WDR-Reihe „Menschen hautnah“ Ungewollt kinderlos – und dann?

Von Susanne Haverkamp

Janine und Torben wünschen sich von ganzem Herzen ein Kind. Foto: WDRJanine und Torben wünschen sich von ganzem Herzen ein Kind. Foto: WDR

Osnabrück. Ungewollte Kinderlosigkeit: Viele Paare leiden darunter, nur wenige sprechen darüber. Janine und Torben schon – in der WDR-Reihe „Menschen hautnah“.

Wie findet das Fernsehen nur immer wieder Menschen, die sich bei den persönlichsten Dingen von der Kamera begleiten lassen? So wie Janine und Torben, die unbedingt schwanger werden möchten. Seit vier Jahren versuchen sie, ein Kind zu bekommen. Die Ärzte sagen: Auf natürlichem Weg wird das nichts, auch wenn beide noch unter 30 sind. Also wird das volle Programm im Kinderwunschzentrum ausgepackt. Und die Kamera ist immer dabei.

Auch als Janine zu Hause auf dem Sofa sitzt und auf den Anruf wartet: Hat der Versuch geklappt? Hat die befruchtete Eizelle überlebt? Ist sie schwanger? Nein! Tränen! Und alle schauen zu. Keine Frage: Der Sendetitel „Menschen hautnah“ ist erfüllt, ein bisschen voyeuristisch kommt man sich aber auch vor.

Zwei Jahre lang begleitet das Fernsehteam das junge Paar aus Ostwestfalen. Es blickt in den Kühlschrank, wo neben Butter und Marmelade ein ganzes Arsenal von Medikamenten steht. Es redet über Beziehungsstress, die Schwierigkeiten mit dem Sex, die Möglichkeit der Adoption. Und immer mehr über die Frage: Kann man auch ohne Kinder glücklich werden? Gerade den zweiten Teil des Films kann man deshalb als positive Entwicklung deuten: Weg von der absoluten Fixierung auf das eine Thema und den einen Lebenstraum. Hin zu Alternativen, die vielleicht zweite Wahl sind, aber auch nicht ganz schlecht.

Wertung: Vier von sechs Sternen

Menschen hautnah: Sehnsucht Kind, Donnerstag, 6. Oktober, 22.40 Uhr, WDR