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Live im Stream und im TV Game of Thrones Staffel 6: Kritik von Folge 4 „Buch des Fremden“

Von Corinna Berghahn


Osnabrück. Viel Geschwisterliebe der harmlosen Art gibt es in „Game of Thrones“ Staffel 6 Folge 4 zu sehen. Zudem entwickelt sich Daenerys erneut zu einem Phönix, der aus der Asche ragt. Aber Achtung: Spoiler!

Rückblick: Game of Thrones Staffel 6, Folge 3: Eidbrecher

Achtung, im Text folgen Spoiler!

Das Wichtigste vorweg:

Diese Folge steht ganz im Zeichen des familiären Wiedersehens: Sansa (Sophie Turner) trifft auf der Schwarzen Festung ein und ihr Halbbruder Jon Schnee (Kit Harington) ist glücklicherweise sowohl wieder am Leben wie noch vor Ort anzutreffen. Fast hatte man ja schon befürchtet, dass sie ihn ähnlich wie Arya (Maisie Williams) einst Robb knapp verpasst, als diese zur „Roten Hochzeit“ zu spät kam. Aber nein: Beide können sich festhalten und aussprechen. Schön!

In Königsmund schließen sich die eingekerkerten Margaery und Loras in die Arme, und in Peik trifft ein zerknirschter Theon auf seine Schwester Asha. Sie wollte ihn einst aus den Händen Ramsay Boltons retten, doch damals war er noch im Bann des Psychos aus dem Norden. Jetzt ist er aus eigenen Stücken auf die Eiseninseln zurück gekehrt.

Zudem bekommt Brienne einen Verehrer, eine alte Bekannte stirbt und Daenerys setzt die Welt in Flammen. (Was passiert in Folge 5 der sechsten Staffel von „Game of Thrones“? Ein Trailer zeigt Sansa und Kleinfinger in „Die Tür“.)

Die Schwarze Festung

Jon will seine Mannen verlassen, fühlt er sich doch zum einen als gescheitert und zum anderen nicht mehr an den Schwur gebunden. Bis zu seinem ersten Tod war er der Nachtwache schließlich treu…  Sansas Eintreffen mit Brienne lässt ihn jedoch erst einmal verweilen. Seine Schwester versucht, ihn zum Sturm auf Winterfell zu überreden. Doch Jon hat vom Kampf genug. Bis ein Brief Ramsays eintrifft, in dem dieser verrät, dass Rickon in seiner Hand ist und er Jon und seinen Mannen mit Tod und Teufel droht, sollte Jon Sansa nicht zurück schicken. Problem ist: Bolton hat 5000 Mann, Jon in etwa 2000. Trotzdem: Auch Jon will nun kämpfen. („Game of Thrones“: Wer sind die Eltern von Jon Schnee?)

Unterdessen will Ser Davos von Melisandre wissen, warum sie sich jetzt für Jon einsetzt. „Er ist der Auserwählte“, ist diese sich sicher. Interessant auch Briennes Begegnung mit Ser Davos und Melisandre, starb der von ihr verehrte Renly Baratheon damals doch durch die schwarze Magie der roten Hexe. „Es liegt in der Vergangenheit. Aber ich habe nicht vergessen und nicht verziehen“, so Brienne zu den beiden.

Einen unvergesslichen Eindruck macht Brienne im Gegenzug auf Wildling Tormund: Er scheint die große Frau sehr gut zu finden, während ihr seine Flirterei im Speisesaal der Schwarzen Festung nicht genehm scheint.

Arryn

Wer stirbt fast? Der alte Berater von Lord Robin Arryn. Wir erinnern uns: Robin ist der verzogene Erbe und Sohn von Lysa Arryn, die von seinem Stiefvater Kleinfinger Petyr Baelish umgebracht wurde. Kleinfinger schafft es in nur wenigen Sätzen, Robins Berater alt aussehen zu lassen, den Jungen mit einem Jagdvogel zu bestechen und dann zum Sturm auf Winterfell zu überreden. Wird so Jons Unterlegenheit minimiert? Und was wird wohl Sansa sagen, wenn sie auf Baelish trifft? Schließlich hat er sie in die Hände von Ramsay gegeben… Schön, dass der Intrigant wieder da ist. (Ein Trailer der 5. Folge zeigt Sansa und Kleinfinger in „Die Tür“.)

Winterfell

Wer stirbt? Osha. Die Wildlingsfrau und Beschützerin von Rickon versucht, Ramsay um den Finger zu wickeln, doch ahnt nicht, dass dieser ein ganz anderes Kaliber ist als Theon in Staffel 3. Er ersticht sie und schneidet sich dann ruhig einen Apfel. So genussvoll wie er danach zubeißt, ist zu vermuten, dass Darsteller Iwan Rheon großen Spaß an seiner Rolle als Irrer mit Plan hat. Hoffentlich werden seine Gräueltaten nicht irgendwann langweilig, denn ein wenig vorhersehbar ist es schon, immer zu wissen, dass er, egal was passiert, am Ende jemanden verletzt. (Die fünf schockierendsten Momente bei „Game of Thrones“ – bis jetzt )

Königsmund

Wie schon geschrieben, dürfen sich die vom Hohen Spatz gefangen gehaltenen Geschwister Margaery und Loras besuchen. Der Titel der Folge „Das Buch des Fremden“ bezieht sich übrigens auf das Buch, mit dem die Gefangenen des Hohen Spatzes indoktriniert werden.

Im Schloss hingegen wird nun von allen Fraktionen gegen den Bettelpapst geplant: Margaerys Oma, Cersei und Jaime hecken den Plan aus, dass eine Armee den Hohen Spatz unschädlich machen soll. Der war übrigens einmal reich, erkannte dann aber nach einer durchzechten Nacht die Nichtigkeit irdischer Güter und machte stattdessen in Sekte und Selters. Dass der schwache Tommen aus der Ränkeschmiederei wohlweislich rausgehalten wird, versteht sich von selbst. (Game of Thrones: Endgültig Schluss nach Staffel 8?)

Eiseninseln /Peik

Asha (jetzt namentlich nicht mehr zu verwechseln mit Osha) trifft auf ihren heimgekehrten Bruder Theon. Mehr passiert dort nicht, aber schön ist es trotzdem.

Meereen

Tyrion verhält sich wie die Bundesregierung beim Atomausstieg und will den Sklavenhändlern von Essos noch sieben Jahre Zeit geben, um auf Sklaven zu verzichten. Im Gegenzug sollen diese aufhören, die Söhne der Harpyie zu unterstützen. Allerdings ist er nicht so dumm, den Händlern zu vertrauen. Denn wie ein weiser Mann (also er) einmal sagte: Wir machen Pakte mit unseren Feinden. Nicht mit unseren Freunden.

Vaes Dothrak

Im Witwentempel trifft Daenarys auf stutenbissige Frauen, was nicht verwundert, sind die Dothrakis doch ein pferdeverrücktes Volk. Doch während außen ihre beiden Verehrer Jorah Mormont und Daario Naharis noch überlegen, wie sie ihre Königin retten können, nimmt diese ihr Schicksal selbst in die Hand: Bei der Entscheidung, ob sie in den Tempel darf, versklavt wird oder als Bettgenossin den anderen Khals dienen soll, setzt sie ruhiger Hand das Haus in Flammen und tötet die Macho-Riege. (Weiterlesen: Die Kunstsprache der Dothraki in „Game of Thrones“)

Das Ende der Folge erinnert damit auch an das Ende von Staffel 1: Wieder einmal wird Daenarys zum Phönix aus der Asche und Dothrakis wie liebestolle Männer knieen vor ihr nieder. Wenn es nicht so cool wäre, wäre es fast etwas öde. (Ist „Game of Thrones“ Schrott? – 10 Beweise)

Fazit von Folge 4 „Das Buch des Fremden“

Ramsay muss aufpassen, nicht zum bösen Pennywise-Clown der Serie zu werden, sonst wird es bald lächerlich. Ansonsten war Folge vier gut: Endlich trifft der Stark-Nachwuchs aufeinander, endlich ist Kleinfinger wieder im Spiel, endlich hat Daenarys wieder das Sagen und endlich, endlich hat Brienne einen Verehrer.


Ausstrahlungstermine „Game of Thrones“

Staffel sechs: in der Nacht vom 24. auf den 25. April, parallel zur US-Ausstrahlung in der Originalfassung über Sky On Demand, Sky Go und Sky Online.

Ab 25. April, montags, 21.00 Uhr, wahlweise auf Deutsch und Englisch auf Sky Atlantic HD.

Immer dienstags bei Amazon Video, iTunes, Google Play, Maxdome Store, Sony, Wuaki und Xbox erhältlich.