„Tatort“ mit Jan Josef Liefers „Tatort“ heute Abend aus Münster: Muss Boerne sterben?

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js Osnabrück. Der „Tatort“ kommt heute Abend zum 30. Mal aus Münster: „Feierstunde“ ist nicht nur witzig, sondern auch spannend. Und ein Feuerwerk des Jan Josef Liefers.

Da sitzt ein Mann bei seiner Psychotherapeutin und kündigt an, den verhassten, weil üppig mit Fördergeldern ausgestatten Forscherkollegen Professor Boerne umzubringen. Nicht mal zweieinhalb Minuten später liegt Boerne (Jan Josef Liefers) in seinem eigenen Blut, mit einer Punpgun hingerichtet direkt im Anschluss an einen vor Eitelkeit triefenden Vortrag.

Kurz darauf ist klar: Es war nur die Fantasie des erfolglosen Professors Harald Götz (Peter Jordan). Realer ist da schon der gewaltsame Tod von Götz‘ Ehefrau – sie wird im Rollstuhl durch einen Pumpgun-Schuss ins Gesicht getötet. Nach zehn Minuten ist in diesem Münster-„Tatort“ mehr Blut geflossen als sonst in einer ganzen Folge. Kommissar Thiel (Axel Prahl) verdächtigt natürlich Götze, dessen Therapeutin abwinkt.

Spannung und Witz

Regisseur Lars Jessen liefert auch mit seinem zweiten Münster-„Tatort“ keine billige Aneinanderreihung von Schenkelklopfern ab, sondern gibt dem Film schnell eine dramatische Wendung. Und tatsächlich: Es gelingt ihm eine geradezu perfekte Vermischung, ein rasanter Wechsel von Spannung und Witz. Mit einem wieder mal grandiosen Jan Josef Liefers, der beide Facetten in einer einzigen Sekunde abrufen kann.

Boerne durchlebt und durchleidet in diesem Krimi die brenzligsten Situationen aus 30 Folgen, aber nicht nur deshalb gehört „Feierstunde“ ganz sicher zu den besten „Tatorten“ aus der westfälischen Provinz, die zugleich Krimi-Metropole ist. 3500 Menschen überzeugten sich davon schon vor zwei Wochen bei der Open-Air-Premiere des Krimis vor dem Münsteraner Schloss.

Echte Steigerung

Natürlich ist der ganze Plot mal wieder komplett an den Haaren herbeigezogen – nichts anderes erwartet das Publikum vom „Tatort“ aus Münster. Aber was alle Beteiligten daraus gemacht haben, kann sich über anderthalb Stunden wirklich sehen lassen.

Regisseur Lars Jessen hat bereits 2008 mit der Kieler „Tatort“-Folge „Borowski und die einsamen Herzen“ ein Gespür für Spannung bewiesen. „Die chinesische Prinzessin“ (2013), sein bislang einziger „Tatort“ aus Münster, war allerdings weder sonderlich witzig noch spannend. Das ist die „Feierstunde“ eine echte Steigerung.

Weiterlesen: So war der „Tatort: Die chinesische Prinzessin“

Neue Rekordquote?

Wie immer wird sich auch an diesem Sonntag die Frage stellen, ob Boerne und Thiel mal wieder ihren eigenen Quotenrekord in die Höhe schrauben können. Nachdem die Folge „Schwanensee“ am 8. November letzten Jahres mit 13,63 Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von 35,7 Prozent den Vogel abgeschossen hatte, war zuletzt Schluss mit den ewigen Steigerungen: „Ein Fuß kommt selten allein“ sahen am 8. Mai dieses Jahres „nur“ 12,69 Millionen, der Marktanteil aber war mit 37,1 Prozent noch besser als bei „Schwanensee“. Die „Feierstunde“ hätte es verdient, dass nun erstmals die 14-Millionen-Marke geknackt wird.

Weiterlesen: Rekordquote für „Schwanensee“.

Tatort: Feierstunde - ARD, Sonntag, 25. September, 20.15 Uhr

Wertung: 5 von 6 Sternen


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