Deutsches Kino mal anders Zwischen Kommerz und Kunst: Filme neu bewertet

Von Tobias Sunderdiek

Wolfgang Büld, Film- und Fernsehregisseur und -autor in „Verfluchte Liebe Deutscher Film“. Foto: WDR/© Augustin Film

            
Foto: WDRWolfgang Büld, Film- und Fernsehregisseur und -autor in „Verfluchte Liebe Deutscher Film“. Foto: WDR/© Augustin Film Foto: WDR

Osnabrück. Arte zeigt heute, 21.40 Uhr, in dem Dokumentarfilm „Verfluchte Liebe Deutscher Film“ von Dominik Graf und Johannes F. Sievert eine andere, frische Sicht aufs heimische Kino.

„Das Leben ist zu kurz, um sich einen deutschen Film anzusehen“ – so urteilte mal Fritz Kortner. Und in der Tat war die heimische Kinoproduktion lange Zeit übel beleumundet. Nur Schlagerfilme, Heimatschnulzen und seichte Melodramen – angeblich konnte „der deutsche Film gar nicht besser sein“, so Filmkritiker Joe Hembus.

Doch seit einiger Zeit findet ein Umdenken statt. Und dieses wunderbare Filmessay von Dominik Graf und Johannes F. Sievert bietet einige wertvolle, neue Denkanstöße zum Thema. Etwa zum jüngst wiederentdeckten Kino eines Roland Klick („Deadlock“), Roger Fritz ( „Mädchen mit Gewalt“ ), Rolf Olsen („Blutiger Freitag“), Klaus Lemke („Rocker“) oder Will Tremper ( „Die endlose Nacht“ ), die allesamt ein Gegenentwurf zum Neuen Deutschen Film lieferten. Oder die Italo-Gangsterfilme mit Mario Adorf , in denen auch echte Mafiosi mitspielten, und die zum Teil der Osnabrücker Peter Berling produzierte.

Schade nur, dass Arte diesen auf der diesjährigen Berlinale uraufgeführten, viel beachteten und diskutierten Film um eine halbe Stunde kürzte. Eine Unsitte, die bei Dokumentationen bei dem Sender immer wieder einreißt. Der Dokumentarfilm lohnt sich trotzdem – selbst als Torso.

Wertung: 6 von 6 Sternen

„Verfluchte Liebe Deutscher Film“ , Arte, Freitag, 2. Dezember, 21.40 Uhr.


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