Uncut auf DVD und Blu-ray Fear the Walking Dead: Staffel 2 als Weihnachtsgeschenk?

Fear the Walking Dead: Frank Dillane als Nick Clark. Foto: Richard Foreman/AMCFear the Walking Dead: Frank Dillane als Nick Clark. Foto: Richard Foreman/AMC

Berlin. Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft ist Staffel 2 von „Fear the Walking Dead“ auf DVD erhältlich. Kann man echten Fans mit der Spin-off-Serie eine Freude machen?

Was ist eigentlich „Fear the Walking Dead“? Die Vorgeschichte von Kirkmans „The Walking Dead“? Ein Alternativ-Entwurf zur Erfolgserie? Oder nur die ungeliebte kleine Schwester? Düstere Gedanken zur zweiten Staffel, die pünktlich zum Weihnachtsgeschäft auf DVD und Blu-ray vorliegt. (Weiterlesen: Outcast: Neue Horror-Serie von Robert Kirkman auf Fox)

Was unterscheidet „Fear the Walking Dead“ vom Original?

Als der Erfolg von seiner Comic-Adaption „The Walking Dead“ zu groß für eine einzelne Serie wurde, schickte Robert Kirkman das Spin-off „Fear the Walking Dead“ auf die Reise. Die Serie sollte sich auf den Ausbruch der Zombie-Apokalypse konzentrieren und unabhängig von Kirkmans Comics ein anderes Personal und neue Handlungsorte etablieren.

Die schleichende Angst im Titel blieb allerdings schon in den sechs Episoden von Staffel 1 ein leeres Versprechen: Statt die Orientierungslosigkeit des Outbreaks in klaustrophobischem Suspense zu zelebrieren, setzt auch die neue Serie auf die direkte Konfrontation, laute Schock-Effekte und eine Action-Dramaturgie, die sogar noch um einen militärischen Erzählstrang ergänzt wird. (Weiterlesen: Fear The Walking Dead: Warum die Zombieserie enttäuscht)

Ist „Fear the Walking Dead“ ein Alternativ-Entwurf zum Mutterformat?

Mit Celia Floris führt „Fear the Walking Dead“ in der zweiten Staffel eine Figur ein, die an Voodoo glaubt – den Kult also, dem der Zombie seinen Namen verdankt. Gläubigen gelten die wandelnden Leichen nur als Scheintote, die mittels Magie zu Arbeitssklaven gemacht wurden.

In der Idee liegt die Möglichkeit, die Untoten der Serie aufzuwerten, die bislang nur besseres Kanonenfutter waren: Kirkmans Zeichner Charlie Adlard bringt es auf den Punkt: „Die Magie von ‚The Walking Dead‘ besteht nicht in den Toten, sondern in den Überlebenden. Die Zombies sind nur ein riesiger MacGuffin, ein Vorwand, um die Handlung voranzutreiben. Sie sind dazu da, um die Figuren von A nach B zu kriegen.“ Wagt sich „Fear the Walking Dead“ also daran, den Fans ein völlig neues Konzept der Zombies zuzumuten? (Weiterlesen: Charlie Adlard im Interview: Diese Kirkman-Idee war selbst dem Zeichner zu hart)

Für die Comics glaubt Adlard nicht daran, wenn er sagt: „Das wird nie passieren. Wir haben es mit traditionellen Zombies zu tun, mit wandelnden Kadavern ohne Bewusstsein, die auf nichts als menschliches Fleisch reagieren.“ Auch bei „Fear the Walking Dead“ scheint sich diese Haltung am Ende durchzusetzen. Die Voodoo-Gläubige wird auf grausame Weise widerlegt. (Weiterlesen: The Walking Dead: Höhen und Tiefen von Staffel 6)

Fear the Walking Dead: Jede Folge verliert Fans

Noch nie hatte die erste Folge einer Serie so viele Zuschauer wie im Fall von „Fear the Walking Dead“. Als AMC das Spin-off von „The Walking Dead“ im Spätsommer 2015 launchte, erreichte der Auftakt über 10 Millionen US-Fans. Das Mutterformat hatte seine fünfte und bislang erfolgreichste Staffel gerade mit einem Schnitt von 14,4 Millionen Zuschauern beendet; mehr als zwei Drittel der Fans waren neugierig auf die neue Serie.

Der Vorschusslorbeer welkte schnell: In nur sechs Episoden verlor „Fear the Walking Dead“ ein Drittel seiner Zuschauer. Staffel 1 endete vor 6,86 Millionen Fans. Immerhin: Sie kamen zum Auftakt der zweiten Staffel fast geschlossen zurück.

Doch auch in der Fortsetzung enttäuschte AMC Fans in so großer Zahl, dass der Schwund weiterging. Im Schnitt erreichte „Fear the Walking Dead“ nun nur noch 4,19 Millionen Fans; die Schlussfolge sahen nicht mehr als 3,05 Millionen. Das reichte dem Sender für die Bestellung einer dritten Staffel. 

Ob es auch für eine Investition in mehr Qualität reicht, ist fragwürdig. Zum Vergleich: „The Walking Dead“ hat die 5,24 Millionen Zuschauer der ersten Staffel kontinuierlich gemehrt: Staffel 3 hatte die Zahl auf 10,4 Millionen verdoppelt, Staffel 5 markierte mit 14,4 Millionen den Gipfel. Nach 17,3 Millionen Zuschauern der Auftaktfolge kämpft die derzeit laufende Staffel 7 nun mit ungewohnten Einbrüchen der Zahlen. (Weiterlesen: The Walking Dead: Staffel 7 mit schlechtesten Quoten seit Jahren)


Fear the Walking Dead: Die zweite Staffel ist ab sofort auf DVD erhältlich. Splendid Film bietet die 15 Episoden der Horrorserie in einer ungeschnittenen FSK-18-Version an, wahlweise auf DVD oder Blu-ray, im Plastik-Pack oder dem Steelbook.

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