Comicserien von Marvel im Überblick Marvel-Serien: Wer sind Daredevil und die Agents of S.H.I.E.L.D.?


Osnabrück. Comichelden sind nur was für die Kinoleinwand, mit viel Action und Krach? Die Serien zu Superhelden aus dem Verlagshaus Marvel beweisen das Gegenteil: tiefgründig, düster, aber auch humorvoll und mit spannenden Charakteren überzeugen „Daredevil“ auf Netflix und die „Agents of S.H.I.E.L.D.“. Welche Comicserien es von Marvel insgesamt gibt, worum es geht und wo man sie sehen kann, erfahren Sie in unserem Überblick.

  • Erfolg auf Netflix: „Daredevil“, der Teufel von Hell‘s Kitchen
  • Ableger der Superheldentruppe „Avengers“: Die „Agents of S.H.I.E.L.D.“ rekrutieren die Superhelden von morgen
  • Frauenpower ohne Superheldenkstüm: „Jessica Jones“ ermittelt undercover in New York
  • Serien in Planung: „Der Punisher“, „Luke Cage“, „Iron Fist“, „The Defenders“
  • Abrufbar bei verschiedenen Streaming-Portalen wie Netflix und Amazon
  • Erfolg und Weiterentwicklung im Überblick
  • Wie hängen die Serien zusammen?

Welche Serien gibt es von Marvel?

Am bekanntesten sind die Serien „Agents of S.H.I.E.L.D.“ und „Daredevil“. Außerdem gibt es noch „Agent Carter“ und „Jessica Jones“. Neu beziehungsweise in Planung sind „Punisher“, „Luke Cage“, „Iron Fist“ und „The Defenders“.

Die „Agents of S.H.I.E.L.D.“ und „Agent Carter“ werden für den US-Sender ABC produziert, die anderen sind eine Zusammenarbeit von Marvel Television und Netflix.

Worum geht es?

„Agents of S.H.I.E.L.D.“ thematisiert die Arbeit der Geheimagenten um Phil Coulson, der im Film „Marvel’s The Avengers“ gestorben ist und urplötzlich in der ersten Staffel der Agents wieder auftaucht. Seine Geschichte ist der rote Faden der Serie, dazu müssen sich die Agents im Team Menschen gegenüberstellen, die ihre Superkräfte für finstere Machenschaften nutzen. Ab der zweiten Staffel hängen die einzelnen Folgen mit einem neuen Themenschwerpunkt mehr zusammen und schlagen neue Kapitel im Marvel-Universum auf. Die Hauptrollen spielen unter anderem Clark Gregg (wie auch in „Marvel‘s Avengers“), Chloe Bennet und Ming-Na Wen.

Captain Americas große Liebe

In „Agent Carter“ wird quasi die Vorgeschichte zu den „Agents of S.H.I.E.L.D.“ erzählt, sie gründete die Geheimorganisation. Peggy Carter tauchte im ersten Film über „Captain America“ auf, die Serie erzählt ihre Geschichte weiter, nachdem der Captain nach dem Zweiten Weltkrieg für tot erklärt wurde. Der Charme der späten 40er-Jahre der Serie überzeugte allerdings nur hartgesottene Fans, die schlechten Einschaltquoten veranlassten den Sender ABC, die Sendung nach 18 Folgen und zwei Staffeln abzusetzen. In den Hauptrollen: Hayley Atwell und James D‘Arcy. (Weiterlesen: Captain America 3: Civil War ab Oktober auf DVD und Blu-ray)

Der Teufel von Hell‘s Kitchen

„Daredevil“ handelt vom blinden Anwalt Matt Murdock, der mithilfe spezieller Fähigkeiten nachts Bösewichte im New Yorker Stadtteil Hell’s Kitchen bekämpft. Im Marvel-Universum sticht diese Serie aufgrund ihrer düsteren Erzählweise hervor, es gibt keine strahlenden, sondern nur gebrochene Helden. Besonders bei Fans sorgte „Daredevil“ für einen Überraschungshit und ist eine der am meisten angesehenen Serien bei Netflix. „Daredevil“ wird verkörpert von Charlie Cox, sein Gegenspieler aus Staffel 1, Wilson Fisk, wird gespielt von Vincent D‘Onofrio. (Weiterlesen: Marvel‘s Daredevil Staffel 2: Warum die Netflix-Serie so gut ist)

Anti-Held geht in Serie: der „Punisher“

In der zweiten Staffel von „Daredevil“ tauchte der „Punisher“ als Gegenpart des Superhelden Matt Murdock auf, die Begeisterung von Produzenten und Fans sorgte nach dem Auftritt von Jon Bernthal für einen eigenen Ableger. Die Serie „Der Punisher“ soll im nächsten Jahr Premiere feiern, obwohl sie einst als zu gewalttätig für den US-Markt angesehen wurde. Der Erfolg durch „Daredevil“ ebnete dem „Punisher“ aber den Weg. In die Hauptrolle schlüpft, wie in „Daredevil“ auch, Jon Bernthal („The Walking Dead“). (Weiterlesen: Marvel’s Daredevil auf Netflix: Wer ist der Punisher?)

Frauenpower in Hell‘s Kitchen

Die Serie „Jessica Jones“ stellt erneut eine von wenigen Superheldinnen im Marvel-Film-Universum in den Mittelpunkt: Jones arbeitet in New York (ebenfalls Hell’s Kitchen) als Privatdetektivin und wird von ihrer Vergangenheit als Superheldin eingeholt. Auch hier ist das besondere Prädikat die düstere Atmosphäre sowie die fluchende und trinkende Heldin, die unter einer posttraumatischer Belastungsstörung leidet und von Krysten Ritter authentisch verkörpert wird.

Neue Helden beschützen New York

„Luke Cage“ und „Iron Fist“ sind zwei weitere Superhelden, die zu „Daredevil“, Jessica Jones und dem Punisher nach Hell’s Kitchen dazu stoßen sollen. Luke Cage ist den Zuschauern bereits aus Jessica Jones bekannt und wird von Mike Colter gespielt. „Iron Fist“ wird ganz neu in das Marvel-Serien-Universum eingeführt, die Hauptrolle hat Fin Jones ergattert („Game of Thrones“).

Wie hängen die Serien zusammen?

„Daredevil“, „Punisher“, „Jessica Jones“, „Luke Cage“ und „Iron Fist“ bekämpfen das Böse in New York und werden in einer weiteren Serie als Superheldenteam „The Defenders“ zusammenarbeiten. In der zweiten Staffel von „Daredevil“ wurde kurz Jessica Jones erwähnt und der „Punisher“ vorgestellt. Weitere Zusammenhänge sollen in den anderen Serien erkennbar sein, direkte Auswirkungen aufeinander könnten aber erst in „The Defenders“ sichtbar werden. (Weiterlesen: Alle Planungen für das Marvel-Film-Universum im Überblick)

Um es ganz kompliziert zu machen: Alle genannten Superhelden, die auf Netflix das Böse bekämpfen, sind zwar offiziell aus dem Hause Marvel, gehören aber nicht zum Marvel-Film-Universum und damit auch nicht zu den „Avengers“. Bis jetzt zumindest, die Fans geben die Hoffnung noch nicht auf, dass auch „Daredevil“ und Co. in „Avengers: Infinity War“ auftauchen. Das heißt auch, dass die Handlungen in den Filmen um die Avengers noch keine Auswirkungen in diesen Serien haben. (Weiterlesen: Avengers 3: Disney ändert Titel – und auch die Handlung?)

„Avengers“ mit Einfluss auf die „Agents“

Anders ist es bei den „Agents of S.H.I.E.L.D.“: Produzent und Autor Joss Whedon, der auch Regie beim ersten Abenteuer der „Avengers“ geführt hat, setzt in der ersten Staffel einen unerwarteten Handlungsstrang um Agent Coulson fort. Auch die weiteren Filme um „Iron Man“, „Thor“, „Captain America“ und die „Avengers“ („Age of Ultron“) beeinflussen die Handlung der Serie. Umgekehrt hat die Serie keinen Einfluss auf die Filme, die Superhelden um Iron Man glauben immer noch, dass Coulson tot ist.

„Agent Carter“ thematisiert hauptsächlich die Ereignisse nach dem Verschwinden von Captain America und beleuchten ein paar Hintergründe zur Organisation Hydra und S.H.I.E.L.D.

Alle Serien können unabhängig voneinander angesehen werden, wer aber kein Fan von den „Avengers“-Filmen und Captain America ist, sollte die Finger von den Agents und Agent Carter lassen.

Zusammenführung mit den X-Men?

Streng genommen muss noch eine Marvel-Serie erwähnt werden: „Legion“ soll 2017 anlaufen und vom psychisch kranken Sohn von Professor X handeln. Die Serie ist allerdings Teil der Filmreihe um die Superhelden „X-Men“. Die Mutanten gehören zwar zum Marvel-Universum, allerdings nur im Bereich der Comics. Die Filmrechte liegen zurzeit noch bei Sony, so dass Disney diese Helden nicht in das Marvel-Film-Universum aufnehmen kann. Momentan verhandeln die beiden Konzerne um die Rechte, einen Erfolg konnte Disney bereits verbuchen: Spider-Man gehört künftig zu den „Avengers“ und damit Disney. Ob die X-Men auch demnächst zum MCU gehören, ist noch offen. Daher ist „Legion“ zwar eine Marvel-Serie, aber keine, die mit den oben genannten oder mit den Filmen um die Avengers zusammenhängt.

Wo kann man die Serien sehen?

„Agents of S.H.I.E.L.D.“: Bisher sind zwei Staffeln komplett auf Deutsch ausgestrahlt worden, Staffel 3 läuft zurzeit auf RTL Crime. Auf DVD ist in Deutschland bislang nur die erste Staffel erschienen, Staffel 2 kann in deutscher Synchronisation über Amazon Video gekauft werden. Dort ist Staffel 3 auch im Originalton erhältlich.

  • „Daredevil“: Staffel 1 und Staffel 2 bislang nur beim Streamingdienst Netflix, der die Serie auch produziert. Angeblich sollen die beiden veröffentlichten Staffeln demnächst auch auf DVD erscheinen.
  • „Jessica Jones“: Wie „Daredevil“ ist die Serie nur auf Netflix abrufbar, bislang ist eine Staffel erschienen. Eine zweite Staffel ist in Planung.
  • „Luke Cage“: Wie die beiden anderen Kollegen aus „Hell’s Kitchen“ ist auch „Luke Cage“ ein Netflixprodukt und deshalb auch nur dort anzusehen. Staffel 1 läuft dort ab dem 30. September 2016.
  • „Iron Fist“: Das vierte Marvel-Serienkind von Netflix, das zurzeit gedreht wird. Der Ausstrahlungstermin ist zurzeit unbekannt, angestrebt wird Frühjahr 2017.
  • „Agent Carter“: Ein Fehlschlag für das Marvel-Serien-Universum, die Serie um Captain Americas große Liebe Peggy Carter wurde nach zwei Staffeln abgesetzt. Staffel 1 ist als DVD und Blu-ray verfügbar und wurde auf dem Sender Syfy ausgestrahlt. Staffel 2 ist bislang nur bei Amazon Video im Originalton erhältlich, Syfy strahlte sie ab Mai dieses Jahres aus.

Wie geht es mit den Serien weiter?

„Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D.“ ist die langlebigste Serienadaption zurzeit, es gibt momentan drei Staffeln. Im März dieses Jahres wurde die Produktion einer vierten Staffel bekannt gegeben.

Agent Carter wurde abgesetzt, es ist unwahrscheinlich, dass es einen Sender gibt, der die Serie weiterführen wird. Die dritte Staffel von „Daredevil“ wurde in Auftrag gegeben, allerdings steht der Sendetermin nicht fest. Ein Jahr lag zwischen den ersten beiden Staffeln, es ist aber möglich, dass im nächsten Jahr zuerst die erste Staffel vom „Punisher“ veröffentlicht wird und es erst 2018 mit „Daredevil“ weitergeht.

Dazu kommen noch die zweite Staffel von „Jessica Jones“, der Start von „Iron Fist“ und die Superheldenzusammenkunft „The Defenders“. Alle bislang ohne Ausstrahlungstermin. „Luke Cage“ geht ab 30. September 2016 an den Start, wie es nach der ersten Staffel weitergeht, steht ebenfalls noch in den Sternen.


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