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Neue TV-Märchenfilme 2016 Erinnerung an das Kult-Aschenbrödel



Osnabrück. Fünf neue Märchenfilme präsentieren ARD und ZDF an den Weihnachtsfeiertagen. Mit der TV-Erstausstrahlung „Die zwölf Monate“, ein Märchen nach Motiven von Bozena Nemcová, weckt das ZDF Erinnerungen an den Kultfilm „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“.

38 Märchen hat die ARD in ihrer Reihe „Sechs auf einen Streich“ seit 2008 zeitgemäß modernisiert neu verfilmt. Nun kommen vier neue sehenswerte Produktionen dieser Reihe dazu. Den besten neuen Märchenfilm steuert jedoch das ZDF zum Feiertagsprogramm hinzu mit einer deutschen TV-Erstausstrahlung einer Produktion des tschechischen Fernsehens aus dem Jahr 2012:

Heiligabend im ZDF, 16.25 Uhr: „Die zwölf Monate“. Eine junge Frau reitet verträumt auf ihrem Pferd durch den schneebedeckten Wald. Es ist eine Flucht in die Natur vor der übellaunigen und missgünstigen Verwandtschaft: Stiefmutter- und -schwester, die mit anderen Dorfschönheiten um die Gunst eines wohlhabenden Mannes (Roman Vojtek) buhlen. Nicht nur bei dieser Szene mit Marie Majkusová als gutmütiger und couragierter Marie werden schöne Erinnerungen an den tschechischen Kult-Märchenfilm „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ (1973) mit Libuse Safrankova in der Titelrolle wach. Kein Wunder, denn die tschechische Schriftstellerin Bozena Nemcová (1820–1862) hat auch die Geschichte „Die zwölf Monate“ überliefert, dabei lehnte sie ihre Erzählung an bekannte Märchenmotive beispielsweise aus „Aschenputtel“ an. Doch hier bekommt Marie – fantastische – Hilfe nicht von drei Haselnüssen, sondern von den zwölf liebenswerten Herrschern der Jahreszeiten, um ihr Schicksal zu wenden. Der stimmungsvolle Film besticht auch durch überzeugende Hauptdarsteller und ein spielfreudiges Ensemble. Wertung: 6 von 6 Sternen

1. Weihnachtsfeiertag, 13.45 Uhr im Ersten: „Prinz Himmelblau und Fee Lupine“. Attraktiver Prinz trifft wunderschöne Fee – und sie verlieben sich auf den ersten Blick. Doch damit bekommt er ein Problem, was ihm aber lange nicht bewusst ist: Die Königin (großartig: Mechthild Grossmann) hält seine Wahl für unpassend. Sie favorisiert eine Prinzessin aus gutem Hause als Ehefrau für ihren Sohn. Um das zu erreichen, geht sie einen verhängnisvollen Pakt mit der Hexe Confidante ein. Das Intrigenspiel der beiden Frauen führt dazu, dass Prinz (Jonathan Berlin) und Fee (Ruby O. Fee) auf die harte Tour im wahrsten Sinne ihre innere Schönheit erkennen müssen. Gedreht wurde die NDR-Produktion in Bremen, Verden und Schwanewede und auf Burg Falkenstein in Sachsen-Anhalt. Wertung: 4 von 6 Sternen

1. Weihnachtsfeiertag, 14.45 Uhr im Ersten: „Das singende, klingende Bäumchen“. Und noch ein Paar, das wie Prinz Himmelblau und Fee Lupine verzaubert wird: Prinz (Lucas Prisor) und Prinzessin (Jytte-Merle Böhrnsen) müssen sich allerdings erst ordentlich zusammenraufen, bis die hochmütige Prinzessin ihre wahre Liebe schätzen lernt – und aus einem einfachen Bäumchen wieder ein „singendes, klingendes“ wird. Die Begegnung mit dem Waldgeist (Oli Bigalke) und seinen magischen Kräften stellt alle Protagonisten, inklusive König (souverän: Heinz Hoenig), vor eine große Prüfung. Der listige Waldgeist packt sie alle an ihrem Stolz, ihrer Eitelkeit und Gier. Teils amüsant, teilsweise wird jedoch die Grenze zum Klamauk überschritten, wenn sich der erwachsene Prinz und die Prinzessin wie trotzige kleine Kinder benehmen, als Reaktion darauf, dass sich ihre Lebensumstände radikal verändern. Gedreht wurde auf Schloss Babelsberg, Potsdam-Babelsberg, Berlin und im Harz (Sachsen-Anhalt). Wertung: 3 von 6 Sternen

2. Weihnachtsfeiertag, 13.35 Uhr im Ersten: „Das Märchen vom Schlaraffenland“. Nicht die Gier oder Lust am Überfluss, sondern Hunger und Sorge um seine kleine kranke Schwester Magda lassen den armen Paul (Björn Ingmar Böske) den Weg ins Schlaraffenland finden: Er taucht ein in eine kunterbunte, surreale Kulisse, die an die zauberhafte ARD-Verfilmung „Frau Holle“ aus dem Jahr 2008 erinnert. Im Land, wo Milch und Honig fließen, Lollis aus dem Boden wachsen, trifft er zunächst auf den Botschafter Herr Debreziner (drollig: Friedrich Liechtenstein) und verliebt sich in die entzückende Pralina (Klara Deutschmann), die des Überflusses ein wenig überdrüssig ist. Gemeinsam erleben sie ein spannendes Abenteuer mit leicht verpackter Konsumkritik. Drehorte: Alte Brauerei in Schlitz, Naturschutzgebiet Dietesheimer Steinbrüche/Mühlheim am Main, Naturschutzgebiet, Eschbacher Klippen bei Usingen (Hessen). Wertung: 5 von 6 Sternen

2. Weihnachtstag, um 14.35 Uhr im Ersten: „Hans im Glück“. Reich belohnt von seinem Lehrmeister, macht sich Hans mit einem schweren Klumpen Gold auf den Weg zurück zur Mutter. Was ihm schnell zur Last wird, erfreut andere auf seinem Weg, mit denen er fleißig tauscht: Gold gegen Pferd, Pferd gegen... Mit viel Gottvertrauen geht Hans seinen eigenen Weg – und bekommt eine pfiffige Gefährtin Elisabeth (Michelle Barthel). Mit seiner erfrischenden Art gelingt es Anton Spieker, Hans nicht als naiven Zeitgenossen dazustellen, der seinen verdienten Lohn kopflos verschenkt, sondern als beneidenswert selbstbewussten, ausgeglichenen jungen Mann, der in sich ruht, weil er begriffen hat, was andere vielleicht nie begreifen werden: Das wahre Glück ist immer das, was man selbst dafür hält. Gedreht an der Ostsee. Wertung: 4 von 6 Sternen


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