YouTube-Star Alexander Prinz „Der Dunkle Parabelritter“: Frech und frei zum Erfolg

Von Harald Keller

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Nicht nur im Internet ein Star: Beim diesjährigen Wacken Open Air schart der 21 Jahre alte Alexander Prinz (Mitte), auf Youtube als „Der Dunkle Parabelritter“ bekannt, die Fans um sich. Foto: Harald KellerNicht nur im Internet ein Star: Beim diesjährigen Wacken Open Air schart der 21 Jahre alte Alexander Prinz (Mitte), auf Youtube als „Der Dunkle Parabelritter“ bekannt, die Fans um sich. Foto: Harald Keller

Osnabrück. Anpacken, aber anders – so lautet die Devise des populären YouTube-Kolumnisten Alexander Prinz, der als „Der Dunkle Parabelritter“ zum Web-Star geworden ist. Seine Themen findet er im Bereich des Heavy Metal, erreicht aber auch ein Publikum weit jenseits der Nische.

Der Weg durch die Budengasse auf dem Gelände des Wacken Festivals ist mühsam. Zäher Schlick hindert die Schritte. Zudem wird Alexander Prinz alle paar Meter angesprochen. „Der Parabelritter“, ruft es von irgendwoher, und schon scharen sich die Jünger, stellen Fragen, wollen ein gemeinsames Foto. „Ich bin ja selbst schuld daran“, kommentiert Prinz im Gespräch mit unserer Zeitung. „Dann muss ich auch damit klarkommen.“

Seine Popularität verdankt der 21-Jährige seinem Web-Kanal Der Dunkle Parabelritter auf der Videoplattform YouTube. Der Name spielt an auf eine Episode aus seiner Schulzeit, als er, damals großer Fantasyfan, in einer Freistunde mit Zeigestock und Parabelschablone gegen einen Mitschüler zu Felde zog.

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Kleine Comedy-Einlagen

Anfangs verarbeitete er in seinen YouTube-Beiträgen eigene Erlebnisse zu kleinen Comedy-Einlagen. Und weil Prinz seit seinem elften Lebensjahr Heavy Metal hört – die Initialzündung lieferte das Album „A Twist in the Myth“ von Blind Guardian – sprach er auch dieses Thema irgendwann an. Prompt schossen die Zugriffszahlen in die Höhe. Die Metal-Kolumne war geboren und wurde alsbald erweitert um Festivalberichte, Interviews und mehr. Der freche Humor und die Selbstironie blieben erhalten und gehören dazu, wenn Prinz die hässlichsten Plattencover aller Zeiten zerpflückt oder das bunte Treiben auf der Hauptstraße von Wacken erforscht. Aber der Parabelritter beherrscht auch andere Töne, so wenn er sich kritisch mit rechtsradikalen Tendenzen im Black Metal befasst.

25000 Kilometer im Jahr

Da deutet sich an, dass Alex Prinz eigentlich Lehramt studiert. Lachend räumt er ein: „Mit Leuten reden und Leute belehren, das ist ganz klar mein Ding.“ Seinen Abschluss will er auf jeden Fall machen. Aber eine Zukunft in den publizistischen Medien schließt er nicht aus. In diesem Jahr hat er sein Arbeitsfeld erweitert und den Web-Titel silence-magazin.de gegründet. Dazu kam es, weil er die vielfältigen Aufgaben, die sein Videokanal mit sich bringt, allein nicht mehr bewältigen konnte. Vor allem im Sommer ist er pausenlos unterwegs, er absolviert sportliche 25000 Kilometer im Jahr. Videodrehs, soziale Medien, Recherchen – all das beansprucht ihn rund um die Uhr. Freizeit kennt er nicht. Und immer häufiger wird er selbst um Interviews gebeten.

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„Ich habe ‚Silence‘ mit dem Hintergedanken gegründet, auch mal Termine abgeben zu können“, erklärt Prinz. Neun Redakteure arbeiten am Standort Halle für das Magazin, weitere Autoren sind über ganz Deutschland verteilt. Die Finanzierung läuft über die Plattform Patreon. Die ermöglicht periodische wie auch Einzelzuwendungen der Nutzer. Als Gegenleistung gibt es bestimmte Prämien – Sonderverlosungen, spezielle Eintrittskarten, exklusive Fanartikel und vieles mehr. Dieses Modell erlaubt den Herausgebern, auf Werbung zu verzichten und ihre Unabhängigkeit zu wahren. Prinz denkt schon weiter, er kann sich eine gedruckte Ausgabe vorstellen. Dort würde er ein gewisses Maß an Werbung hinnehmen, damit das Heft erschwinglich bleibt.

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„Es wird immer mehr gelesen“

Dem Vorurteil, dass Jugendliche und speziell Metal-Fans nicht lesen, widerspricht er vehement. „Es wird immer mehr Text fabriziert und gelesen. Nur die Art des Mediums hat sich verändert.“ Wichtig ist ihm, sich von etablierten Medien zu unterscheiden. Man müsse die Dinge „neu durchdenken, anders anpacken.“ Er hat dabei neben den Inhalten auch die kulinarischen Qualitäten der Texte im Sinn, hat für seine Autoren ausführliche Richtlinien erstellt und achtet auf deren Einhaltung. „Ich finde es wichtig, dass man die volle Sprachbreite begreift, dass man damit spielen kann, dass Bilder erzeugt werden.“

Die Arbeit vor der YouTube-Kamera wird er beibehalten. Auch dem Fernsehen ist er nicht abgeneigt. Im Gegenteil: „Ich hätte da Lust drauf. Das fände ich spannend.“

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