkeit, mit der Drehbuch und Regie auch bei seinem zweiten Fall die Figur des Köhler unterversorgt haben. Nichts, woran man sich reiben könnte – nichts, was diesem Mann auch nur den Hauch von Charisma verleiht. Er bleibt blass in „Dünnes Eis“, daran kann auch ein formidabler Wutausbruch nichts.

Bessere Rollen für Matschke

Ein Vollblutschauspieler wie Matthias Matschke müsste eigentlich an dieser Rolle verzweifeln oder zumindest mal ein ernstes Wörtchen mit den Autoren reden. Nur seine Kollegin nicht zu mögen, macht noch lange keinen guten TV-Kommissar. Als Kriminalpsychologe in der neuen ZDF-Reihe „Professor T“ darf Matschke wesentlich mehr von seinem Können zeigen, und auch in der Rolle des Gregor Georgi in „Helen Dorn“ entwickelte er deutlich mehr Ausstrahlung. Dass er Georgi aufgeben musste, um Köhler werden zu können, könnte Matthias Matschke schon bald bereuen, wenn ihm nicht bessere Bücher geschrieben werden.

Weiterlesen: Hier gibt es ein ausführliches Interview mit Matthias Matschke.

Erstaunlich blass bleibt in „Dünnes Eis“ aber auch Claudia Michelsen in der Rolle der Doreen Brasch. Hängen bleiben könnte nach diesem Krimi lediglich der Eindruck, dass die Kommissarin fast so schnell joggt wie sie Motorrad fährt. Dass das Drehbuch ihr aber auch Schnaps und Zigaretten verschreibt, passt ins Bild – weil’s eben nicht zu einer Hochgeschwindigkeits-Joggerin passt. Aber was soll man schon von einem Krimi erwarten, in dem nicht einmal ein abgetrennter Finger eine ärztliche Behandlung nötig macht?

Polizeiruf 110: Dünnes Eis – Das Erste, Sonntag, 12. Februar, 20.15 Uhr

Wertung: 2 von 6 Sternen

Tatort und Polizeiruf 110 - die nächsten Erstausstrahlungen:

  • Sonntag, 19.2.: Tatort: Tanzmariechen (Köln)
  • Sonntag, 26.2.: Tatort: Babbeldasch (Ludwigshafen)
  • Sonntag, 5.3.: Tatort: Kriegssplitter (Luzern)
  • Sonntag, 12.3.: Tatort: Nachtsicht (Bremen)
  • Sonntag, 19.3.: Tatort: Borowski und das dunkle Netz (Kiel)
  • Ostermontag, 17. April: Tatort: Sturm (Dortmund)


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