Heute: Arte, 20.15 Uhr Herausragender Film: „Jack“

Jack (Ivo Pietzcker) versteckt sich vor den anderen Kindern des Jugendheims. Foto: HR/Jens HarantJack (Ivo Pietzcker) versteckt sich vor den anderen Kindern des Jugendheims. Foto: HR/Jens Harant

Osnabrück. Das herausragende Drama „Jack“ heute, Arte, 20.15 Uhr, schildert aus der Perspektive der kindlichen Titelfigur die Folgen von Vernachlässigung.

Noch scheint das Leben des zehnjährigen Jack ( Ivo Pietzcker ) halbwegs in Ordnung zu sein. Während seine Mutter Sanna ( Luise Heyer ) mal wieder durch Abwesenheit glänzt, kümmert sich Jack liebevoll um seinen kleinen Bruder Manuel, macht das Frühstück und schmeißt den Haushalt. Aber dann drängt das Jugendamt Sanna dazu, Jack in ein Heim zu geben. Nur für kurze Zeit. Bald sind ja Sommerferien. Und dann könne Jack wieder zurück nach Hause. Allerdings hat Sanna wegen Partystress und Partnersuche auch zu Beginn der Ferien keine Zeit für ihre Kinder. Nach einem brutalen Streit mit einem anderen Heimbewohner reißt Jack aus, sucht seinen Bruder und streunert durch Berlin.

Nele Mueller-Stöfen (Buch) und Edward Berger (Buch und Regie) ist aus der verletzlichen Perspektive eines vernachlässigten Kindes ein intensives Drama gelungen, das seine Zuschauer von Anfang bis Ende gefangen hält. Diese Leistung gebührt zu einem beträchtlichen Teil dem sehr jungen Hauptdarsteller, der seine missliche Rolle mit einer natürlichen Mischung aus Trotz und Schicksalsergebenheit spielt. Darüber hinaus wirkt es sehr wohltuend, dass die Mutter trotz ihres krassen Fehlverhaltens in diesem Film nicht an den Pranger gestellt wird. Äußerst sehenswert!

Wertung: 6 von 6 Punkten.

Arte, Do., 1.12., 20.15 Uhr: „Jack“.


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