„Gefragt – Gejagt“ „Jäger“ Klaus Otto Nagorsnik: Das beste Quizformat

Von Tom Heise


Osnabrück. Mit „Gefragt – Gejagt“ hat sich ein Format im Fernsehen etabliert, in dem sich Kandidaten mit den Besten der Besten der deutschen Quizszene messen. Jetzt startet die sechste Staffel. „Jäger“ Klaus Otto Nagorsnik verrät, was er an der Show schätzt.

Jetzt jagen sie wieder. Der Besserwisser. Der Quizgott. Der Gigant. Der Bibliothekar. Hinter diesen „Kampfnamen“ verbirgt sich die Quizelite Deutschlands, die auch in der sechsten Staffel von „Gefragt – Gejagt“ den Kandidaten täglich das Leben schwer machen will: Sebastian Klussmann, Sebastian Jacoby , Holger Waldenberger und Klaus Otto Nagorsnik sind Meister ihres Faches, ausgestattet mit der Erfahrung vieler nationaler und internationaler Meisterschaften. Die „Jäger“ sind sicher ein Grund, warum sich das Hochgeschwindigkeits-Quiz mit Moderator Alexander Bommes seit seinem Wechsel aus dem dritten ins erste Programm wachsender Beliebtheit erfreut. Im Gespräch mit unserer Redaktion erklärt Bibliothekar Klaus Otto Nagorsnik, der in Münster tatsächlich als solcher tätig ist, den Reiz des Formats.

„Es ist schnell, es ist spannend“

„Ich halte diese Sendung für das beste Quizformat. Es wird nicht gelabert, es ist eine QUIZshow und keine QuizSHOW. Es ist schnell, es ist spannend. Es lebt von guten Kandidaten, einem umwerfenden Moderator, mit dem wir uns ständig kebbeln, der aber sicher seinen Weg im deutschen Fernsehen weiter machen wird. Und es lebt von den vier unterschiedlichen Charakteren, die da oben sitzen und ein bisschen klugscheißen.  Für Zuschauer, die nicht den fünfundzwanzigsten Spruch von Günter Jauch oder dieses Verzögern haben wollen, ist das interessant.“

Fernsehstar ohne Fernseher

Nach dem zweiten Platz bei der Quizweltmeisterschaft vor vier Jahren meldeten sich mehrere Casting-Firmen bei Nagorsnik. Das Rennen machte letztlich die „ITV Studios Germany“, der Produzent von „Gefragt – Gejagt“. Jetzt ist der in Billerbeck beheimatete Bibliothekar ein Fernsehstar. Paradox, denn vor 25 Jahren beschloss Nagorsnik, privat den Fernseher abzuschaffen.

Doch wie bewundert er sich dann selbst? „Ich habe ab und zu Zugang zum Internet. Wenn ich weiß, dass ich dran bin, gucke ich mal kurz rein. Mit Eitelkeit hat das aber wenig zu tun“, erklärt der 61-Jährige. „Man muss einfach mal wissen, wie man angekommen ist. Dann ist man nicht so ganz unbeleckt.“ Klaus Otto Nagorsnik kommt gut an. Für ihn ist das Quizzen sein „Freizeitberuf“, für den er auch Urlaubstage opfere, der sich aber wunderbar mit seinem eigentlichen Job vereinbaren lasse. „Als Bibliothekar bekomme ich täglich „Quizfragen“  von unseren Kunden gestellt. Da muss man sich durch sämtliche Wissensgebiete von hochgeistig bis trivial arbeiten. Da bleibt natürlich einiges hängen.“ Darüber hinaus veranstaltet Nagorsnik in Münster monatlich ein Kneipenquiz, für das er sich jeweils 60 Fragen und die entsprechenden Antwortmöglichkeiten ausdenkt. „Diese Tätigkeit hilft mir natürlich auch, mein eigenes Wissen zu erweitern.“

„Hey, was haste denn da gemacht?!“

Wie seine drei Kollegen beeindruckt Klaus Otto Nagorsnik mit umfangreichem Allgemeinwissen, an dem sich die Kandidaten von „Gefragt – Gejagt“ die Zähne ausbeißen. Mehr als zwei Drittel der Duelle gewinnen die Jäger, von denen für Nagorsnik Holger Waldenberger absolut der Stärkste ist, auch wenn das in der Sendung nicht immer rüberkomme. Doch nicht jedes Thema schmeckt dem Bibliothekar. Vor Geschichte, Kultur und Literatur habe er Respekt, räumt Nagorsnik ein. „Da kann ich mich blamieren. Wenn ich irgendeine blöde Fernsehserie nicht kenne, dann weiß ich das eben nicht. Das verzeih ich mir. Wenn ich irgendeinen Schriftsteller des 19. Jahrhunderts nicht auf die Reihe bekomme, dann verzeihe ich mir das nicht.“ Da könne er zu Hause auch schon mal gefragt werden: „Hey, was haste denn da gemacht?!“

Jeder der vier Quiz-Profis in „Gefragt – Gejagt“ wird als eigene Type präsentiert. Auch äußerlich, was Klaus Otto Nagorsnik, der in seiner „Kampfansage“ elegant an der Fliege zwirbelt, nur bedingt gefällt. „Man wird in einen bestimmten Anzug gepackt, mit dem ich so privat nicht rumlaufen würde. Ich habe zu Hause überhaupt keinen Schlips. Ich hasse alles, was mir irgendwie um den Hals hängt. Da muss ich durch.“

Wie schwierig es ist, gegen einen der vier „Quiz-Musketiere“ zu bestehen, musste der Autor dieser Zeilen selbst leidvoll erfahren . Selbst das „Schwarmwissen“ in der Finalrunde reicht oft nicht aus, um diese lebendig gewordenen Lexika in Verlegenheit zu bringen. Wenn die Jäger dann doch einmal wanken und die Finalisten den Gewinn einkassieren, freut sich nicht nur Alex Bommes darüber, dass im Kampf David gegen Goliath die „sympathischen Klugscheisser“ nicht unfehlbar sind.

Bleibt wenige Wochen vor Weihnachten noch die Frage nach einem guten Geschenk. Ein Buchtipp vom Bibliothekar kommt da sicher gerade recht. Und natürlich hat Klaus Otto Nagorsnik einen naheliegenden Vorschlag: „Darf ich frech sein? Ich habe Anfang des Jahres ein Quizbuch über Münster herausgebracht. Mein Verleger wäre sicher sauer, wenn ich das jetzt nicht empfehlen würde. Es heißt „Rätselvolles Münster“. Es sind 81 Fragen zu Kulturellem, Aktuellem, Geschichte oder Sport aus Münster. Das Buch ist auch nicht so teuer. Würde ich also erstmal empfehlen.“

„Gefragt – Gejagt“. Ab Freitag, 2. Dezember, täglich von Montag bis Freitag um 18 Uhr im Ersten.


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