Aus Bremen mit Sabine Postel „Tatort“ heute Abend: Bärenstarke Wiederholung

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Osnabrück. Der „Tatort“ heute Abend ist eine Wiederholung aus Bremen. „Brüder“ lief erstmals am 23. Februar 2014 und gehört zu den bestens Krimis der letzten Jahre.

10,18 Millionen Zuschauer schalteten seinerzeit ein und bescherten dem Bremer „Tatort“ damit eine Topquote. In unserer Kritik zur Erstausstrahlung hieß es: „Von Beginn an erzählt der Krimi eine ebenso starke wie spannende Geschichte und legt den Finger in eine Wunde, die im „Tatort“ nicht häufig behandelt wird: Die organisierte Kriminalität von Familien-Clans, die in ganzen Großstadtvierteln ein Klima der Angst erzeugen und den Staat hilf- und machtlos erscheinen lassen.

Überragender Dar Salim

Zwei junge Streifenbeamte geraten mit Mitgliedern des gefürchteten türkisch-libanesischen Nidal-Clans (herausragend: Dar Salim als Anführer Hassan Nidal) aneinander. Die junge Polizistin wird lebensgefährlich verletzt, ihr Kollege kann fliehen und zeigt sich nach seinem Wiederauftauchen den Kommissaren Lürsen (Sabine Postel) und Stedefreund (Oilver Mommsen) wenig kooperativ. Offensichtlich hat der Clan etwas gegen ihn in der Hand.

Das Drehbuch des investigativen Journalisten Wilfried Huismann („Schwarzbuch WWF“) und seiner Kollegin Dagmar Gabler ist herausragend, die Umsetzung durch Regisseur Florian Baxmeyer packend und der Ohrwurm „One Day“ von Asaf Avidan eine perfekte musikalische Ergänzung.“

Allerdings gab es auch Kritik. Der Bremer Innenstaatsrat Holger Münch befand, dass der Krimi „zur Stigmatisierung“ beitragen könne. Ein Mann, der den Absprung fast geschafft habe, werde am Ende wieder kriminell, ganz nach dem Motto einmal dazugehörig, immer dazugehörig, so Münch. „Genau das ist es ja, was wir nicht brauchen an Botschaften“, sagte Münch, der früher auch Polizeipräsident in Bremen war.

Hier weiterlesen: Kritik am Tatort „Brüder“ .

„Nur eine Rolle“

Herausragend war damals Dar Salim als diabolischer Clanchef. „Ja, Hassan Nidal ist wirklich der übelste Typ, den ich jemals gespielt habe. Und wenn jemand tatsächlich die Straßenseite wechselt, dann hoffentlich, weil ich es überzeugend gespielt habe“, sagte der in Bagdad geborene Däne seinerzeit im Gespräch mit unserer Redaktion. Und betonte dann schnell: „Aber es ist nur eine Rolle, eigentlich bin ich ganz nett, und am liebsten spiele ich mit meinem dreijährigen Sohn.“

Zusammen mit seinen Brüdern und anderen Verwandten prügelt Hassan Nidal als führendes Mitglied eines türkisch-libanesischen Clans eine junge Polizistin zu Tode, terrorisiert ein ganzes Stadtviertel, setzt Richter unter Druck und scheffelt ein Vermögen mit Drogen- und anderen illegalen Geschäften. Dar Salim verkörpert diesen Gangster so teuflisch gut, dass es dem Zuschauer im Fernsehsessel angst und bange werden kann.

Richtig böse

Dabei hätte er die Rolle um ein Haar gar nicht angenommen: „Anfangs fand ich sie gar nicht so interessant, weil Hassan zu viele Klischees hatte und gar kein richtiger Mensch war. Zusammen mit Florian Baxmeyer (dem Regisseur) habe ich überlegt, wie wir diesen Typen interessanter machen. Er sollte nicht nur böse sein, weil er böse sein muss. Humor ist da ein Schlüssel. Dieser Mann tötet eine schöne Frau, danach braucht man nicht mehr zu zeigen, dass er böse ist. Aber wenn er danach Witze macht und lächelt, dann weiß man wirklich, wie böse er ist.“

In einem deutschen Film war Dar Salim bis dahin nicht zu sehen, Serienfans kennen ihn womöglich durch seine Auftritte in den international bejubelten Formaten „Game of Thrones „ oder „Borgen“ . Einen Typen wie Hassan Nidal hat es in seiner Karriere jedoch noch nicht gegeben: „In Dänemark bin ich meistens der nette Kerl, aber diese Rolle war so böse, dass ich dachte: Das will ich einmal probieren.“

Hier weiterlesen: Dar Salim teuflisch gut im Bremer „Tatort“ .

Weitere Wiederholungen während der „Tatort“-Sommerpause:

  • 26.6.: „Angezählt“ (Wien)
  • 3.7.: „Das Haus am Ende der Straße“ (Frankfurt)
  • 17.7.: „Freigang“ (Stuttgart)
  • 24.7.: „Mord ist die beste Medizin“ (Münster)


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