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Nach einer wahren Geschichte NDR-Komödie „Plötzlich Türke“ funktioniert nicht

Mustafa (Vedat Erincin, l.) belügt Herrn Erdan (Yasar Cetin, r.) um Jim’s (Mitte, Oliver Konietzny) türkischen Pass zu bekommen. Foto: NDR/Jumping Horse Film GmbHMustafa (Vedat Erincin, l.) belügt Herrn Erdan (Yasar Cetin, r.) um Jim’s (Mitte, Oliver Konietzny) türkischen Pass zu bekommen. Foto: NDR/Jumping Horse Film GmbH

Osnabrück. Mit „Plötzlich Türke“ zeigt der NDR eine weitere Komödie aus seiner Nachwuchsreihe „Nordlichter“. Das Durchschnittsniveau der ersten Staffel kann der Film leider trotz der kuriosen Grundidee nicht halten.

Manchmal ist die Realität absurder als jeder Film. Die Geschichte von Cem Fertig, der durch Behördenversagen seine deutsche Staatsbürgerschaft verlor und darüber ein Buch schrieb, ist so ein Fall - was umgekehrt leider heißt, dass die Verfilmung nicht funktioniert. Man greife in die Kiste mit angestaubten Allgemeinplätzen und nehme: den (vermeintlich) sympathischen Loser, die nervige schwangere Freundin, den sprichwörtlichen Behördendschungel und fertig ist ein lustiger kleiner Film über... ja, worüber eigentlich? Jim heißt aufgrund eines Fehlers plötzlich Cem und ist türkischer Staatsbürger. Niemand kann oder will ihm helfen, und das funktioniert nur, weil alle Charaktere in diesem Film – Jim/Cem eingeschlossen – unglaubwürdige Witzfiguren sind. Dass die Grundidee wahr ist, ändert nichts daran, dass die Hauptfigur den Zuschauer nicht mitnimmt, viele Darsteller nicht mehr als Laienniveau zeigen und die Regie es nicht schafft mehr als Klamauk zu erzeugen. Zwar schafft Jim schließlich, was er will. Das dürfte den Zuschauer aber nur darum froh stimmen, weil es bedeutet, dass der Film endlich aus ist. Schade, böte doch gerade eine Nachwuchsreihe wie „Nordlichter“ die Chance aus dem Mittelmaß auszubrechen. Nach oben.

 

Wertung: 1 von 6 Sternen


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