ZDF, heute, 20.15 Uhr Doku über Menschen mit Depression

Von Susanne Haverkamp

Uwe Hauck (49) ist depressiv und versucht wieder im Job Fuß zu fassen. Foto: ZDF/Wibke KämpferUwe Hauck (49) ist depressiv und versucht wieder im Job Fuß zu fassen. Foto: ZDF/Wibke Kämpfer

Vier Millionen Menschen in Deutschland sollen an einer Depression leiden. Mal mehr, mal weniger intensiv ausgeprägt. Die Reihe 37° begleitet zwei Betroffene. Heute um 20.15 Uhr im ZDF.

Keine Frage: Seit dem Suizid von Robert Enke ist das Thema Depression in der Gesellschaft angekommen. Nicht zuletzt die Medien haben dazu beigetragen: mit Fallbeispielen, mit Beiträgen in Wissenschaftsmagazinen und mit Expertengesprächen. Bei 37° kommen wieder einmal Betroffene zu Wort: Jana (28), Bloggerin aus Berlin, und Uwe (49), Familienvater und Informatiker aus Schwäbisch-Hall.

Ein Jahr lang hat die Autorin Wiebke Kämpfer die beiden immer wieder besucht, und herausgekommen ist ein Film, der in den 30 Sendeminuten wie so oft leider nur an der Oberfläche kratzen kann. In dem Jahr haben Jana wie Uwe gute und schlechte Phasen, stabile Zeiten und Rückfälle.

Klar wird: Heilbar ist die Krankheit nicht; man kann sie bestenfalls „im Griff“ haben: durch Medikamente, durch unterstützende Therapie, durch Alltagstricks . „Ich muss das Beste draus machen“, sagt Jana. „Garantien geben kann ich nicht“, sagt Uwe. Depressive Schübe bis hin zum Suizidversuch bleiben im Rahmen des Möglichen.

Gut ist für den Film, dass die beiden Hauptpersonen sehr unterschiedlich leben: Jana ist weitgehend allein mit ihrer Situation, Uwe hat Frau und drei Kinder. Die leiden mit, aber helfen auch mit. „Eine Familie kann das überstehen“, sagt Sibylle, Uwes Frau. Man hofft mit ihnen. Aber wer weiß, wie es ihnen heute geht?

Wertung: Vier von sechs Sternen