Am Donnerstag im Ersten Neuer Usedom-Krimi „Engelmacher“ mit Katrin Sass

Von Marie-Luise Braun

Mutter und Tochter sind längst nicht immer einer Meinung: Karin (Katrin Sass, links) mit Julia (Lisa Maria Potthoff). Foto: NDR/Christiane PauschMutter und Tochter sind längst nicht immer einer Meinung: Karin (Katrin Sass, links) mit Julia (Lisa Maria Potthoff). Foto: NDR/Christiane Pausch

Osnabrück. Unter dem Titel „Engelmacher“ zeigt das Erste am Donnerstag den dritten Usedom-Krimi. Die Kommissarin und ihre Mutter werden wieder gespielt beiden von Lisa Maria Potthoff und Katrin Sass, die kürzlich ihren 60. Geburtstag feierte.

Viele Berichte hat es gegeben über Katrin Sass anlässlich ihres 60. Geburtstages am 23. Oktober. Wie fühlt sich das eigentlich an, wegen eines Wiegenfestes in der Öffentlichkeit zu stehen und nicht wegen der Rollen, die sie spielt? „Das ist ok, wir stehen nun mal in der Öffentlichkeit. Interviews zum Geburtstag, wollte ich allerdings nicht geben“, antwortet Katrin Sass im Gespräch mit unserer Redaktion. Dennoch sind Porträts über sie im Internet, in Zeitungen und Zeitschriften erschienen, womit sie sich unzufrieden zeigt. Gefeiert habe sie das Fest, wie es ihr eingegeben gewesen sei. „Mit Menschen, die ich an dem Tag bei mir haben wollte und die bei mir sein wollten“, sagt Sass knapp.

Zu sehen war die Schauspielerin, die 1956 in Schwerin geboren wurde, in den vergangenen Jahren mit etlichen erfolgreichen Produktionen. Große Bekanntheit erlangte sie im Kinohit „Goodbye Lenin“ an der Seite von Filmsohn David Brühl. Zuletzt war sie in der ARD-Reihe „Weißensee“ zu sehen, in der sie die regimekritische Liedermacherin Dunja Hausmann spielte.

Fünfter Teil schon gedreht

Kürzlich habe sie den fünften Teil der Usedom-Krimis abgedreht, im Frühjahr des kommenden Jahres sei sie für den sechsten Teil wieder auf der Insel, erzählt Katrin Sass: „Es ist eine schöne Zeit an der Ostsee mit tollen Kollegen.“

Dazu gehört auch Lisa Maria Potthoff, die in der Reihe ihre Tochter Julia Thiel spielt, eine Kommissarin. In der ersten Folge der Krimi-Reihe stießen die beiden nach Jahren ohne Kontakt wieder aufeinander. Wegen Mordes an ihrem Mann hatte Karin Lossow (Sass) im Knast gesessen, dann war die Ex-Staatsanwältin zurückgekehrt. Keine leichte Situation für die beiden, zumal sich Karin Lossow bisher in laufende Fälle ihrer Tochter eingemischt hat.

Abtreibungstourismus

In der jüngsten Folge „Engelmacher“ hat sich Karin Lossow sogar bei Julias Mann Stephan (Peter Schneider) und ihrer Enkelin Sophie (Emma Bading) einquartiert. Denn Julia hat nach einem schweren Unfall im Krankenhaus gelegen. In ihrem ersten Fall nach der Rückkehr muss Julia nach der Polin Jadwiga Gryn (Olga Kalicka) suchen, die entführt wurde.

Die Folge thematisiert den Abtreibungstourismus an der deutsch-polnischen Grenze und die daraus resultierenden Auseinandersetzungen. Zudem werden die familiären Konflikte fortgeführt. Und: Dieses Mal gerät Karin Lossow unter Mordverdacht. Denn Malgorzata Kaminska (Magdalena Boczarska), Ärztin und ehemalige Geliebte von Karins Mann, wird tot aufgefunden.

Die alten Wunden

Erneut müssen sich Mutter und Tochter dem stellen, was vor Jahren in der Familie passierte – was die Folge nicht unbedingt spannender, den Krimi nicht sehenswerter macht. Das gilt auch angesichts des Drehortes an der Grenze zu Polen, wo es andere, gesellschaftlich wesentlich aktuellere Themen zu finden gäbde als immer wieder in den Tiefen alter familiärer Wunden herumzuwühlen.

In zahlreichen Berichten über Sass liest man, dass sie einige Zeit ohne Engagement gewesen sei. Hat sie denn damals damit gerechnet, später wieder so gut ins Geschäft zu kommen? Darüber habe sie gar nicht nachgedacht, sagt Sass zunächst und ärgert sich dann über das, was über sie veröffentlicht wird: „Ach, da wird viel Falsches geschrieben. Es lief bei mir immer kontinuierlich weiter.“ Lediglich vor 18 Jahren habe es einen Einbruch gegeben. Damals hatte sie wegen Alkoholsucht ihre Rolle als Kommissarin im Polizeiruf 110 verloren. Auch direkt nach der Wende habe es eine kurze Pause gegeben: „Aber das ging uns allen so.“

CD mit eigenen Liedern

Dann sagt sie: „Man kann als Schauspieler nichts tun, nur sitzen und warten. Und sich ein zweites Standbein schaffen.“ Das sei für sie das Leben und im Leben zu sein. Sie lebe inzwischen ohne materielle Ziele und befasse sich mit Hypnose. Ein berufliches Ziel indes hat sie auch wieder ins Auge gefasst: Sie habe Pläne für eine weitere CD mit eigenen Liedern.

Der Usedom-Krimi: Engelmacher, Das Erste, Donnerstag, 10. November, 20.15 Uhr.


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