„Tatort“ mit Nora Tschirner „Tatort“ heute Abend aus Weimar: Jede Menge Stuss

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Osnabrück. Der „Tatort“ kommt heute Abend aus Weimar. Und er ist noch schlechter als seine beiden Vorgänger: „Der treue Roy“ mit Nora Tschirner und Christian Ulmen bietet vor allem jede Menge Stuss.

Hinab in die Untiefen des „Tatorts“. Es geht zwar nicht um Drogen in dieser dritten Folge aus Weimar, aber ziemlich schnell stellt sich die Frage: Welche Drogen muss man eigentlich nehmen, um an einem solchen Krimi Spaß zu haben? Denn um Spaß geht es vorrangig, wenn Nora Tschirner und Christian Ulmen als Dorn und Lessing ermitteln, zwar ein gemeinsames Kind haben, sich aber gegenseitig mit Nachnamen ansprechen. Hier weiterlesen: So war der erste „Tatort“ mit Nora Tschirner und Christian Ulmen.

Missratene Mischung

Bei der verkohlten Leiche am Hochofen in einem Stahlwerk bei Weimar scheint es sich um Roy Weischitz zu handeln, doch schnell gibt es eine sonderbare Wiederauferstehung. Der Mann lebt, selbst als er später eine Kugel im Kopf hat. Dabei hat er doch einen Abschiedsbrief auf Küchenrolle gekritzelt und mit „Liebe Grüße, Euer Roy“ unterzeichnet. Für die Kommissare ein Rätsel, für die Zuschauer ein Ärgernis. Denn das alles ist wenig witzig, ein bisschen albern und kein bisschen spannend. Schnell fühlt man sich in einer missratenen Mischung aus Ohnesorg-Theater und „Two and a half Men“ – fehlt eigentlich nur, dass Publikumsgelächter vom Band eingespielt wird. Im Vergleich zum „treuen Roy“ ist der Münster-„Tatort“ am kommenden Sonntag ein echter Thriller. Und vor allem: Witziger. (Weiterlesen: Warum sind Tschirner und Ulmen so ein gutes Tatort-Team? )

Erstmals nicht am Feiertag

Erstmals ist ein Weimarer „Tatort“ nicht an einem Feiertag zu sehen – den ersten Fall „Die Fette Hoppe“ zeigte die ARD Weihnachten 2013, „Der Irre Iwan“ war am Neujahrstag vergangenen Jahres zu sehen. Vielleicht lag’s ja daran, dass beide quotenmäßig eher unterdurchschnittlich abschnitten und nicht mal neun Millionen Zuschauer vor den Bildschirm locken konnten – nun muss sich zeigen, ob Dorn und Lessing das „Tatort“-Publikum überzeugen können. Hier weiterlesen: So war „Der Irre Iwan“.

Was mehr als verwunderlich wäre, denn die Weimarer Kommissare knüpfen mit ihrem dritten Fall nahtlos an dessen Vorgänger „Der Irre Iwan“ an, dessen Geschichte mindestens ebenso haarsträubend war. Was schräg sein soll, ist vor allem schrottig.

Noch Jahre?

Und dennoch: Der MDR setzt offenbar weiter auf sein ursprünglich für ein einziges Event vorgesehenes Ermittlerpaar, im Herbst wird bereits die fünfte Folge gedreht – und wenn es nach Nora Tschirner geht, können noch jede Menge weitere „Tatorte“ aus Weimar folgen. Im Interview mit unserer Redaktion sagte sie erst kürzlich, dass es noch jahrelang weitergehen könne, solange die Bücher stimmen. Vielleicht dauert es ja sogar noch Jahrzehnte, denn viel schlechter als beim „treuen Roy“ kann ein Drehbuch kaum sein. Hier geht‘s zum Interview mit Nora Tschirner - das ist viel lustiger als der „Tatort“.

Tatort: Der treue Roy - ARD, Sonntag, 24. April, 20.15 Uhr

Wertung: 1 von 6 Sternen


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