Fiese Fragen an den Moderator Jörg Thadeusz: Schwarzer Anzug, rote Socken


Berlin. Ein Gespräch mit RBB-Moderator Jörg Thadeusz ist höchst unterhaltsam - nicht nur im Fernsehen, sondern auch auf der Terrasse. Kostproben seines Humors:

Es gibt Menschen, die Jörg Thadeusz für den besten Moderator von Gesprächssendungen im deutschen Fernsehen halten. Das kann man nachvollziehen, wenn man sich mal seinen Polit-Talk „Thadeusz und die Beobachter“ oder das halbstündige Vier-Augen-Gespräch „Thadeusz“ im RBB Fernsehen ansieht. Bei Letzterem stellt der Moderator seinen Gästen immer sieben „fiese Fragen“ – bei unserem Gespräch im Berliner Literaturhauscafé muss er sich selbst einigen fiesen Fragen stellen und erzählt lustige Anekdoten aus seinem Leben:

Herr Thadeusz, meine erste Frage ist unverschämt, gemein und ein „No-Go“, wie Sie mal gesagt haben. Ahnen Sie schon was?

Was Politisches? Vielleicht so eine Frage, wie sie fürs US-Visum immer gestellt wird: Waren Sie an irgendwelchen Menschenrechtsverbrechen beteiligt? (lacht)

Falsch. Ich würde gern wissen: Sind Sie dicker geworden?

Über die Jahre auf jeden Fall, das ist ganz erschütternd. Wir haben sogar einen Trailer für meine Sendung austauschen müssen, weil die Leute immer sagten: Jörg, der Mann, der da durch diese umfallenden Buchstaben läuft, sieht ja ganz anders aus... Und dann kommt meisten so ein Nachsatz wie „Du hattest ja viel mehr Haare“. Wenn ich mir Aufnahmen von 2006 oder 2007 ansehe, muss ich schon feststellen, dass dieser Spielraum zwischen Hemdkragen und Hals irgendwann auf der Strecke geblieben ist.

Sie selbst stellen Ihren Gästen ja immer sieben fiese Fragen. Ist die nach Ihrem Gewicht noch fies oder schon mies?

Ich muss mich doch alles fragen lassen. Bei Männern darf man das auch, bei Frauen würde ich das nicht machen.

Hatten Sie schon mal ein Interview, das Ihr Gesprächspartner nach der ersten Frage abgebrochen hat?

Das nicht, aber ich habe bei Eins live mal eine bittere Lektion lernen müssen. Da hatten wir Franka Potente zu Gast, und ich war sehr aufgeregt, weil ich Franka uneingeschränkt toll fand, Ihr Geliebter und alles für sie sein wollte. Andererseits wollte ich aber auch sehr cool sein. In der Woche zuvor hatte es im „Spiegel“ eine Geschichte gegeben, in der irgendwas Kritisches über sie stand. Und dann habe ich sinngemäß gesagt: „Gar nicht so toll Ihre Presse im Moment, Frau Potente.“ Von da an befanden wir uns in einer unangenehmen Schräglage, das ganze Gespräch ist mies gelaufen. Die Stimmung war einfach schlecht, weil sie wohl dachte, ich sei mal wieder einer dieser Medienheinis, die ihr nur eins überbraten wollen.

Was haben Sie daraus gelernt?

Dass es keine gute Idee ist, gleich zum Einstieg ins Gespräch jemandem mit dem nackten Hintern ins Gesicht zu springen. Mittlerweile ist es für mich geradezu zu einer Anschauung geworden. Im deutschen Fernsehen ist es ja nicht mehr üblich, dass man die Leute für das feiert, was sie Tolles gemacht haben.

Bevor Sie bei Radio und Fernsehen gelandet sind, haben Sie als Müllpresser, Rettungssanitäter und Liegewagenschaffner gearbeitet. Wo war’s am schönsten?

Rettungsdienst. Das war das mit Abstand Tollste, das ich gemacht habe. Und es war in mancherlei Beziehung geradezu identitätsstiftend, denn es war der Punkt, an dem aus einem blasierten arroganten Abiturienten ein erwachsener Mann geworden ist. So etwas passiert, wenn man Verantwortung übernehmen muss und keinen anderen Schuldigen als sich selbst finden kann. Bis irgendwann meine Oma gesagt hat: Jörg, das kann doch nicht dein Ernst sein. Du hast Abitur, und du gehst studieren.

Das Studium haben Sie dann ja geschmissen – also keine abgeschlossene Berufsausbildung?

Stimmt, ich habe nichts. Das ist doch fürchterlich. Manchmal denke ich: Wenn die mich jetzt rausschmeißen, was mach ich dann nur? Ich saß mal mit Axel Bulthaupt zusammen, wir beide sind ja auf dem Level „Zum Kai Pflaume hat’s leider nicht gereicht“. Und Axel erzählte mir dann von seiner Landkarte mit den Autohäusern um Leipzig und Dresden herum und sagte: Du kannst die Gegend da oben haben (lacht).

Wieso Autohäuser?

Das ist die letzte Station für einen Moderator, wenn er anfängt, Autohäuser zu eröffnen und zu sagen: Meine Damen und Herren, diesen Wagen kriegen Sie nirgendwo besser als in Elsterwerda. Was wir in diesem Zusammenhang dann auch diskutiert haben, ist so ein Job, bei dem man ein Mikrofon umhängen hat und mit dem Gesichtsausdruck „Ich hätte ein Großer werden können“ Gemüsehobel verkauft (lacht).

Ich habe nicht den Eindruck, dass Sie wegen der fehlenden Berufsausbildung an sich zweifeln.

Das lässt mich nicht an mir zweifeln, aber ich finde es oft schade. Journalismus ist ein schöner Beruf, aber es gibt auch viele Gründe, an Medientätigkeiten zu zweifeln. Und ich kann eben nicht sagen: Okay, dann mache ich jetzt doch eine Anwaltskanzlei auf. Für die meisten Berufsausbildungen ist es jetzt zu spät – vielleicht könnte ich ja als Koch noch was hinkriegen. Diese Sehnsucht nach einer Zäsur und etwas ganz anderes zu machen, das kann ich mir sehr gut vorstellen.

Ihre Mutter hat als Friseurin gearbeitet, Ihr Vater war Eisenbahnelektriker.

Ja, und ich habe vor ein paar Jahren bei der Recherche für einen Roman mal bei einem Edelfriseur am Ku’damm ein Praktikum gemacht, weil ich das, was ich bei meiner Mutter erlebt hatte, mal mit der heutigen Zeit abgleichen wollte. Sie können sich gar nicht vorstellen, welche Reaktionen das auslöst, wenn da ein kahlköpfiger Mittvierziger mit einem Besen in der Hand in der Ecke steht. Ich durfte ja nichts machen außer Kaffee bringen und fegen. Man merkte richtig, wie Leute dachten: Oh, das ist bestimmt einer aus der JVA, der resozialisiert wird.

Mittlerweile moderieren Sie sehenswerte Sendungen im Fernsehen und tragen dabei gelegentlich zum dunklen Anzug knallrote Socken.

Das habe ich mir von Uli Wickert abgeguckt. Ich habe mal in irgendeiner Sendung neben ihm gesessen und gesehen, dass er rosa Socken trug. Er sagte mir, er könne diese schwarzen Dinger nicht mehr sehen. Und mir ging es genauso: Die Schublade ist schwarz von diesen Socken, die beim Waschen dann immer grauer werden. Farbige Socken sind viel lebensfroher, mittlerweile habe ich auch grüne und blaue. Das macht auch beim Einkaufen viel mehr Spaß.

Apropos grün: Sie waren schon als Schüler Mitglied bei den Grünen – und mussten die Partei dann mit 22 unfreiwillig verlassen. Was ist damals passiert?

Ich bin zusammen mit meinem Freund Lutz als reaktionärer Frauenfeind ausgeschlossen worden.

Nicht wirklich, oder?

Na ja, wir haben Sachen erzählt, die dem gesunden Menschenverstand entsprachen. Es war die Zeit, in der manche Grüne Sex mit Kindern liberalisieren wollten. Als geschäftsführender Kreisvorstand bekamen wir von einer solchen Initiative einen Unterstützungsantrag. Wir fanden das nicht okay, und dann hieß es ganz schnell, wir seien totale Spießer. Wir waren damals so eine Art Südwest-Grüne, also wie die Leute, die heute in Baden-Württemberg das Sagen haben. Es waren aber auch viele lächerliche Alt-68er dabei, etliche davon aus dem Kommunistischen Bund Westdeutschlands, die bei den Grünen eine neue Heimat gefunden hatten, ein merkwürdig verlogenes Hippie-Dasein propagierten und unglaubliche Intrigen inszenierten. Die ließen sich natürlich auch davon provozieren, dass wir Anzüge trugen und aussahen wie zwei Typen von der Jungen Union.

Mittlerweile bezeichnen Sie sich ja selbst gelegentlich als Spießer.

Ich bin halt sehr konservativ, diese ganzen linken Antworten sagen mir heute nichts mehr. Vieles ist Gewäsch, auch im Journalismus. Da gibt es eine sehr ungünstige Ideologie, die unbedingt nach dem Negativen sucht und bei vielen Menschen ein ängstliches Weltbild hinterlässt.

Zum Beispiel?

Joschka Fischer. Dessen Geschichte wird nicht erzählt als die des Selfmademans, der er ist. Das wird nicht genug bewundert.

Warum?

Da kommt einer aus einer Metzgerfamilie in Baden-Württemberg, wird Taxifahrer, schmeißt sein Studium, wirft mit Molotowcocktails auf Polizisten – und wird am Ende Außenminister der Bundesrepublik Deutschland. Das ist doch eine tolle Erfolgsgeschichte. Aber die erzählen wir nicht, sondern fangen an, daran rumzumäkeln.

Wer oder was stört Sie noch?

Heribert Prantl hat ein Gespräch mit dem Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts erfunden, darüber geschrieben – und wird vom Leiter Innenpolitik bei der „Süddeutschen Zeitung“ zum Leiter Innenpolitik der „Süddeutschen Zeitung“. Was ist mit den ganzen Leuten, die in Fernsehen, Radio und Zeitungen definitiv Falschbehauptungen gegen Christian Wulff aufgestellt haben? Und mit den Leuten von der „Süddeutschen Zeitung“, die bei Jörg Kachelmann, als der Mann schon am Boden lag, immer noch nicht ihre Häme im Zaum halten konnten? Und mit den Leuten, die zugelassen haben, dass eine Skandalnudel wie Alice Schwarzer sich über die deutsche Justiz stellt. Hätte das einer von diesen AfD-Nazis getan, wäre die Empörung groß, aber bei der? Kachelmann ist ruiniert, und Alice Schwarzer stellt sich hin und sagt: Ist mir doch egal, was das Gericht sagt – ich weiß es besser. War sie etwa dabei? Und dann stellt sich auch noch raus, dass sie es mit den Steuern auch nicht ganz so ernst genommen hat.

Sie reden sich in Rage.

Das widert mich regelrecht an, das ist doch Wildwuchs. Als Politiker könnte ich mir diese ganzen gravierenden Fehler niemals erlauben.

Das alles erklärt aber nicht, warum Sie sich als Spießer bezeichnen.

Was ist Spießertum? Ich lasse mir keinen Bart wachsen, und ich fahre einen Golf, der sieben Zentimeter höher ist als normal, weil man dann leichter einsteigen kann. Und wenn ich könnte, würde ich im Urlaub immer in dieselben Orte fahren – wobei mein persönliches Umfeld das allerdings torpediert (lacht).

Wohin würden Sie denn fahren?

Washington D.C. und Conil de la Frontera in Spanien. Das sind die beiden Orte, an die ich mich sehne. Aber ich fahre ja sowieso immer nach Amerika, in den letzten sechs Jahren war ich 55-mal da.

Auf Ihrer Facebook-Seite weht die amerikanische Flagge...

Wenn ich ein junger Mann wäre, würde ich nach Amerika auswandern. Mir gefällt die Inspiration durch den nach wie vor vorhandenen Can-do-Spirit. Mir gefällt diese Freiheit, auch die unterschiedlichsten und bizarrsten Positionen zuzulassen. Meinungsfreiheit ist ja nicht die Freiheit zu sagen, dass man die SPD gut findet. Und Freiheit ist ganz sicher nicht nur das, was Heiko Maas mir erlaubt.

Ist Ihnen Donald Trump lieber?

Für den müsste eine Steigerung von ekelerregend erfunden werden. Ich habe Hillary Clinton 2007 mal in einer Turnhalle in Iowa erlebt – und ich war hingerissen von ihr. Ich bin Ausländer und darf sie gar nicht wählen, aber ich war überwältigt von der Klugheit dieser Frau.

Aber sie hat die Wahl noch nicht gewonnen. Muss man sich Sorgen um Amerika machen?

Nein, ich mache mir überhaupt keine Sorgen. Und wenn Trump Präsident würde, dann wäre er halt Präsident. Richard Nixon war auch Präsident der Vereinigten Staaten.

Die Vorstellung eines Präsidenten Trump ist doch gruselig.

Wir haben immer Spaß an Untergangsfantasien – man darf dabei nur nicht vergessen: Hier gab’s Faschismus, nicht da drüben. Und hier gab’s eine sozialistische Diktatur, nicht in den USA. Deren Demokratie ist über 250 Jahre alt, die haben sie uns unter Blutzoll hierhin gebracht. Ich würde gerne mal wissen, welcher Mensch aus Regensburg oder Wilhelmshaven bereit wäre, sich in kaltem Wasser in einem Landungsboot absetzen zu lassen, um die Vereinigten Staaten vom Faschismus zu befreien.

Ist das der Unterschied?

Ja. Hier würde Margot Käßmann zusammen mit Konstantin Wecker ein Buch herausgeben, ganz viele Studienrätinnen über 50 kaufen sich das und glauben, sie hätten damit friedenspolitisch etwas geleistet.

Reden wir über was anderes. Wie oft passiert es, dass jemand Ihren Nachnamen falsch ausspricht – also mit sch wie Schule statt mit scharfem s wie Kuss?

Ständig. Gerade erst bei einer Veranstaltung in Neuss kam ich auf die Bühne, und die junge Frau da sagte: Herr, Herr...Tateutz. Mein Bruder liebt es am meisten, wenn es wie im Griechischen „Tatäos“ ausgesprochen wird. Das ist ziemlich oft richtig schön falsch.

Sie haben am 11.11.11 geheiratet – war das Ihre Idee?

Na ja, ich war ja unmittelbar beteiligt. Aber es war meine Frau, die diese Daten immer toll fand, und wir hatten ja schon einige von denen verstreichen lassen.

Haben Sie irgendwann mal mit dem Gedanken gespielt, nach der Heirat...

...schwul zu werden? Ja. (lacht)

Soll’s auch geben.

Tatsächlich hatten meine Frau und ich direkt vor der Trauung einen schrecklichen Streit. In dem Moment, in dem wir in die Kirche gingen, haben wir nicht miteinander gesprochen. Wir haben aber beide immerhin „Ja“ gesagt, und ich täte das augenblicklich wieder.

Können Sie sich vorstellen, in Ihrem Leben noch mal eine andere Frisur zu tragen als die, die Sie jetzt haben?

Dann müsste ich ja schon Perücke oder einen Fiffi tragen. Ich könnte mir die Haare auch an den Seiten lang wachsen lassen, aber dann käme obendrauf immer noch nichts. Das sähe dann aus wie ein umgedrehtes Kressetöpfchen. Ich glaube nicht, dass ich das möchte. Wenn’s noch weniger wird, dann kommt alles ab, also nur noch so eine Art Haarschatten bleibt.

Was haben Sie, das Anne Will, Sandra Maischberger und Frank Plasberg nicht haben?

Fragen Sie das besser umgekehrt. Ich bewundere Anne Will, ich bewundere Sandra Masischberger, und ich bewundere vieles an Frank Plasberg. Was der macht, wenn mal wieder Wahl war, sich alle bei ihren Wählern bedanken wollen und er aber nur drei oder vier Minuten hat, ist großartig. So etwas gibt es nicht bei Frank Plasberg. Der stellt die da hin, und die antworten nur auf die Fragen, die er beantwortet haben will. Bei Anne Will bewundere ich diese Kontrolle, die Souveränität und ihren Charme. Wenn ich neben ihr sitze, bin ich auf schöne Weise hypnotisiert, ohne gekifft zu haben. Und Sandra Maischberger ist ein bisschen die Combat-Sandra. Mit ihr kann man sich auf eine Art und Weise zoffen, als wenn Hund und Katze auf die Wiese kommen – das muss Ärger geben. Aber das geschieht immer auf der Grundlage großer Sympathie. Ich habe ihr schon vor 15 Jahren Bewunderungsbriefe geschickt.

Viele Leute sagen, es sei Zeit für eine Thadeusz-Gesprächssendung im Ersten. Scheitert es daran, dass der RBB unter den ARD-Sendern eher in der Zweiten Liga spielt?

Wir haben ja nachgewiesen, dass wir locker eine Gesprächssendung auf Bundesliga-Niveau machen können. Das ist keine Kunst und keine Geheimwissenschaft. Aber der RBB ist tatsächlich klein – wir haben 5,5 Millionen Gebührenzahler, der WDR 17,5 oder sogar 18. Wir kriegen also auch nur den Teil des Kuchens, der da ist. Aber mit dem wenigen Geld, das wir haben, machen wir tolle Dinge. Für mich ist der rbb der Zauberwald der ARD. Wir machen Radio Eins, das ist wirklich spektakuläres Radio für öffentlich-rechtliche Verhältnisse, mit einer Hörerschaft, nach der sich andere die Finger lecken würden. Und wir machen tolle Fernsehsendungen – wo dürfte ich meine Sendungen sonst machen?

Es gibt von Ihnen den Satz, dass Sie gerne berühmter wären, am liebsten so berühmt wie Barbara Schöneberger.

Berühmt sein ist super. Das hat was mit Legitimation zu tun – man moderiert eine Veranstaltung, und niemand fragt sich: Warum steht dieser Mann da vorne?

Sind Sie eingeschnappt, wenn Sie im Supermarkt oder Restaurant nicht erkannt werden?

Das wäre sehr problematisch, denn ich werde erschütternd oft nicht erkannt. Ich könnte ja mal sagen „Wissen Sie eigentlich, wer ich bin?“. Und wenn die Antwort dann „Nein“ lautet, würde ich sagen: „Ich bin ein extrem berühmter Regional-Fernsehmoderator“ (lacht). Das Durchschnittsalter meiner Zuschauer ist 62 Jahre, und Sie kennen mich nicht – was ist denn mit Ihnen los? Meine Berühmtheit hält sich in sehr engen Grenzen, aber ich habe immerhin einmal in der Woche ein sehr schönes Erlebnis: Die Frau an der Brottheke im Kaiser’s kriegt immer ein Autogramm von mir, und ich freue mich, wenn sie mich erkennt. Aber das ist noch nicht die schönste Geschichte.

Sondern?

Ich bin mal im Zug gefahren und habe mich mit einer Gewerkschafterin unterhalten, die mir von ihrem Beruf erzählt hat. Irgendwann fragt sie mich: Was machen Sie denn beruflich? Und ich sage: Ich bin beim Fernsehen. Da guckt sie mich an und sagt aus dem Affekt heraus: Muss man dafür denn nicht gut aussehen? (lacht) Vielleicht hat sie ja sogar recht: Würde ich so gut aussehen wie Alexander Bommes, säße ich möglicherweise schon im Ersten. Und wenn ich so hübsch wäre wie Frank Plasberg...kaum auszudenken.

Alle großen Samstagsinterviews lesen Sie hier.


Jörg Thadeusz

wird am 10. August 1968 als Sohn einer Friseurin und eines Eisenbahnelektrikers in Dortmund geboren. Er studiert Geschichte, macht aber keinen Abschluss. Anschließend leistet er seinenZivildienst als Rettungssanitäter und hängt aus Freude an diesem Job noch ein paar Monate dran, bevor er 1991 als Reporter und Moderator zum Radio geht und bei 1 Live, N-Joy und anderen NDR-Sendungen zu hören ist. Dem Radio bleibt er bis heute treu, moderiert lange auf Radio eins in Berlin und stößt im kommenden September zum Moderatorenkader von WDR 2.

Seit 1999 ist Thadeusz auch im Fernsehen zu sehen, ein Jahr später wird er für seine Außenreportereinsätze bei der WDR-Sendung „Zimmer frei!“ mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Er moderiert drei Jahre lang die NDR-Satiresendung „extra3“ und ist seit Ende 2005 Gastgeber der rbb-Sendung „Thadeusz“, in der er im Laufe der Jahre über 400 Vier-Augen-Gespräche mit Prominenten führt. 2013 kommt ebenfalls beim rbb die Sendung „Thadeusz und dieBeobachter“ dazu, ein kurzweiliger Talk mit Journalisten über aktuelle Themen. Zudem tritt er auch als Buchautorin Erscheinung.

Am 11. 11. 2011 heiratet Thadeusz in seiner Heimatstadt Dortmund die ein Jahr jüngere ARD-Journalistin Anna Engelke. Mit ihr zusammen schreibt er das Buch „Die Vereinigten Zutaten von Amerika“. Das kinderlose Paar lebt in Berlin.

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