Hier irrt Llambi! Let‘s Dance 2016: Beim Wendler tut Isabel mir leid!


Berlin. Let‘s Dance 2016: Der Osnabrücker Tanz-Profi und Ex-Juror korrigiert das Llambi-Urteil. Heute bedauert er Isabel Edvardsson für ihren Kandidten Michael Wendler.

Bei „Let‘s Dance 2016“ punktet Juror Llambi mit Pointen. Aber liegt er wirklich immer richtig? Wir lassen Michael Hull, den Osnabrücker Weltmeister und Ex-Juror von „Let‘s Dance“, für uns die aktuelle Show kommentieren. Dies sind seine Beobachtungen:

Die größte Enttäuschung: Michael Wendler

Manche müssen die Erfahrung wieder aus der Asche holen: Seine Partnerin Isabel Edvardsson muss Michael Wendler wohl sehr, sehr stark helfen, um mit ihm die natürlich schwingenden Bewegungen des Jives einzuüben. Dieser Tanz ist, oder sollte, der schnellste Tanz der Lateinamerikanischen sein. Der Rhythmus und die Kicks, naja, das ist wohl beides nicht seins! Die Körperführung des Tanzpartners baut, normalerweise, auf dem Wissen darüber auf, welche Bewegungen rhythmisch möglich sind und an welchen Stellen der Tanzpartner durch seinen Gewichtsimpuls in eine neue Richtung und Geschwindigkeit bewegt werden kann. Beide Tanzpartner müssen daher die schnelle, aber geschmeidige Bewegungsabfolge mit den Gleichgewichtslagen (aktiv, passiv) der Tänze kennen. Isabel Edvardsson tut mir da ein bisschen leid. Herr Michael Wendler hat wohl Erfolg mit seiner Musikrichtung, aber dass gerade ein Sänger den Rhythmus nicht umsetzen kann, ist mir befremdlich. Wir entwirren das Chaos um Potofski: TV-Kritik von „Let‘s Dance 2016, Show 3“.

Und die anderen „Let’s Dance“-Stars?

Bei Alessandra Meyer-Wölden und Sergiu Luca waren die eigentlich katzenartigen Formen des englischen Tangos eher stelzig und steif. Massimo und Jana dagegen sind in allem sehr gut Form. Ihr Tango war authentisch und wirklich sehr, sehr gut. Von beiden! Für mich sind sie die absolute Überraschung des heutigen Abends. Die Grundbewegungslagen waren stimmig zum Tanz und zur Musik. Sehr gut! (Jana Pallaske und Massimo: Wilde Facebook-Posts)

Und Ulli Potofskis „Let‘s Dance“-Comeback?

Ups, jetzt erscheint doch der Ulli Potofski zurück. Ich hatte das Hin und Her um sein Comeback für einen Aprilscherz gehalten. Ausgerechnet Potofski tanzt mit dem Slowfoxtrott den schwingendeste der Standardtänze. Bei ihm war es wie ein Spaziergang. Genauso sah es aus, wie ein Spaziergang. Es war trotzdem besser als sein Cha Cha Cha. Und Humor hat er. Motsi findet irgendwie keine passenden Worte dafür. Schade! (Llambi-Attacke nach Sex-Gag: So flog Niels Ruf bei „Let‘s Dance“ raus)

Ein Preis für „Let’s Dance 2016“

„Let’s Dance“ hat einiges zur neuen Popularität des Paartanzes beigetragen. Die Unterhaltungssendung hat vor kurzem den ADTV Award erhalten, verliehen vom Allgemeinen Deutschen Tanzlehrerverband. „Let’s Dance“ zählt zu den erfolgreichsten Shows im deutschen Privatfernsehen – vielleicht auch, weil die Prominenten alle Altersklassen abdecken. Das Format läuft weltweit, die Idee aber stammt aus Großbritannien. Meine Tante und Onkel Mr. Frank Spencer MBE und Mrs. Peggy Spencer MBE haben diese Art der Sendung vor über 48 Jahre in England eingeführt und umgesetzt. Ihre Idee war es auch, Gesellschaftstanz populärer zu machen, aus ihrer Ideenkiste entstammt es etwa, Formationstanz einzuführen. Das Konzept ist, überall in jedem Land, das gleiche: Prominente studieren in kurze Zeit mit Profitänzern Standard bis Contemporary und die Lateintänze ein. Es ist eine erfolgversprechende Mischung aus Musik, Glamour und einer ordentlichen Portion Schadenfreude, die manchmal auch in Frage gestellt werden darf! Man sieht, dass auch Laien tanzen lernen können, dass jeder Mensch tanzen lernen kann. Trotzdem ist das Format keine alleinige Basis. Ohne den Profi-Partner ist die Leistung für die Kandidaten nicht wiederholbar.

Alle Bestleistungen, Fehlurteile und Kuriositäten der Show lesen Sie in unserem Blog zu „Let‘s Dance 2016“.


Michael Hull holte zwei Jahrzehnte lang einen Weltmeistertitel nach dem anderen. In den ersten beiden Staffeln von „Let‘s Dance“ saß er als Juror neben Joachim Llambi auf dem Podium. Hull lebt in Osnabrück, wo der 56-Jährige an seiner Tanzschule sein Können weitergibt.

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