Problem der Co-Abhängigkeit Intensive „37°“-Doku über Alkoholismus

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„Ich habe kein eigenes Leben mehr“, sagt Stefanie über ihren Alltag mit einem alkoholabhängigen Ehemann. Seit Jahren versucht sie, das Bild der „heilen Familie“ aufrecht zu erhalten. Foto: ZDF/Arne Wolter„Ich habe kein eigenes Leben mehr“, sagt Stefanie über ihren Alltag mit einem alkoholabhängigen Ehemann. Seit Jahren versucht sie, das Bild der „heilen Familie“ aufrecht zu erhalten. Foto: ZDF/Arne Wolter

Osnabrück Die intensive „37°“-Dokumentation über Alkoholismus beim Ehepartner (ZDF, Di., 22.15 Uhr) greift auch das schwer greifbare Problem der Co-Abhängigkeit auf.

Flaschen pflastern diesen Weg. Die 37-jährige Stefanie zeigt dem Kamerateam eine weitere leere Cognacflasche am Straßenrand. Die sei mit Sicherheit von ihm, ihrem Mann. Der schwer Alkoholkranke trinke auf dem Weg vom Supermarkt nach Hause die erste Flasche quasi gleich auf ex. Im Glauben, sie merke nicht, wie viel Alkohol er wieder eingekauft habe. Aber das ist nur das kleinste Problem der Mutter zweier Kinder, die täglich mit Angstgefühlen nach der Arbeit ihre Wohnungstür aufschließt. Alles Hoffen und Bangen hat nichts genützt. Soll sie, kann sie überhaupt noch die Reißleine ziehen – um ihrer selbst willen?

Filmautor Martin Buchholz begleitet zwei auf den ersten Blick unterschiedliche Fallbeispiele, die neben der schweren Alkoholsucht des Partners eine Gemeinsamkeit aufweisen: die so genannte Co-Abhängigkeit . Dieses schwer greifbare und deswegen umso verhängnisvollere Problem wird häufig viel zu spät von den betroffenen Angehörigen erkannt. Buchholz beleuchtet in seiner von intensiver, aber unaufdringlicher emotionaler Nähe geprägten Dokumentation nicht nur schmerzhafte exemplarische Momentaufnahmen, sondern liefert situationsbedingt auch lösungsorientierte Ansätze. Doch die erfordern ein hohes Maß an Kraft.


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