Doku zu Ausbeutung von Au-pairs Schockierend: „Billigkraft statt Babysitter“

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Die Au-pair-Retterinnen Susanne Flegel (links) und Maritta Grammatopoulos (Mitte) holen ein gestrandetes chinesisches Mädchen aus dem Frankfurter Rotlichtviertel ab. Foto: NDR/6w-Film/MätzigDie Au-pair-Retterinnen Susanne Flegel (links) und Maritta Grammatopoulos (Mitte) holen ein gestrandetes chinesisches Mädchen aus dem Frankfurter Rotlichtviertel ab. Foto: NDR/6w-Film/Mätzig

Osnabrück. In der NDR-Doku „Billigkraft statt Babysitter“ zeigt Michael Nieberg, wie Au-pairs von deutschen Gastfamilien als billige Arbeitskräfte ausgebeutet werden. Der schockierende Befund: Eine staatliche Kontrolle der vorgeschriebenen Arbeitsbedingungen findet nicht statt.

Die derzeit beobachtbare Renaissance des Nationalismus macht den Austausch zwischen Kulturen wichtiger denn je – etwa durch Au-pairs, die aus dem Ausland kommen, um in Gastfamilien für ein Taschengeld beispielsweise als Babysitter tätig zu werden, in erster Linie aber Sprache und Kultur des Gastlandes kennenlernen sollen. Dass der weitgehend rechtsfreie Raum, in dem sich Au-pairs bewegen, immer öfter zur Ausbeutung der jungen Gäste einlädt, davon berichtet die NDR-Doku „Billigkraft statt Babysitter“.

Michael Nieberg begleitet in seinem Film Susanne Flegel und Maritta Grammatopoulos, die sich neben ihrem eigentlichen Beruf als Au-pair-Vermittlerinnen immer häufiger als ehrenamtliche Helferinnen engagieren. Sie schätzen, dass 95 Prozent der Problemfälle auf private Online-Vermittlungen zurückgehen, bei denen die Kontrolle ungleich schwerer fällt. Doch auch die Bundesagentur für Arbeit hält sich bedeckt, was Probleme angeht. Obwohl man eine Notfall-Hotline anbietet, will man keine Häufung von Hilferufen festgestellt haben.

Welche Maßnahmen etwa von politischer Seite helfen könnten, beleuchten die Filmemacher nicht näher. So zeigt die Doku zwar eine weitere Spielart von Ausbeutung, bleibt aber leider bei der Erzeugung von Mitleid für die geschilderten Einzelfälle stehen.

Billigkraft statt Babysitter,

Freitag, 8. Juli, 21.15 Uhr, NDR

Wertung: Vier von sechs Sternen


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