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Ladislao José Biro im Doodle Ladislao José Biro: Vom Kugelschreiber zum Space Pen


Berlin. Ladislao José Biro? Wer ist das? 12 Fakten zum ungarischen Kuli-Erfinder Biro, den Google heute im Doodle feiert.

Ladislao José Biro – den Namen kennen in Deutschland nur Eingeweihte. In Großbritannien ist Biro jedem Kind bekannt – als umgangssprachliche Bezeichnung für den Kugelschreiber des ungarischen Erfinders. 12 Fakten zu Ladislao José Biro (29. September 1899 - 24. Oktober 1985), dessen 117. Geburtstag Google heute mit einem Doodle begeht.

Ladislao José Biro – vom Nachnamen zum Markennamen

Aus dem Familiennamen des Kuli-Erfinders Ladislao José Biro wurde nicht nur ein Markenname, sondern in Großbritannien, Australien und Italien sogar der allgemeine Begriff für Kugelschreiber. In Frankreich dagegen spricht man vom BIC, nach dem gleichnamigen Stift des Industriellen Marcel Bich. Das in Deutschland gebräuchliche Wort „Kuli“ wurde in den 20ern von Rotrings „Tintenkuli“ abgeleitet. (Zerg Rush, Tilt und Barrel Roll: Mit diesen Google Easter Eggs bringen Sie Ihre Kollegen zur Verzweiflung)

War Biro der Erste? Oder Galilei?

Zumindest die Idee des Kugelschreibers ist sehr viel älter als Ladislao José Biro. Angeblich soll schon Galileo Galilei Skizzen dazu angefertigt haben.

Was unterscheidet Ladislao José Biros Stift vom Space Pen?

Ein Werbecoup gelang Henry George Martin mit der Beobachtung, dass Bírós Kugelschreiber sich auch zum Einsatz in großer Höhe eignen: Im ersten Jahr lieferte sein Unternehmen 30.000 Kugelschreiber an die Royal Air Force. Im Weltall funktionierte allerdings erst der Space Pen, den der Amerikaner Paul C. Fisher 1965 entwickelte. Seine Spezialtinte wird mit dem Druck einer Gaspatrone aufs Papier gebracht. (Verbotene Doodles: Die geheimen Regeln der Google-Gags)

Biros Kuli als YouTube-Star

Zu den lustigen YouTube-Fundstücken zum Thema Kugelschreiber gehören die Pen-Tapping-Videos von Schülern, die mit ihrem „Biro“ virtuose Trommelwettbewerbe veranstalten.

Wie General Motors Ladislao José Biro düpierte

Der umtriebige Ladislao José Biro fuhr Autorennen und trieb auch hier den Fortschritt voran. 1932 entwickelte er ein automatisches Pkw-Getriebe und verkaufte das Patent an General Motors. GM baute allerdings weiter hydraulische Getriebe und hielt das Patent nur, um den Markt für eine alternative Technik zu unterdrücken.

Google feiert Ladislao José Biro heute, Argentinien feiert jedes Jahr

Argentinien, das Land in dem Ladislao José Biro nach seiner Emigration lebte, feiert seinen Geburtstag, den 29. September, als Tag der Erfinder. (Google verdoodelt den eigenen Geburtstag – was ist faul daran?)

Der Deo-Stift ist auch nur ein großer Biro-Kugelschreiber

Der Deo-Stift ähnelt dem Kugelschreiber von Ladislao José Biro nicht nur, er geht tatsächlich auf ihn zurück. Bíró wollte sein Kugelsystem auch für Parfüms einführen, scheiterte aber bei der Markteinführung.

Wie kam Ladislao José Biro auf die Idee zum Kuli?

Die Idee zum Kugelschreiber soll Ladislao José Biro gekommen sein, als er die Walzen einer Zeitungsdruckerei betrachtet hat – deren Funktionsweise er im Kugelschreiber gewissermaßen en miniature fortdenkt. Biro war Anfang der 30er Jahre bei der Wochenzeitung „Előre“ beschäftigt. (Was passiert, wenn man bei Google die Zahl 241543903 sucht?)

333 Zentimeter – der längste Kugelschreiber der Welt

Von diesem Format konnte Ladislao José Bíro nur träumen: 2009 verzeichnete das Guinness-Buch der Rekorde den 333 Zentimeter langen und acht Kilogramm schweren Kugelschreiber von Olaf Fügner als den größten seiner Art. Für den Rekord musste eine eigene Farbpaste angefertigt werden, die in der Riesendimension funktioniert.

Fast hätten die Faschisten Biros Patente gehabt

Im mit Hitler-Deutschland verbündeten Ungarn litt Biro zunehmend unter dem Antisemitismus. Seine Familie emigrierte 31. Dezember 1938 nach Frankreich, einen Tag vor Inkrafttreten eines Gesetzes, das Biro untersagt hätte, seine Patente mit ins Ausland zu nehmen. Nach dem deutschen Einmarsch flohen die Biros weiter nach Argentinien.

Ein Brite machte Biros Erfindung zum Alltagsgegenstand

In Argentinien produzierte Biro sieben Millionen Kugelschreiber im Jahr. Zum globalen Alltagsgegenstand wurde der Kugelschreiber aber erst in der Hand von Henry George Martin, der die Patentrechte von Ladislao José Biro erwarb und den Kugelschreiber ab 1944 vom englischen Reading aus als Massenprodukt vermarktete.

Der Erfinder-Clan um Ladislao José Biro

Ladislao José Biro war nicht der einzige Erfinder seiner Familie. Schon Bírós Vater, hauptberuflich als Zahnarzt tätig, entwickelte nebenher Gerätschaften für die eigene Praxis. Und an der Erfindung des Kugelschreibers arbeitete Biro mit seinem Bruder György zusammen. (Transsibirische Eisenbahn: Doodle zum 100. Jahrestag der Fertigstellung)



László József Bíró oder Ladislao José Bíro, wie er in seiner zweiten Heimat Argentinien heißt, ist der Erfinder des Kugelschreibers . Google feiert den 29. September 2016, seinen 117. Geburtstag, mit einem Doodle.

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