Nach einer wahren Begebenheit „Liebe bis in die Nacht“: Dröger und flacher Spielfilm

Uhrmacher Jean (Mathieu Simonet) und die adlige Anna (Gaëlle Bona) finden sich nach fünf Jahren wieder. Foto: Arte/RTS Philippe ChristinUhrmacher Jean (Mathieu Simonet) und die adlige Anna (Gaëlle Bona) finden sich nach fünf Jahren wieder. Foto: Arte/RTS Philippe Christin

Osnabrück. In der Schweizer Produktion „Liebe bis in die Nacht“ erzählt Drehbuchautorin Noémie Kocher auf Arte von der Geisteskrankheit ihrer Großmutter.

Es waren schwierige Zeiten damals, als der junge Schweizer Uhrmacher Jean 1917 die reiche Anna von Rohr kennen und lieben lernt. Wobei die Klassenunterschiede zwischen ihnen nicht die gravierendsten Probleme waren. Denn nach der Hochzeit muss Jean feststellen, dass seine Frau psychisch krank ist. Etwas, was Anfang des 20. Jahrhunderts ein noch größerer Makel war als heute. Anna wird in ein Sanatorium eingewiesen, ist schizophren . Doch die Liebe der beiden bleibt bestehen.

So knapp ließe sich eigentlich schon die Handlung dieses 91-Minüters zusammenfassen. Die nach der wahren Geschichte der Großeltern der Drehbuchautorin Noémie Kocher entstandene Schweizer Produktion plätschert jedoch trotz des spannenden Themas als reichlich dröger Edelkitsch vor sich hin. Erzählt wird nach dem Motto „Und dann geschah das, und dann das, und dann das“, inszenatorische Ideen findet man nicht.

Dafür darf im Hintergrund dann nervendes Klaviergeklimper die Gefühle steuern, während die Figuren so flach bleiben wie bei Rosamunde Pilcher . Ein Film so pathetisch wie sein Titel, das Thema wirkt verschenkt. Schade um die guten Darsteller, vor allem Gaëlle Bona als Anna. Sie hätten besseres verdient.


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