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Erste Hinweise und Ergebnisse? Aktenzeichen XY: Vermisste aus Drage im Ausland gesehen?

Von Daniel Benedict

„Aktenzeichen XY ... ungelöst“: Bringt der Beitrag zum Vermisstenfall in Drage neue Hinweise und Ergebnisse? Rudi Cerne hat im „Aktenzeichen“-Spezial „Wo ist mein Kind“ noch einen Versuch gemacht. Foto: Matthias Balk/dpa„Aktenzeichen XY ... ungelöst“: Bringt der Beitrag zum Vermisstenfall in Drage neue Hinweise und Ergebnisse? Rudi Cerne hat im „Aktenzeichen“-Spezial „Wo ist mein Kind“ noch einen Versuch gemacht. Foto: Matthias Balk/dpa

Berlin. „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ sucht nach neuen Hinweisen im Vermisstenfall Drage. Erstes Ergebnis: Zuschauer wollen Sylvia und Miriam Schulze im Ausland gesehen haben. – Auch auf das Flüchtlingskind Aref gibt es Hinweise.

Als „den Vermisstenfall des Jahres 2015“ präsentiert „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ die Suche nach Sylvia und Miriam Schulze, die am 22. Juli 2015 im niedersächsischen Drage verschwunden sind. Ihr zunächst ebenfalls vermisster Vater wurde tot in der Elbe geborgen, offenbar nach einem Selbstmord. Hat er auch seiner Frau und der zwölfjährigen Miriam das Leben genommen? Haben Mutter und Tochter sich womöglich ins Ausland abgesetzt? Um in dieser Frage zu einem Ergebnis zu kommen, bittet Michael Düker von der Polizei Harburg im „Aktenzeichen XY-Spezial: Wo ist mein Kind“ mögliche Zeugen um Hinweise. (Fall Peggy nach dem Knochenfund: Neue Fahndung bei „Aktenzeichen XY ... ungelöst“)

„Aktenzeichen XY ... ungelöst“: Leben Sylvia und Miriam Schulze aus Drage noch?

Hat Marco Schulze Frau und Kind umgebracht, bevor er sich selbst getötet hat? Ist die Mutter womöglich mit der Tochter im Ausland untergetaucht? Im Einspieler von „Aktenzeichen XY“ sind Angehörige und Freunde uneins. Die Mutter von Marco Schulze glaubt nicht, dass ihr Sohn ein Täter ist: „Wir sind alle der Meinung, Familie, Freunde, dass mein Sohn ihr nichts angetan hätte – weil er sie geliebt hat“, sagt sie. „Ich bin der Meinung, dass Sylvie mit Miriam alleine weggefahren ist.“ Eine Freundin der Familie berichtet allerdings von einem Streit, in dem der Vater für den Fall einer Trennung mit Selbstmord gedroht hat. Was glaubt die Polizei? „Ich möchte die Hoffnung wirklich nicht aufgegeben“, sagt Michael Düker von der Polizei Harburg zur Frage, ob Mutter und Tochter noch leben, womöglich im Ausland. „Es deutet leider gar nichts darauf hin, sodass wir eher davon ausgehen müssen, dass sie tot sind.“ (Aktenzeichen XY: Skandale, Ergebnisse, gelöste Fälle)

Die Rätsel im Vermisstenfall Drage bei „Aktenzeichen XY“

Der Ermittler stellt im Gespräch mit Rudi Cerne noch einmal die zentralen Fakten zum Fall vor. Am Tag des Verschwindens von Sylvia und Miriam Schulze will eine Zeugin die Familie am Seppenser Mühlenteich gesehen und Schreie gehört haben. Tatsächlich finden Suchhunde Spuren der gesamten Familie Schulze am Ufer. Nur die des Vaters führen vom See wieder weg. Trotzdem hält Düker es für unwahrscheinlich, dass hier ein Verbrechen geschehen ist. Nach der Rekonstruktion des Tagesablaufs hätte Marco Schulze nur 30 Minuten gehabt, um an dem belebten Ausflugsort seine Angehörigen zu töten und dann auch noch spurlos verschwinden zu lassen. Um Klarheit zu erlangen, will der Ermittler vor allem erfahren, wo die Schulzes sich am 22. Juli 2015 aufgehalten haben. Gibt es weitere Zeugen, die sie am See oder in einem ihrer beiden Autos bemerkt haben? Sind Sylvia und Miriam Schulze nach dem Tag, womöglich sogar nach dem Tod des Vaters noch gesehen worden? Bilder der Familie Schulze aus Drage und Aufnahmen der Autos, in denen sie gesehen worden sein könnten, stellt „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ online bereit.

Erste Ergebnisse: In der Nacht berichtet das ZDF im Teletext von Reaktionen auf den Beitrag. Danach wollen mehrere Zuschauer Sylvia und Miriam Schulz im Ausland gesehen haben. Der Sender erinnert in diesem Zusammenhang an den Umstand, dass die Mutter kurz vor ihrem Verschwinden den Schulspind der Tochter vollständig ausgeräumt hatte. Zur Stichhaltigkeit der Zuschauer-Hinweise gibt es bislang keine Einschätzung; zumindest haben die Ermittler nun neue Anhaltspunkte denen sie nachgehen können. („Aktenzeichen XY“ vom April 2017: Erste Ergebnisse im Mordfall Bögerl)

Wo ist der Flüchtlingsjunge Aref?

Ein weiterer Fall bei „Aktenzeichen XY“ ist der Junge Aref. Gerade erst hat der Vierjährige die Flucht aus Afghanistan überstanden und ein vermeintlich sicheres Gastland erreicht – da geschieht die Katastrophe: Am 4. April 2016 verschwindet das Kind im hessischen Ort Wanfried. Die Eltern von Aref sind persönlich im Studio von „Aktenzeichen XY“ und wenden sich direkt an einen möglichen Entführer: „Ich möchte denjenigen, der möglicherweise mein Kind entführt hat, bitten, mein Kind zurückzugeben. Ich würde auch eine große Belohnung geben. Es wäre für mich ein Wunder, Aref wiederzuhaben. Bitte, geben Sie mir mein Kind“, sagt die Mutter. Ob tatsächlich ein Verbrechen geschehen ist oder ob Aref Opfer eines Unfalls wurde, ist für die Ermittler noch offen. Trotzdem gibt es einen konkreten Fahndungsaufruf. Gesucht wird ein etwa 60 Jahre alter Mann, dessen BMW X5 am Tag von Arefs Verschwinden mehrfach in Wanfried gesehen wurde. Sogar Arefs Mutter selbst hat der Mann im Vorbeifahren rätselhafte Zeichen gegeben. Eine Frau, die zu ihm ins SUV gestiegen sein soll, wird ebenfalls gebeten, sich zu melden. Auf Hinweise zum Verbleib Arefs ist eine Belohnung von 3000 Euro ausgelobt. Fotos von Aref und ein Phantombild des gesuchten Mannes sind auf der Seite von „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ abzurufen.

Erste Ergebnisse: In der ersten Abfrage während der Sendung nennt Alfred Hettmer vom LKA München zwei erwähnenswerte Hinweise. Ein Anrufer meint den per Phantombild gesuchten Mann zu erkennen und macht Angaben, die eine Überprüfung der Person ermöglichen. Außerdem glaubt eine Frau, den Mann und das Kind vor wenigen Wochen in einem Berliner Lokal gesehen zu haben. Hettmer betont, dass erst umfangreiche Untersuchungen den Wert der Aussagen erweisen werden.

Seit 20 Jahren vermisst: Fall Annika bei „Aktenzeichen XY“

Vor 20 Jahren ist die elfjährige Annika Seidel verschwunden, als sie in Kelkheim den 500 Meter langen Weg zum Zoogeschäft allein zurücklegte. Ihre Mutter ist vor neun Jahren gestorben, ohne je erfahren zu haben, was aus ihrem Kind wurde. Eine Zeugin hat das Mädchen am 10. September 1996 womöglich bei einem Auto mit osteuropäischem Kennzeichen gesehen. Ein anderer Zeuge glaubt, Annika noch in den Feldern der näheren Umgebung gesehen zu haben, als sie schon vermisst wurde. Und 2008 fällt einem Bekannten der Familie auf, dass eine Frau am Grab des verstorbenen Vaters von Annika steht und das Grablicht entzündet. Die Polizei stellt DNA-Spuren sicher, die allerdings einem Mann zugeordnet werden. Andreas Nickel von der Kripo Hofheim glaubt nach all dem nicht mehr an ein Wiedersehen mit Annika. Dass die heute 31-Jährige noch lebt, widerspräche „jeder kriminalistischen Wahrscheinlichkeit“. Trotzdem hat die Polizei ein Aging-Foto von Annika Seidel anfertigen lassen, um zu veranschaulichen, wie die Vermisste heute aussehen könnte. Auf der Website von „Aktenzeichen XY“ ist es anzusehen. Kennt jemand diese Frau?

Wer hat Inga aus Stendal gesehen?

Am 2. Mai 2015 macht die fünfjährige Inga Gehricke mit ihren Eltern und drei Geschwistern einen Ausflug zum Diakoniewerk Wilhelmshof bei Stendal. Beim Holzsuchen im ausgedehnten Wald verschwindet das Kind. Zunächst glauben die herbeigerufenen Polizisten, dass das Mädchen sich nur verirrt hat. Nach der Suche mit Helikoptern und Wärmekameras werden die Ermittler pessimistischer. Später stoßen Spürhunde auf eine Spur des Kindes – an einer Autobahn, 50 Kilometer vom Ort des Verschwindens entfernt. Wer hat das Kind am 2. Mai 2015 oder danach noch gesehen? Ein Bild von Inga Gehricke, das noch am verhängnisvollen Tag entstanden ist, stellt das ZDF online bereit. (Hier geht’s zum Bericht über die „Aktenzeichen XY“-Folge mit Kate und Gerry McCann.)

Was ist zwei 26-Jährigen in Tschechien zugestoßen?

Seit der Nacht zum 12. September 2015 sind die beiden 26-Jährigen Andreas Leitner und Maximilian Baumgartner aus dem österreichischen Grenzort Zwettl an der Rodl spurlos verschwunden. Die Freunde hatten abends gefeiert und sind offenbar nachts noch nach Tschechien gefahren. Eine Polizeikamera erfasst den silbernen Citroen BX von Max Baumgartner etwa um 3 Uhr früh. Eine Zeuge glaubt, die beiden noch im tschechischen Vyssi Brod gesehen zu haben. Danach verliert sich dier Spur der beiden. Bei „Aktenzeichen XY“ weist der zuständige Ermittler nur die Unfallthese zurück: „Dann hätten wir den Wagen gefunden.“ Sind die jungen Männer freiwillig untergetaucht? Wurden sie Opfer eines Verbrechens? Informationen zur vermuteten Route und Fotos von Andreas Leitner und Maximilian Baumgartner sind online beim ZDF verfügbar.

Mediathek und nächste Sendung: „Aktenzeichen XY ... ungelöst“

Wer die Beiträge der Juni-Ausgabe von „Aktenzeichen XY“ noch einmal sehen möchte, kann die Folge für kurze Zeit noch in der ZDF-Mediathek abrufen. Fahndungsfotos und Personenbeschreibungen stehen regelmäßig auf der Homepage von „Aktenzeichen XY“ bereit. Die nächsten Folgen:

  • „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ am 13. Juli 2016,
  • „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ am 3. August 2016,
  • „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ am 1. September 2016 (abweichend an einem Donnerstag),
  • „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ am 5. Oktober 2016,
  • „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ am 26. Oktober 2016 (mit der Sonderausgabe „Vorsicht Betrug“),
  • „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ am 16. November 2016.

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