„Ein perfektes Leben“ auf Arte Amoklauf-Film: „Ich töte euch, weil ich euch liebe“


Osnabrück. Im Januar 1993 lief Jean-Claude Romand Amok. Darauf und auf dem Sachbuch „Amok“ von Emmanuel Carrère basiert der Spielfilm „Ein perfektes Leben“, den Arte am Mittwoch, 29. Juni, um 20.15 Uhr zeigt.

Jean-Marc (Daniel Auteuil) führt ein perfektes Leben: Der Mediziner hat einen tollen Job, eine schöne Frau, ein großes Haus, tolle Kinder und ist in Familie und Freundeskreis hoch anerkannt. Das Problem ist nur: Sein Leben basiert auf einer Lüge. Die ist lange her, aber hält trotzdem alles zusammen. Und als sie aufzufliegen droht, sieht Jean-Marc keinen anderen Weg als Amok zu laufen - aus Liebe, wie er sagt.

Wechsel über zwei Ebenen

Der Spielfilm von Nicole Garcia beruht auf dem wahren Fall von Jean-Claude Romand aus dem Jahr 1993, über den der bekannte französische Autor Emmanuel Carrère das Sachbuch „Amok“ schrieb. Der Film wechselt ständig zwischen  zwei Ebenen ab: die letzten Wochen vor dem Unglück und die Momente unmittelbar nach der Katastrophe. Dieser Wechsel zwischen der Getriebenheit von Jean-Marc und der unerträglichen Ruhe nach dem Sturm, beschwört eine Atmosphäre von bedrohlicher Hilflosigkeit und Spannung herauf – selbst wenn man das Ergebnis von Anfang an kennt.

Premiere schon 2002

Der Film feierte bereits 2002 im Wettbewerb um die Goldene Palme in Cannes Premiere. Im Jahr 2003 folgten drei César-Nominierungen: für Daniel Auteuil als besten Hauptdarsteller sowie für François Cluzet und Emmanuelle Devos jeweils als beste männliche und weibliche Nebenrolle. Auch wenn es lange dauerte, bis er ins deutsche Fernsehen kam: Er lohnt sich.

Fünf von sechs Sternen

„Ein perfektes Leben“, Mittwoch, 29. Juni 2016, 20.15 Uhr, Arte


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