Klaus J. Behrendt, Dietmar Bär Tatort heute Abend aus Köln: Auftritt Klaus Doldinger

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Osnabrück. Der Tatort kommt heute Abend aus Köln: „Wacht am Rhein“ bringt den ersten Tatort-Auftritt von Klaus Doldinger – jenes Mannes, der einst die berühmte Titelmelodie komponierte und einspielte.

Das Programm des Ersten wird von neun Sendern bestückt, deswegen gibt es auch einen sogenannten Tatort-Koordinator. Der sitzt beim WDR in Köln, heißt Gebhard Henke und ist eigentlich „Leiter des Programmbereichs Fernsehfilm, Kino und Serie“ beim größten ARD-Sender. Was genau er aber beim „Tatort“ koordiniert, bleibt meist schleierhaft. Zumindest thematische Dopplungen sind da offenbar kein Thema. So gab es letztes Jahr innerhalb weniger Wochen zwei Krimis um Internet-Unternehmen aus Stuttgart und Bremen, die sich thematisch großflächig überlappten.

Hier weiterlesen: Wie sich die Tatort-Themen gleichen.

Vergangenen Sonntag sahen wir dann einen Frankfurter Tatort, in dem es um ein Viertel ging, in dem die Menschen keine kriminellen Ausländer mehr dulden wollten – an diesem Sonntag sehen wir nun einen Kölner Tatort, in dem es um ein Viertel geht, in dem die Menschen keine kriminellen Ausländer mehr dulden wollen. Ein Khalid ist übrigens auch wieder dabei. Immerhin lässt sich sagen: Der Kölner Krimi ist der bessere.

Hier weiterlesen: So war der Tatort am letzten Sonntag.

Nordafrikanische Intensivtäter

Im Viertel hat sich die Bürgerwehr „Wacht am Rhein“ gebildet, um dem Treiben nordafrikanischer Intensivtäter (die Abkürzung „Nafris“ wird nicht verwendet) Einhalt zu gebieten. Den Überfall auf eine Zoohandlung aber kann sie nicht verhindern. Als die wehrhaften Bürger das Geschäft stürmen, fällt der Strom aus, Schüsse fallen, am Ende ist der Sohn des Inhabers, ein Mitglied der Bürgerwehr, tot.

Ein Fall für die Kölner Kommissare Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Schenk (Dietmar Bär), und zwar in doppelter Hinsicht. Denn nun werden Ausländer gejagt. Auch von Ausländern. Ausgerechnet der marokkanische Inhaber eines Lebensmittelladens glaubt, den vermeintlichen Raubmörder auf der Straße wiederzuerkennen, überwältigt ihn und setzt ihn gefesselt und geknebelt in seinen Keller. Das ist der Auftakt zu einem verhängnisvollen Missverständnis.

Unterschiedliche Zuwanderer

Regisseur Sebastian Ko hat das Drehbuch von Jürgen Werner zu einem durchaus spannenden, wenn auch nicht knisternden Krimi verarbeitet. Dabei thematisieren die beiden auch, wie diejenigen Zuwanderer, die sich längst in unserer Gesellschaft integriert haben, unter denjenigen leiden, die sich nicht an die Gesetze gebunden fühlen.

Das war dem Autor, der sein Buch übrigens schon vor der verhängnisvollen Kölner Silvesternacht vor einem Jahr konzipierte, auch wichtig, wie er im Interview mit unserer Redaktion sagt: „Das Drehbuch wurde schon vor anderthalb Jahren entwickelt. Ich hatte damals über Bürgerwehren gelesen. Und ich habe Youtube-Videos über das Maghreb-Viertel in Düsseldorf gesehen. Da wurden marokkanische Drogendealer festgenommen, und die marokkanischen Einzelhändler sagten: ,Richtig so. Ich war mal stolz und wurde hier respektiert. Und dann kommen die und machen alles kaputt.‘“ Es sei eben nicht so einfach – „hier die guten Deutschen und da die bösen Ausländer“.

Weiterlesen: Hier gibt es das ausführliche Interview mit Jürgen Werner.

Ein paar Sekunden Doldinger

Tatort-Geschichte wird in „Wacht am Rhein“ aber durch eine Szene geschrieben, die eigentlich völlig belanglos ist: Klaus Doldinger, der vor über 45 Jahren die Tatort-Melodie komponierte und mit 30 Musikern einspielte, ist zum ersten Mal in einem Tatort nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen. Nach einer guten Viertelstunde steht der mittlerweile 80-Jährige als Straßenmusiker mit seinem Saxophon vor einer Graffitiwand und spielt die Tatort-Melodie in abgewandelter Form. Die Kommissare laufen an ihm vorbei, Schenk zückt ein paar Münzen, die beiden stutzen kurz („Sag mal, war das nicht…?“ – „Nee, kann doch nicht sein, oder?“) und ziehen ihres Wegs. Nach knapp 20 Sekunden ist Doldingers Gastspiel auch schon wieder vorüber.

Hier weiterlesen: Wie der tatort zu seiner Titelmelodie kam.

Es ist ein kurzer, aber netter Auftritt für den Musiker, dessen Komposition zum akustischen Markenzeichen des erfolgreichsten deutschen Fernsehformats geworden ist. Ein Tatort-Fan ist Doldinger deswegen aber nicht geworden: „Das würde mich viel zu sehr aufwühlen,“ sagte er während der für ihn sehr kurzen Dreharbeiten der „Kölnischen Rundschau“.

Die Idee zu diesem kleinen Gastauftritt hatte übrigen Gebhard Henke, der Tatort-Koordinator. Das hat er wirklich gut koordiniert. Und den nächsten Kölner Tatort gibt‘s schon im nächsten Monat: „Tanzmariechen“ läuft am 19. Februar (siehe unten).

Hier weiterlesen: So war der letzte Kölner Tatort.

Tatort: Wacht am Rhein - Das Erste, Sonntag, 15. Januar, 20.15 Uhr

Wertung: 5 von 6 Sternen

Tatort und Polizeiruf 110 -

die nächsten Erstausstrahlungen:

  • Sonntag, 22.1. : Tatort: Schock (Wien)
  • Sonntag, 29.1. : Tatort: Söhne und Väter (Saarbrücken)
  • Sonntag, 5.2. : Tatort: Der scheidende Schupo (Weimar)
  • Sonntag, 12.2. : Polizeiruf 110: Dünnes Eis (Magdeburg)
  • Sonntag, 19.2.: Tatort: Tanzmariechen (Köln)
  • Sonntag, 26.2.: Tatort: Babbeldasch (Ludwigshafen)


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