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Längstes „Schlag den Star“ ever Schlag den Star: Legat postet Entschuldigung an Kerber nach Beleidigung

Schlag den Star: Detlef D! Soost (46) kämpft bei „Schlag den Star“ gegen Thorsten Legat.Foto: ProSieben/Rottenkolber/MenneSchlag den Star: Detlef D! Soost (46) kämpft bei „Schlag den Star“ gegen Thorsten Legat.Foto: ProSieben/Rottenkolber/Menne

Berlin. Detlef D. Soost und Thorsten Legat kämpfen in der längsten „Schlag den Star“-Show aller Zeiten – miteinander, mit einem Stromausfall und mit den Politik-Fragen. In einem heißblütigen Moment schmäht Legat außerdem die abwesende Angelique Kerber mit einem Wort, für das er sich später bei Facebook entschuldigt.

So lang war „Schlag den Star“ noch nie. Um 1:38 Uhr vermeldet Frank Buschmann den Rekord – sein letzter Auftritt in der Pro-Sieben-Show war damit auch sein ausdauerndster. Um 0.46 Uhr ist es dann sogar der Technik zu lang: Kurz vor dem Ende des Matchball-Spiels von Thorsten Legat und Detlef D. Soost erleidet Pro Sieben im spannendsten Moment einen Bildausfall und blendet ein Notfall-Bild ein: „Jetzt bloß keine Panik! Gleich geht’s weiter“. Als es tatsächlich weitergeht, siegt Soost und zieht mit 100.000 Euro Preisgeld nach Hause.

Detlef D. Soost: Was macht der heute eigentlich – außer „Schlag den Star“?

Zehn Staffeln „Popstars“ haben Detlef D. Soost zu einem so aufgeplustertem Ego verholfen, dass er sich umtaufte – und mit nichts als einem D plus Ausrufezeichen zur Marke erklärte. Sein letzter „Popstars“-Auftritt aus dem Jahr 2012 ist eigentlich gar nicht so lange her. Aber weil das Format zuletzt kaum noch Zuschauer hatte, ist die Erinnerung trotzdem leicht verblasst. Was also macht D!, wenn er nicht um 100.000 Euro von „Schlag den Star“ antritt? Dasselbe wie immer: Das selbst ernannte Motivationstalent treibt andere in die Hölle der Selbstoptimierung, auf das alle Menschen möglichst nahe an das (von ihm selbst verkörperte) Ideal rankommen – mal in der Abspeck-Show „The Biggest Loser“, mal mit einem der unzähligen Fitnessprogramme, die gerade den Markt beackern.

Soost siegt, Legat jubelt: „Schlag den Star“ wird lustig!

„Schlag den Star“ startet mit adventlichem Kerzenauspusten – einziger Schwierigkeitsgrad: Die Luft muss erst in einen Ballon geblasen werden. Thorsten Legat ist gleich so tief im Kampf, dass er nichts mehr wahrnimmt. Weder den Gegner noch seine eigenen Kerzen. Als Detlef Soost gewinnt, reißt Legat zum Jubel die Arme hoch – obwohl er noch zwei Flämmchen auf der Liste hat. Der Abend verspricht amüsant zu werden. (DSDS 2017: Recall jetzt noch ungerechter – Bohlens neue Regeln)

Detlef D. Soost blutet sich zum Teilsieg in Runde 2

In der zweiten Runde müssen Soost und Legat sich über eine Griffleiste hangeln. Sie dürfen die Haken aber nicht anfassen, sondern bewegen sich mithilfe von Ringen, die sie bei jedem Griffwechsel über den nächsten Haken schwingen. Frank Buschmann lästert über die Muskelmasse, die die beiden Testosteron-Kandidaten jetzt hinabzieht. Soost verweigert die Schutzhandschuhe und zeigt am Ende seine blutenden Hände vor. Gibst du auf, fragt Legat? Selbstverständlich tritt Soost an – und siegt. 3:0. (Schlag den Star: War Wolffs Sieg über Sinató unfair?)

Blamieren oder kassieren: Bildungslücken bei „Schlag den Star“

Hihi! Mehr Politikfragen, bitte! Das interessiert Detlef D. Soost und Thorsten Legat offenbar nicht so. Auf die Frage, in welchem Land Alexander Van der Bellen gerade nach etlichen Formfehlern und Wahlgängen zum Präsidenten gewählt wurde, fragt Soost sicherheitshalber nach: „In welchem Bundesland ist nicht gemeint, oder?“ Keiner der beiden wagt eine Antwort. Und keiner schämt sich für die Blöße. Über seine Dummheit flucht Legat erst, als er bei einer Wissenlücke über Til Schweigers Liebesleben erwischt wird. Eigentlich hatte er doch gerade erst gelesen, dass der mit Marlene Shirley Schluss gemacht hatte. Man nimmt ja schließlich am Zeitgeschehen teil! (Wer ist denn nun dieser Van der Bellen? Hier erfahren Sie mehr)

Tetris als Brettspiel: Wer siegt beim Katamino?

„Das kennt ihr wahrscheinlich auch nicht“, sagt Elton, als er das Spiel Katamino eröffnet. Was ist Katamino also? Eine Art Tetris als Brettspiel: Immer im Wechsel müssen Soost und Legat pixelartig verwinkelte Spielblöcke auf ein Feld stecken; wer als Erster keinen Platz mehr für die Steine hat, verliert. Detlef D. Soost hat mehr Glück. 10:0.

Fünfte Runde bei „Schlag den Star“: Legat holt auf

Thorsten Legat ist wieder da. In der ersten Außenwette müssen die beiden im Rallye-Fahrzeugen durch den Schlamm um die Wette wenden. Das ist das wahre Spiel für zwei Muskelpakete mit Glatzen. Legat, als Fußballer von Haus aus immer noch ein bisschen männlicher als der schönheitsbewusste Tänzer Soost, nutzt seinen Vorteil und siegt. Anschlusstreffer! 10:5. (371 Minuten: So kam es zur längsten Raab-Überziehung aller Zeiten)

Eisfußball: „Sei mal leise, Buschi!“

„Sie hören dich, Buschi!“, mahnt Elton seinen Kommentator Frank Buschmann schon beim Matschrennen, als der sich über Soost und Legat mokiert. Buschmann gibt, bevor er endgültig zu RTL und Sky überläuft, bei „Schlag den Star“ seine Abschiedsvorstellung. Und er quasselt, als könne er heute noch sein Schweigen in allen zukünftigen Pro-Sieben-Shows ausfüllen. Beim Eisfußball ist es genauso, und Thorsten Legat, der mit dieser Runde in Führung gehen kann, verliert am Ende die Nerven. Legat braucht Konzentration und keine Kommentare: „Sei mal leise, Buschi!“, schnauzt er. Und siegt. 10:11. (Lena vs. Lena: Wer siegt im Frauenduell bei „Schlag den Star“? Gercke oder Meyer-Landrut?)

Personenraten mit Soost und Legat: „Was ist das denn für ne Hackfresse?“

Gebt diesen Männern mehr Quizformate! Das Personenraten mit Soost und Legat ist noch lustiger als „Blamieren oder kassieren“. Detlef D! Soost hält Frank-Walter Steinmeier für Horst Seehofer; Thorsten Legat, einstiger Fußball-Profi, erkennt den neuen DFB-Präsidenten nicht. Hier treten zwei Ratemeister an, die morgens nicht mal sich selbst im Spiegel erkennen würden. Die Bilder prasseln nur so durch, und wenn Soost und Legat überhaupt einen Namen sagen, dann einen falschen. Elton schiebt eine Werbepause ein und bittet die Regie, im nächsten Fotoblock Kermit den Frosch einzublenden. Am Ende siegt Detlef Soost mit der korrekten Identifizierung von Angelique Kerber. Legat fiel zum Tennisstar nur ein Satz an. Und er klang leider so: „Was ist das denn für ne Hackfresse?“ Elton beißt entsetzt die Zähne zusammen; Frank Buschmann macht Legat zum Ehrenmitglied des Tennisbundes. Gewinnen tut man mit solchen Gags selbst bei Pro Sieben nicht. 17:11.

Nachtrag: In einer ersten Version dieses Textes haben wir Legat fälschlicherweise ein anderes Schimpfwort zugeschrieben. Tatsächlich hat er „Hackfresse“ gesagt. Legat selbst ist davon so betroffen, dass er nur eine runde Stunde nach der Show eine Entschuldigung bei Facebook postet: „Das Schlimmste aber, das mir passiert ist, war die Beleidigung von Angelique Kerber“, schreibt er, spricht von einem „fürchterlich dummen Spruch“ und schließt mit den Worten: „Das tut mir unsagbar leid und ich möchte mich dafür bei Angelique Kerber – unserer Nummer 1 im Tennis – in aller Form entschuldigen. So etwas darf mir nicht passieren! Ich bin am Boden zerstört! Ich hoffe, Angelique Kerber und Ihr verzeiht mir meinen verbalen Ausrutscher?!“ Dazu stellt er ein Video, das alle Worte der Reue nochmals wiederholt.

Achte Runde bei „Schlag den Star“: Bälle werfen

Im Boulevardtheater haut der Komiker nach sicheren Pointen erstmal ein paar Leerformeln raus, weil im Gelächter sowieso niemand aufpasst. Genau diese Funktion hat bei „Schlag den Star“ das Speed-Basketball-Spiel der achten Runde. Irgendwas muss ja passieren, aber weil alle noch über das spektakuläre Personenraten lachen, zeigt Pro Sieben erstmal was Unwichtiges. Auch ich habe nicht aufgepasst, aber es scheint so, als hätte wieder Soost gewonnen. Demnach würde es jetzt 25:11 stehen. („Tatort: Dunkelfeld“: Stirbt ein Berliner Kommissar?)

Weihnachtsgerüche in der Runde 9 von „Schlag den Star“

Die Ungeduld, die Thorsten Legat zu gefährlichen Beleidigungen verführt, hat auch ihr Gutes. Zum Beispiel beim Riechquiz, bei dem er und Soost weihnachtliche Duftproben zuordnen. Viele, viele Fernsehminuten sieht man die Kontrahenten mannhaft die Nüstern blähen. Ein schönes Bild, aber irgendwann wird es eben doch langweilig. Und das nicht nur dem Publikum, Elton und dem immer stummer werdenden Buschi – sondern auch Thorsten Legat selbst. Mit drei, vier Impulsentscheidungen bringt er neuen Schwung ins Spiel. Und da es zu oft Fehlentscheidungen sind, auch Punkte auf Detlef D. Soosts Konto. 34:11. (Liebe macht dick: Eine Würdigung der Arbeit von Dr. Köhldorfer bei „Hochzeit auf den ersten Blick“)

Legat holt auf: Haidong Gumdo

Haidong Gumdo ist eine koreanische Kampfkunst: Legat und Soost müssen ein großes, hängendes Blatt Papier mit dem Schwert durchtrennen – ohne dabei die Grenzen des aufgemalten schwarzen Balkens zu verletzen. Thorsten Legat – in der Show noch einmal auf sein (nach Zahlung von 1000 Euro eingestelltes) Verfahren wegen versuchter Körperverletzung mit einem Samurai-Schwert angesprochen – geht gewissermaßen als Experte in den Wettstreit. Und siegt. Auch wenn Soost bis zuletzt dranbleibt, ist jeder von Legats Treffern eleganter und sicherer geführt als das unschöne Gewurschtel des Choreografen. 34:21. Die Show endet nie.

Blind füllen: Thorsten Legat als Meister des Feingefühls

Das beste Spiel dieser „Schlag den Star“-Ausgabe (abgesehen von den tollen Quiz-Blamagen natürlich) kommt in Runde 11. Die Kandidaten müssen mit verbundenen Augen Gläser mit Wasser füllen. Thorsten Legat bringt den Pegel in vier Runden jedes Mal so nah an den Glasrand, dass einem der Atem stockt. So irritierend dabei die Panik in seinem Gesicht ist, so unangenehm der direkte Blick auf sein Unterarm-Tattoo („Blut Ehre Stolz + Familie“) – man kann Legat für diese Meisterleistung des Feingefühls nur gratulieren. Niemand hätte diese Fähigkeit in diesem Körper vermutet. 34:32.

Soost setzt sich beim Völkerball ab

Es wäre merkwürdig gewesen, wenn „Schlag den Star“ ohne Völkerball-Partie ausgekommen wäre. Für den April 2017 ist ein Völkerball-Turnier schon als Eventshow terminiert. Selbstverständlich weist der Sender noch mal auf den Unterhaltungswert des Spiels hin. Heute macht es Soost mehr Spaß als Legat. 46:32.

Warum ist „Zuordnen“ noch kein Matchball-Spiel?

Soost liegt vorn, aber gewinnen kann er noch nicht: In dieser Runde gibt es 13 Punkte. Soost geht mit 46 ins Rennen, kann also maximal 59 holen. Zum Sieg bei „Schlag den Star“ braucht es mehr als 60. Noch ist es also kein Matchball-Spiel, wenn Legat und Soost fremdsprachige Weihnachtsgrüße und Biermarken den entsprechenden Herkunftsländern und Untertitel von Kinderromanen ihren Reihen zuordnen. Deprimierendes Detail am Rande: Von acht prominenten deutschen Politikern können Soost und Legat nur Frauke Petry ihrer Partei zuordnen. Dank seiner politischen Bildung gewinnt Soost. 59:32. (Wann startet der „Bachelor“? Und wer macht‘s?)

Matchball-Spiel bei „Schlag den Star“: Der Mühlstein

Beim Matchball-Spiel müssen Soost und Legat einen Mühlstein eine Bahn entlang rollen. Je weiter er kommt, desto mehr Punkte gibt‘s. Es sei denn, er rollt zu weit, dann wird‘s eine Niete. Bevor es aber richtig losgeht, unterbricht Frank Buschmann um 1:38 Uhr und meldet den Rekord: Noch nie war eine „Schlag den Star“-Show so lang. Das Spiel startet, die Spannung steigt. Und um 1:46 Uhr fällt auf einmal das Bild aus; via Twitter erklärt Pro Sieben die Panne mit einem Stromausfall. Kurz darauf geht’s weiter. Um 1:53 Uhr kommt dann die wahre Horrornachricht: Thorsten Legat wehrt den Matchball ab. 59:46. Der Abend geht weiter und weiter – ins entscheidende Spiel 15.

15. Runde: Endspiel im längsten „Schlag den Star“ aller Zeiten

Puh! Wenigstens das Finale geht schneller vonstatten, als die Kandidaten es begreifen: Soost und Legat müssen ohne Zuhilfenahme der Hände einen Bindfaden in den Mund ziehen. Nur ein Durchgang. Detlef D. Soost zuzelt schneller und wird danach von Elton mit der Nachricht überrumpelt: Er hat gewonnen und kriegt die 100.000 Euro Preisgeld. Thorsten Legat bleibt nur das Gummibärchen am Ende des Fadens. Um 2:00 Uhr rieselt über Soost das goldene Konfetti von der Studiodecke. Die Show ist Geschichte. (Der „Tatort: Dunkelfeld“ ist heute übrigens nicht ohne die letzten Fälle zu begreifen: Hier die Vorgeschichte)


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