3sat zeigt 12 Filme in 6 Tagen Das starke Dutzend – der 3sat-Zuschauerpreis 2016


Osnabrück. Der erfahrene Fernsehzuschauer macht sich nicht die Mühe das viel zu umfangreiche Programm nach versteckten Perlen zu durchforsten – er wartet einfach auf den „3sat-Zuschauerpreis“, der am 25. November verliehen wird und in dessen Rahmen in den kommenden sechs Tagen auf 3sat zwölf herausragende Fernsehfilme gezeigt werden.

Felicitas Woll, die im vergangenen Jahr die Hauptrolle im Gewinnerfilm „Die Ungehorsame“ spielte, wird den 3sat-Zuschauerpreis 2016 präsentieren. Im Rahmen des 28. Fernsehfilmfestivals Baden-Baden wird außerdem der „Fernsehfilmpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste“ verliehen, um den die zwölf Filme konkurrieren. Die eine Hälfte der Filme wurde von der Akademie nominiert, die andere von ARD, ZDF, ARTE, ProSieben/Sat.1, ORF und SRF. In den nächsten Tagen stellt 3sat die ausgewählten Produktionen in den Mittelpunkt seines Abendprogramms, was ein strammes Pensum von zwei Filmen pro Abend ergibt.

Den Auftakt macht der österreichische Krimi „Wenn du wüsstest, wie schön es hier ist“ von Andreas Prochaska, der im ORF in der Reihe „Landkrimi“ erfolgreich lief und in Koproduktion mit Arte entstand. Im Anschluss steuert der Bayrische Rundfunk „Ein Teil von uns“ mit Brigitte Hobmeier bei, der gerade erst im Ersten TV-Premiere hatte.

Historie, Landleben, Medizin

Die Riege der nominierten Filme spannt den Bogen von historischen Stoffen über medizinische Dilemmata, bis hin zum ländlichen Drama. So setzt mit „Die Akte General“ (22.11. um 21.45 Uhr) bereits der dritte Film der letzten drei Jahre – nach „Im Labyrinth des Schweigens“ und „Der Staat gegen Fritz Bauer“ – dem hessischen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer (Ulrich Noethen), der gegen die Vertuschung nationalsozialistischer Verbrechen in der Ära Adenauer kämpfte, ein Denkmal. Auch der Beitrag aus der Schweiz „Lina“ (20.11. um 21.40 Uhr) und „Der verlorene Bruder“ (21.11. um 20.15 Uhr) entführen den Zuschauer in vergangene Zeiten: In die moralische Enge der 60er Jahre in der Schweiz und in die letzten Tage des Zweiten Weltkrieges.

Der einzige Wettbewerbsbeitrag eines privaten Senders, „Zwei Leben, eine Hoffnung“ (20.11. 20.15 Uhr) zeigt Annette Frier als Transplantationschirurgin, die zwischen zwei Patienten entscheiden muss, die eine neue Leber benötigen. „Nacht der Angst“ (24.11. um 21.45 Uhr) erzählt die Geschichte einer freiberuflichen Hebamme (Nina Kunzendorf), die vor Gericht beschuldigt wird das Leben eines Kindes aufs Spiel gesetzt zu haben.

Mit „Ein Geheimnis im Dorf – Schwester und Bruder“(21.11. Um 21.45 Uhr) und „Das Dorf des Schweigens“ (23.11. um 22 Uhr) spielen gleich zwei Filme im dörflichen Milieu und erzählen vom Einbruch der Vergangenheit in die Gegenwart.

Doch die deutsche Fernsehlandschaft wäre wohl kaum angemessen abgebildet, gäbe es keine Krimis zu sehen: „Das weiße Kaninchen“ (22.11. um 20.15 Uhr) thematisiert Cyberkriminalität gegen Minderjährige, während mit „Die Täter – Heute ist nicht alle Tage“ (23.11. um 20.15 Uhr) der starke erste Teil der NSU-Trilogie „Mitten in Deutschland“ das Entstehen der rechtsradikalen Terrorgruppe um Beate Zschäpe (toll und beängstigend: Anna Maria Mühe) beleuchtet. Beide Filme sind allerdings keine klassischen Krimis im Sinne des „Tatorts“, der selbstverständlich nicht fehlen darf: „Wer bin ich?“ mit Ulrich Tukur als Felix Murot ist wohl einer der ungewöhnlichsten und meistdiskutierten Filme der Reihe, spielt sich Tukur doch darin selbst und wirft damit einen augenzwinkernden Blick auf das Fernsehfilmbranche.

Voting im Internet oder per Telefon

Wie der Name schon sagt, entscheidet das Voting des TV-Publikums über den Gewinner des Zuschauerpreises. Im Internet oder per Telefon kann ab dem 19. November abgestimmt werden, nicht nur für einen Film. In Baden-Baden wird dann sowohl der Preis der Jury, als auch der Zuschauerpreis verliehen. Wer sich von der Fülle der TV-Perlen überfordert fühlt, kann sich damit trösten, dass die Festivalbesucher nicht sechs Tage Zeit für das tolle Dutzend haben, sondern nur vier. Neben dem „Fernsehfilmpreis der Deutschen Akademie der darstellenden Künste“ und dem 3sat-Zuschauerpreis werden auf dem Festival der Studentenpreis und in einem weiteren Wettbewerb der Nachwuchspreis MFG-Star vergeben.


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