Dschungelcamp 2017 Hanka Rackwitz – Hypochonder mit Zwängen und Gören-Charme


Osnabrück. Hanka Rackwitz ist Deutschlands bekannteste Immobilienmaklerin aus der Pseudo-Doku-Serie „mieten, kaufen, wohnen“. Mit ihren zahlreichen Ängsten und Zwängen wird die Ossi-Göre die Zuschauer von „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“ vorzüglich unterhalten.

Den Schlüpfer anziehen wird ein Problem. Toilette, Waschbecken, Geschirr oder Besteck mit anderen Camp-Bewohnern zu teilen, wird ein noch viel größeres. Und ein Waldboden mit Zigaretten-Stummeln und Spucke geht gar nicht. Hanka Rackwitz hat seit 25 Jahren zahlreiche – wie sie selbst sagt – unsinnige Ängste und Zwangsstörungen. Die TV-Maklerin leidet unter einer Kontaminationsangst. Sie fürchtet sich vor Bakterien, Viren und Dreck. Außerdem ekelt sie sich vor Menschen, die sie nicht leiden kann und vor den Dingen, die diese angefasst haben. Zahlreiche feste Rituale helfen ihr durch den Alltag in Deutschland. Beste Voraussetzungen also, um ins Dschungelcamp nach Australien zu gehen.

Kandidatin in zweiter Staffel von Big Brother

Doch mittlerweile hat die 47-Jährige viel Fernseherfahrung: Im September 2000 zog sie mit elf weiteren Kandidaten ins Big Brother-Haus ein und hielt 56 Tage in der kargen und stinklangweiligen Behausung mit Dauerbeobachtung durch. „Danach war ich sicher, nie wieder Fernsehen machen zu wollen“, verriet sie in einem Youtube-Interview mit Nico Gutjahr. „Ich bin fürs Fernsehen nicht gemacht. Leute mögen mich nicht.“

Ein realistisches Resümee, denn die streitbare Ossibraut aus Dresden gehörte damals nicht zu den beliebtesten Bewohnern, hatte aber durchaus hohen Unterhaltungswert, wenn sie sich mit Erzfeind Christian, dem „Nominator“, anlegte. Sie scheut die Konfrontation nicht. Christian taufte sie „Hexe“. Wenn sie sich ärgerte, wackelten die Wände. „Da drin kann gar keiner so sein, wie er ist. Ich finde es unmöglich. Wir wurden so gecastet, um uns nicht zu verstehen“, resümierte sie ihre Big Brother-Erfahrungen. Na bloß gut, dass das im Dschungel nicht so ist.

Makler-Star bei „mieten, kaufen, wohnen“

Als die Produzenten des Fernsehformates von „mieten, kaufen, wohnen“ im Jahr 2008 an ihre Tür klopften, überlegte es sich die studierte Lehrerin und gelernte Immobilienmaklerin anders. Seitdem macht sie das Beste aus ihrer streitbaren Person, hat Gummistiefel und ihr Haarstyling zum Markenzeichen erhoben. Sächselnd trug sie als quirlige Leipziger Immobilienmaklerin ihre Wahrheit und das Herz in über 500 Folgen auf der Zunge, bis das Format im September 2016 eingestellt wurde. Zwischendurch kochte Hanka Rackwitz 2012 beim „Perfekten Promi Dinner“ für ihre Gäste in einem Schloss und war 2014 bei „Promi Shopping Queen“ in misslungenem Weiß-Outfit zu sehen.

Das liebe Geld

Der Grund, warum es sie ins Dschungelcamp verschlägt, ist glasklar und daraus macht sie keinen Hehl: „Es wird unethisch gut bezahlt. Das ist so viel Geld für 14 Tage, da gehen manche ein Jahr lang für arbeiten“, begründete sie im „Bild“-Interview vor Abflug ihre Entscheidung. Und natürlich ist die Sendung auch eine gute Werbestation für ihr erstes Buch „Ich tick nicht richtig“, welches 2016 erschien, und in dem sie über ihre Ängste, Macken und Ticks berichtet.

Prognose Nummer 1:  Hanka Rackwitz hat das Potenzial, Dschungel-Königin zu werden. Ihr großer Unterhaltungswert wird sie weit tragen. Wenn es ihr gelingt, sich als „ehrliche Haut“ und „Stimme des Volkes“ zu positionieren, die vorbildhaft ihre Ängste und Zwangsstörungen in den Griff bekommt, dann ist sie eine heiße Anwärterin auf den Thron.

Prognose Nummer 2: Auch ein vorzeitiger Exodus ist möglich: Sie wird mit Abstand die meisten Dschungelprüfungen bestehen müssen. Der Zuschauer liebt es, Angsthasen beim Leiden zuzusehen. Zudem könnten sie ihre Neurosen überwältigen oder ihr frecher Göre-Charme die Campbewohner derart nerven, dass sie zur Außenseiterin wird und hinwirft.


„Ich bin ein Star – Holt mich hier raus“ läuft im Frühjahr 2017 in der elften Staffel. Als RTL das Dschungelcamp 2004 zum ersten Mal in Deutschland präsentierte, protestierten Tierschützer und Menschenrechtler gleichermaßen. Inzwischen ist das Format so etabliert, dass selbst konservative Medien täglich berichten, wenn RTL 16 Tage lang die Nöte von Promis im australischen Dschungel zusammenschneidet. 2011 war das Dschungelcamp für den Deutschen Fernsehpreis nominiert, 2013 sogar für den Grimme-Preis. RTL fährt mit der Event-Programmierung in täglicher Ausstrahlung regelmäßig gute Quoten ein: Mit bis zu 9,04 Millionen Zuschauern (Finalsendung des Jahres 2011) erreicht „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus“ Zahlen in der Größenordnung des „Tatort“ – und das, obwohl die Show in der Regel erst gegen 22.15 Uhr beginnt. Sechs Staffeln lang hat Sona Zietlow das Dschungelcamp mit Dirk Bach moderiert; nach dessen Tod übernahm Daniel Hartwich im Jahr 2013 den Posten. Die Kandidaten der elften Staffel sind Nicole Mieth, Markus Majowski, Fräulein Menke, Hanka Rackwitz, Gina-Lisa Lohfink, Kader Loth, Thomas Häßler, Marc Terenzi, Florian Wess, Alexander „Honey“ Keen, Jens Büchner, Sarah Joelle Jahnel.

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