Romanverfilmung von Charlotte Link Jasmin Gerat verfolgt in der ARD „Die letzte Spur“

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Osnabrück. Vermisstenfälle faszinieren die Gesellschaft. In der Romanverfilmung „Die letzte Spur“ von Charlotte Link steht die Suche nach einer jungen Frau im Fokus. Doch ihre Freundin Rosanna (Jasmin Gerat) gibt die Hoffnung nicht auf.

Elaine ist verzweifelt. Schwer bepackt steht sie am Londoner Flughafen und hält nur noch mit viel Mühe das schwere weiße Brautkleid in die Höhe, das in eine knisternde Folie eingepackt ist. Sie wird auf der Hochzeit ihrer Freundin Rosanna in Gibraltar erwartet, doch alle Flüge fallen aus. Menschen telefonieren, starren auf die Anzeigetafeln oder hetzen von der Abflughalle ins Freie. Elaine verliert die Fassung. Mit Tränen in den Augen und ihrem kostbaren Gepäck in der Hand wirkt sie vollkommen verloren. Niemand beachtet sie, bis sich ein Anwalt ihr zuwendet. Gemeinsam verlassen sie die Halle. Doch Elaine wird niemals in Gibraltar ankommen. Seit jenem Abend in London verliert sich die Spur der jungen Frau, sie wird vermisst.

Jasmin Gerat als Journalistin Rosanna

Vermisstenfälle faszinieren die Menschen wie keine anderen. Menschen gehen an öffentlichen Plätzen, verlassenen Orten oder im Urlaubsparadies verloren. Doch so unterschiedlich die Orte ihres Verschwindens sind, die Fragen nach ihrem Schicksal bleibt immer die gleiche: Warum verschwindet ein Mensch, und wird er lebend wiederkehren?

Um exakt diese Fragen kreist die ARD-Verfilmung von Charlotte Links Roman „Die letzte Spur“. Drei Jahre nach dem Verschwinden ihrer Freundin Elaine (Anna Blomeier) kehrt die Journalistin Rosanna, gespielt von Jasmin Gerat, aus Gibraltar nach Großbritannien zurück. Trotz Elaines Verschwinden heiratete sie, doch die Ehe scheiterte mit der Abwesenheit der Freundin. Nun will die Kriminalreporterin zurück in der Heimat wissen, was mit Elaine geschah.

Schauspielerin Jasmin Gerat kennt die Frage nach dem Warum. „Regelmäßig muss ich an den Fall „Maddie“ denken. Sie geht mir nicht aus dem Kopf, und ich frage mich sehr oft, warum es nicht möglich ist, sie zu finden“, sagt die 38-Jährige im Gespräch mit unserer Redaktion über den britischen Vermisstenfall, der seit 2007 die Welt bewegt. Die stetige Suche der Angehörigen nach ihren Liebsten versteht die zweifache Mutter. „Wir können heute zum Mond fliegen – es muss doch also möglich sein, diesen Menschen ausfindig zu machen.“

Lebt Elaine etwa noch?

Rosanna lässt das Schicksal ihrer Freundin nicht los. Sie wühlt sich durch Unterlagen und sucht den Anwalt Mark Reeve (Barry Atsma) auf, der Elaine zuletzt sah. Er galt nach ihrem Verschwinden als Hauptverdächtiger. Doch die Polizei konnte ihm nie etwas nachweisen. Während ihrer hartnäckigen Recherchen kommt Rosanna nicht nur dem Schicksal von Elaine, sondern auch ihm immer näher. Eine gefährliche Anziehung für Rosanna. „In unserem Film macht es die Situation für meine Rolle allerdings nicht einfacher, es kann ihr am Ende das Genick brechen – aber mehr will ich nicht verraten“, sagt Gerat. Nachdem die Journalistin in einer TV-Talkshow über das Verschwinden ihrer Freundin spricht, erreicht sie ein neuer Hinweis. Lebt Elaine etwa noch? Rosanna macht sich sofort auf den Weg.

Wem kann Rosanna vertrauen?

Für die Verfilmung von Charlotte Links Roman arbeitete Regisseur Andreas Herzog eng mit der Autorin zusammen. Denn eine große Schwierigkeit besteht darin, einen 600-seitigen Roman in eine 90-minütige Sendezeit zu pressen. Vor allem für Zuschauer, die ein Buch im Vorfeld gelesen haben, sind Literaturverfilmungen oft ernüchternd. Im Fall von „Die letzte Spur“ hat Andreas Herzog den Fokus stark auf die Rolle von Jasmin Gerat gelegt. So wird die Suche zu einem spannenden Fall, in dem Journalistin Rosanna bis zum Ende nicht weiß, wem sie wirklich vertrauen kann.


Heute: Das Erste, 20.15 Uhr: „Charlotte Link: Die letzte Spur.“

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