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„Bridget Jones‘ Baby“ Warum noch ein Film über Bridget Jones?


Berlin. 15 Jahre nach „Bridget Jones“ und sechs Jahre nach ihrem letzten Film schlüpft Renée Zellweger wieder in ihre Paraderolle. Ein Gespräch mit den Stars von „Bridget Jones‘ Baby“.

Zur Premiere von „Bridget Jones‘ Baby“ waren Renée Zellweger und Colin Firth, Patrick Dempsey und die Regisseurin Sharon Maguire in Berlin. Der Weg zum roten Teppich führte durch ein Hotelzimmer voller Journalisten, und alle hatten dieselbe Frage: Wozu braucht die Komödie des Jahres 2001 zwölf Jahre nach der ersten Fortsetzung noch den Teil 3?

„Geld“, sagt Maguire sofort, lobt dann aber schnell das Drehbuch. Auch sie hatte sich erst gegen die Fortsetzung gesperrt, sagt die Britin, die schon Teil 1 inszenierte. Und zwar weil bei dem Projekt nicht nur die Figuren eine unbequeme Bilanz ihrer Lebenspläne ziehen müssen – sondern auch sie selbst. „Als ich das Drehbuch aufgeschlagen hatte, musste ich aber sofort lachen.“ („Inferno“: Ist das der schlechteste aller Dan-Brown-Filme?)

Verdirbt „Bridget Jones 3“ die Freude am Original?

Auch Colin Firth hatte Zweifel: „Warum etwas verderben, das die Leute lieben?“, fragt er und spricht vom Übermaß misslungener Romantic Comedys. „In einigen hab ich ja sogar selbst mitgespielt!“ Trotz des Vorwurfs, nur die Marke auszubeuten, hat er sich für „Bridget Jones 3“ entschieden – gerade weil Zeit vergangen ist: „Ich hatte das schon beim zweiten Teil gesagt, als jeder nach dem nächsten fragte: Warum nicht warten, bis die Leute älter werden, anders aussehen und in einer neuen Lebensphase stecken!“

Im Fall von Bridget Jones heißt das: Ihr Liebeschaos wird in den Alltag einer Spätgebärenden transferiert. Die Heldin hatte Sex mit einem Unbekannten (Dempsey) und mit ihrem einstigen Mr. Right (Firth), ist jetzt schwanger und weiß nicht, von wem. Das größte Fragezeichen hinter „Bridget Jones‘ Baby“ war aber lange nicht die Vaterschaft, sondern die Hauptdarstellerin. Hugh Grant, der diesmal fehlt, lässt sich vielleicht durch Patrick Dempsey ersetzen. Ohne Zellweger aber hätte das Format nicht funktioniert – und die 47-Jährige hat sechs lange Jahre nicht gedreht. Warum eigentlich nicht und wieso ist sie nun wieder da? Dazu entlocken ihr auch ein gutes Dutzend Reporter nur Ungefähres. „Ich war nicht weg, ich habe nur was anderes als Filme gemacht“, sagt sie. Ein TV-Projekt zum Beispiel und den Neffen und Nichten beim Aufwachsen zusehen. Nimmt Zellweger jetzt die nächste Auszeit? „Ich weiß es nicht.“ Und kann sie sich „Bridget Jones 4“ vorstellen? „Vielleicht.“ Colin Firth zumindest wäre offen dafür, Mark Darcy auch als intubierten Greis zu spielen. Obwohl er befürchtet, die Idee schlägt zu sehr ins Arthouse-Kino. (Mehr Kino: Wie schlecht ist „Blair Witch 3“ wirklich?)

Ist Renée Zellweger zu dünn für Bridget Jones?

Firth und Zellweger haben abgenommen. Bei ihm betont es die Askese der hochkontrollierten Figur. Aber ist es im Fall von Bridget Jones nicht ein Bruch mit dem Markenzeichen des Unperfekten? Die Regisseurin hat eine gute Antwort: „Mir gefällt die Ironie, dass sie ausgerechnet dann schwanger wird, als sie ihr Idealgewicht erreicht hat.“ Ohnehin erweist sich Maguire als angenehm schlagfertig. Über die Arbeit mit zwei Oscar-Preisträgern (Firth und Zellweger) sagt sie, dass Regisseure die Fähigkeiten von sechs Therapeuten brauchen. Firths These von seinen fünf Gesichtern kommentiert sie: „Alle sehen gleich aus“; sie betont aber, dass sie im Schneideraum noch die Nuancen entdeckt hat. Und als ein Journalist (leider ich selbst) erwähnt, dass er für die schmutzigen „Bridget-Jones“-Witze ein Lexikon brauchte, antwortet Maguire unter allgemeinem Gelächter: „Sie mussten ‚massive cock‘ nachschlagen? Das tut mir leid!“




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