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Zürich-Krimi nach „Traumhotel“ Christian Kohlund über Filme, Faibles und Familie

Von Joachim Schmitz


Hamburg. Ein Jahrzehnt lang war er fürs Fernsehpublikum vor allem der smarte Hotelmanager Markus Winter im ARD-„Traumhotel“. Doch Christian Kohlund hat nach dessen Ende neue Betätigungsfelder für sich gefunden: Ab 10. April steht er in den Hamburger Kammerspielen wieder auf der Theaterbühne, ab 28. April ist er als Anwalt Thomas Borchert im neuen Zürich-Krimi der ARD zu sehen.

In einem Hamburger Hotel unterhalten wir uns über seine Filme, seine Faibles und seine Familie, in der er wohl der Letzte seiner Art ist:

Herr Kohlund, in Ihrem Horoskop heißt es heute, Sie sollten gelassen auf Sticheleien und Provokationen Ihrer Kollegen reagieren. Gibt’s Ärger am Theater?

(lacht) Die Sticheleien finden möglicherweise im Hintergrund statt, mich hat man es noch nicht spüren lassen. Im Großen und Ganzen versuche ich aber immer, die Dinge gelassen zu nehmen.

Ich frage, weil Sie in nahezu jedem Interview darauf verweisen, dass Sie Sternzeichen Löwe sind. Glauben Sie tatsächlich an Horoskope?

Nein, das meine ich eher humorvoll. Aber ich denke schon, dass man die Grundtendenzen, die man Löwen nachsagt, auch bei mir erkennen kann.

Als da wären?

Ein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn, das Bedürfnis nach Streicheleinheiten, die ein Löwe natürlich für selbstverständlich hält. Dass ich gerne auf einer Bühne auftrete, gehört sicher auch dazu. Es ist ja nicht so, dass man sich als Löwe in den Mittelpunkt drängt, sondern man geht davon aus, dass man eh dort ist (lacht).

Haben Sie denn schon mal eine wichtige Entscheidung von Ihrem Horoskop abhängig gemacht?

Nein, ich glaube nicht daran – im Gegenteil: Ich habe sogar schon gesehen, dass Menschen, die sich zu sehr davon beeinflussen lassen, möglicherweise gerade deshalb eine falsche Entscheidung treffen. Deshalb sollte man sich besser nicht danach richten, und deshalb war ich auch nie daran interessiert, ein größeres Horoskop anfertigen zu lassen. Mir würde es vermutlich nicht gut bekommen.

Lässt sich auch Ihr Faible für Autos, Hüte und Golf durch Ihr Sternzeichen erklären?

Das Faible für Autos hat sich so langsam gelegt oder auf meinen Sohn übertragen. Er fährt jetzt mein 500er Fiat Cabrio. Das Faible für Hüte war bei mir schon krankhaft. Ich habe schon als kleines Kind Hüte geliebt. Bei uns zu Hause kamen des Öfteren Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt, die Freunde meiner Eltern waren, mit ihren Hüten. Auch mein Vater war so ein Hutträger, und ich fand das einfach toll und war schon früh der Meinung, dass mir so ein Hut auch ganz besonders gut steht. Zum Ärgernis meiner Frau habe ich dann angefangen, Hüte zu sammeln – besonders in Australien, wo ich anderthalb Jahre gearbeitet habe. Damals kam ich mit 17 von diesen Akubra-Hüten zurück, die es ja in verschiedenen Shapes gibt. Jetzt verrotten sie in irgendeiner Ecke. Im Laufe der Zeit verlieren gewisse Dinge dann doch ein bisschen an Bedeutung.

Wie haben Sie denn 17 Hüte von Australien nach Deutschland transportiert?

Ich war einmal acht und dann noch mal sieben Monate dort, und wir sind damals wahnsinnig gern auf diese Sonntagsmärkte in Melbourne gegangen, wo ich nicht nur Hüte, sondern auch altes Silber und alte Uhren gekauft habe. Am Ende musste ich das ganze Zeug per Schiff nach Hause schicken. Die Hüte sind also auch schon über den Indischen Ozean geschippert (lacht).

Was steht beim Golfen für Sie im Vordergrund? Das Handicap oder die Außentemperatur?

Meine Seele. Das Golfen tut meiner Seele einfach gut. Das hat mit der Bewegung und der Landschaft zu tun, ich liebe diese verschiedenen Grünflächen. Ich spiele weniger resultatbezogen, auch wenn ich mich wie ein Kind über einen sauber getroffenen Ball freuen kann. Aber ich habe mir schwer abgewöhnt, mich über die anderen zu ärgern. Deshalb spiele ich auch ungern mit Leuten, die immer gleich ins Gras beißen, nur weil sie mal danebengehauen haben. Mir geht es mehr darum, mit Freunden draußen in der Natur zu sein und Spaß zu haben. Golf ist ein unglaublich schöner Sport, wenn man ihn richtig betreibt und nicht als Statussymbol ansieht.

Noch mal zum Tierkreiszeichen: Jeder Löwe kommt ja mal als Kätzchen zur Welt. Und das Kätzchen Christian stand mit sechs schon zum ersten Mal vor einer Kamera...

Zum ersten Mal auf einer Bühne stand ich sogar schon vor 66 Jahren – im Bauch meiner Mutter. Die war damals hochschwanger und spielte die Maria Stuart, während Maria Becker die Elizabeth spielte und übrigens auch hochschwanger war. Mit vier oder fünf Jahren hatte ich dann meine erste kleine Rolle in einem Schweizer Film, und mit sechs stand ich zum ersten Mal im Schauspielhaus Zürich mit meinem Vater auf der Bühne. Er war Wilhelm Tell und ich der kleine Walter mit dem Apfel auf dem Kopf.

So wie man sich das Leben eines Schauspielerkindes vorstellt.

Ja. Ich war von Kind an fasziniert vom Theater und habe alle freien Minuten irgendwo in der Dekoration oder in der Garderobe verbracht und fantastische, tolle Leute kennengelernt. Deshalb kam für mich nie etwas anderes infrage, als in dieser Welt zu bleiben. Auch weil mich das ganze Drumherum interessierte, sei es Kamera, Licht, Inszenierung oder Produktion.

Ihre Eltern waren Schauspieler, Frisch und Dürrenmatt Freunde der Familie – sind Sie in einer Kunstblase aufgewachsen?

So kann man das sagen. Die ganz alten Kohlunds waren alle Kunstmaler, mein Großvater ist Anfang des letzten Jahrhunderts noch bei Max Reinhardt über die Malerei zum Theater gekommen, hat Bühnenbilder gemacht, sein Schauspieltalent entdeckt und ist später Intendant des Berner Stadttheaters geworden. Maria Schell hatte ihr erstes Engagement bei meinem Großvater, Maximilian Schell hat mit meinem Vater gearbeitet, und mit ihm habe ich dann auch meinen ersten Kinofilm gemacht: „Der Fußgänger“, der damals den Golden Globe gewann und für einen Oscar nominiert war, wenn auch nicht meinetwegen – ich war nur dabei (lacht).

Große Namen...

Ich habe diese großen Persönlichkeiten geliebt, auch wenn einige verdammt schwierige Menschen unter ihnen waren. In Zürich habe ich Monate mit Bernhard Wicki verbracht, Maximilian Schell habe ich immer wieder getroffen. Sicher keine einfachen Menschen, aber besessene Leute und ganz große Persönlichkeiten. Da konnte ich mir schon das eine oder andere abbeißen. Mir hat es sehr viel bedeutet, schon als junger Mann mit den großen deutschen Schauspielern zusammenarbeiten zu dürfen.

Waren Sie in der Schule ein bisschen der Sonderling?

Irgendwie schon. Meine Eltern galten seit ihrem Kinofilm „Romeo und Julia auf dem Dorfe“ als das Schweizer Liebespaar schlechthin. Und als deren Sohn war ich halt ein bisschen außerhalb der Reihe. Ich bin in Zürich in Kloster Einsiedeln zur Schule gegangen, ein humanistisches Gymnasium, das ich nicht zu Ende gemacht habe, weil mich die Welt da draußen mehr interessierte. Ich habe mich dann zur Matura gequält und gerade mal so bestanden. Um Geld zu verdienen, habe ich damals immer schon Assistenzen am Theater gemacht oder beim Film ausgeholfen. Bis ich dann ein Stipendium fürs Max-Reinhardt-Seminar in Wien bekam. Da war ich eineinhalb Jahre, habe es also auch nicht zu Ende gemacht.

Warum das nicht?

Ich kam eines Tages nach Hause, und über dem Tisch baumelte ein Vertrag fürs Schiller-Theater in Berlin, den hatte mein Vater da aufgehängt. Das war damals das Theater Nummer eins – und für mich der Anfang.

Wenn Sie schon als Kind tagtäglich im Theater waren und Bühne für Sie etwas ganz Selbstverständliches war – kennen Sie dann überhaupt Lampenfieber?

Lampenfieber gehört einfach dazu. Man hat viel gearbeitet und möchte natürlich, dass es gelingt. Dann kommen die Versagensängste, die Eitelkeiten, so vieles. Und am Ende ist dann auch das Lampenfieber da. Wobei die Angst nicht überwiegen und lähmen darf. Ich hatte Kolleginnen, die vor Angst gekotzt haben – das hat für mich nichts mehr mit Lampenfieber zu tun. Aber so ein Kribbeln ist schon okay. Diese Arroganz nach dem Motto „Ich kann das sowieso“ habe ich nie akzeptiert.

Der frischgebackene Oscar-Preisträger Leonardo DiCaprio lässt sich bis heute vor jedem Film coachen – was halten Sie davon?

Was versteht man unter Coaching? Ich habe es einmal erlebt, ohne Namen nennen zu wollen, dass jemand mit einem Coach am Set auftauchte, der bis zum letzten Moment in den Szenen mit mir und meiner Kollegin immer noch etwas reingeflüstert hat. Das kann nicht angehen, da habe ich gesagt: Mach Deine Hausaufgaben zu Hause. Wie Du trainierst, ist mir wurscht.

Also kein Coaching?

Nein. Dieses amerikanische Coaching ist auch etwas ganz anders, das ist eine Auseinandersetzung mit der Rolle. Es geht nicht darum, dass da jemand trainiert wird wie im Zirkus, sondern die gehen die Probleme durch, den Dialekt, die Zeit, in der der Film spielt. Und es natürlich hervorragend, wenn man das machen und sich auch leisten kann. Wenn eine ganze Industrie daran interessiert ist, Dich zu einer optimalen Leistung zu führen und Dir das entsprechende Plateau zu bieten, ist es großartig. Deshalb ist dieses amerikanische Coaching, wenn es seriös betrieben wird, eine ganz tolle Sache. Das geht bei uns und dem Tempo, in dem wir arbeiten müssen, ein bisschen verloren.

Würden Sie es sich wünschen, dass es beim deutschen Film ähnlich wäre wie in den USA?

Wenn ich jetzt Nein sage, hört es sich wahrscheinlich arrogant an. Fest steht: Jeder Schauspieler ist alleine verloren, er braucht immer Hilfe. Aber bevor jetzt jeder seinen eigenen Coach zum Set mitbringt, erinnere ich mich lieber an die alten Kaschperl, die ich alle kennengelernt habe. Man darf auch nicht vergessen, dass es in Amerika um viel mehr Geld geht. Die bedienen den Weltmarkt, und da verdient ein DiCaprio seine 20, 30 Millionen pro Film. Er kriegt sie, weil die Industrie es hergibt. In Deutschland ist Film nicht so ein Wirtschaftsfaktor wie in Amerika, da muss man auch mal die Kirche im Dorf lassen.

Der 65. Geburtstag ist für die meisten Menschen verbunden mit dem Übergang vom Arbeitsleben zum Ruhestand. Hatten Sie an Ihrem 65. Geburtstag im letzten Jahr auch das Gefühl, eine Schwelle zu überschreiten?

Ja klar. Du kriegst ja Briefe. Der Bürgermeister der Gemeinde gratuliert zur Erfüllung des 65. Lebensjahres und wünscht für den Rest dieses Lebens alles Gute. Für mich war es aber nie ein Termin, der irgendetwas beendet. Andererseits ist es idiotisch zu glauben, dass es nicht auch ein bisschen trifft. So ein 65. Geburtstag geht nicht spurlos an einem vorbei. Man sitzt dann doch schon mal ein bisschen schwermütig in irgendeiner Ecke und denkt: Verdammt noch mal, wie schnell ist das denn gegangen? Aber mit der Arbeit hat das nichts zu tun.

Bei der Arbeit kehren Sie ja in zweifacher Hinsicht zu Ihren Wurzeln zurück: Hier in Hamburg zum Theater und mit dem Zürich-Krimi in Ihre Schweizer Heimat. Mit welchen Gefühlen?

Ich bin gern hier in Hamburg bei den Kammerspielen, das ist ein wunderschönes Theater, wo ich ja auch mein „Im Zweifel für den Angeklagten“ gespielt habe. Und wenn ich so durch Zürich laufe, fällt mir schon so manches wieder ein, was ich wo mit wem erlebt habe. Aber ich sehe nicht, dass sich da irgendein Kreis geschlossen hätte.

Hier in Hamburg stehen Sie abends auf der Bühne – womit vertreiben Sie sich den lieben langen Tag?

Erstens ist meine Frau hier, und meine beiden Hunde habe ich auch dabei. Also kommt schon mal überhaupt keine Langeweile auf.

Was für Hunde?

Zwei Bastarde. Eddie und Ruby. Da ist halt viel Spazierengehen angesagt. Daheim wohnen wir ja im Bayerischen Wald, sehr idyllisch und sehr einsam, da mache ich nur die Tür auf, und die Hunde laufen raus. Da war ich die ersten Tage hier in Hamburg erst mal geschockt über Radfahrer und Jogger und bin jeden Tag nur knapp an einer Schlägerei vorbeigeschrammt, weil ich dachte: Es kann doch nicht sein, dass dich hier jeder über den Haufen rennt (lacht).

Stehen Sie eigentlich auch an den Abenden auf der Bühne, an denen Ihre Zürich-Krimis im Fernsehen laufen?

Ja, natürlich. Vielleicht sollte ich dann ja stinksauer ins Publikum gucken und die Leute fragen: Wieso guckt Ihr heute eigentlich nicht Fernsehen? (lacht)

Die Figur des Borchert wurde Ihnen quasi auf den Leib geschrieben – wie ist es dazu gekommen?

Als es mit dem „Traumhotel“ vorbei war, hat mir die Degeto gesagt: Wir würden gern mit Ihnen weitermachen, was können Sie sich denn vorstellen? Zusammen mit dem Produzenten Klaus Graf, mit dem ich schon mehrfach zusammengearbeitet hatte, habe ich dann eine Anwaltsgeschichte angedacht, womit die Degeto sehr einverstanden war.

Dieser Borchert will ständig rauchen, zündet sich die Zigarette in seinen Händen aber fast nie an. Dafür bechert er ganz schön.

Ja, im Gegensatz zu mir trinkt er ganz gerne. Er ist ein sehr einsamer Wolf, desillusioniert, aber immer noch mit einem Funken Hoffnung in sich, zurückzukehren zu einer Art von Unschuld, zum Idealismus und zur Gerechtigkeit. Er will aufräumen in seinem Leben, steht aber auch zu dem, was er gemacht hat. Ich mag solche Typen, sie erinnern mich ein bisschen an Chandler-Figuren oder das Cinema noir.

Was hat Ihnen sonst gefallen an der Figur?

Dass Borchert Fehler gemacht hat, die er als Belastung mit sich herumträgt. Das sind Dinge, die man von sich selber kennt, wenn man sich sagen muss, dass man etwas in den Sand gesetzt hat oder sich wünscht, man hätte sich anders entschieden und anders verhalten.

Dem Publikum erschließt sich vieles erst sehr spät, nämlich im zweiten Teil.

Da ist es dann auch eine absolute Notwendigkeit. Spätestens dann muss man wissen, was mit dem Mann überhaupt los ist. Keine Frage, der zweite Teil ist klarer und intensiver.

War’s das dann mit zwei Teilen Borchert, oder wird es eine Fortsetzung geben?

Ich wünsche mir so viele Zuschauer, dass wir anschließend weitermachen dürfen. Ich glaube, es wäre ein gutes Format, wenn wir auf der besonderen Schiene bleiben und nicht so sehr zu einem ganz normalen Krimi mutieren. Gerade die Schweiz ist doch prädestiniert für etwas diffizilere, verstecktere Fälle.

Was verbindet Sie heute, abgesehen vom Zürich-Krimi, noch mit Ihrem Geburtsland, der Schweiz?

Was für mich ein echter tiefer Verlust ist: Meine Schwester ist 2014 gestorben. Franziska, eine tolle Regisseurin und eine sehr gute Schauspielerin, habe ich als meinen persönlichen Mentor empfunden. Sie lebte in der Ortschaft, in der ich aufgewachsen bin und meine Eltern gestorben sind. Und sie fehlt mir unendlich. Es war immer eine ganz besondere Beziehung zwischen uns beiden. Auch wenn wir uns monatelang nicht gesehen haben, hatte ich immer das Gefühl, dass sie so etwas wie mein Schutzengel ist. Unheimlich intelligent und analytisch in beruflichen Dingen, aber auch ein herzensguter Mensch. Diesen Verlust kann ich bis heute nicht begreifen, und es ist auch ein komisches Gefühl zu wissen, dass ich jetzt der Letzte aus dieser Künstlerdynastie bin.

Was ist mit Ihren Kindern?

Die haben mit der Schauspielerei nichts an der Hacke. Meine Tochter Francesca, die eigentlich alles dafür gehabt hätte, traut sich nicht. Sie ist eine Perfektionistin, ein zauberhaftes Wesen und eine sehr gute Sängerin, aber sie will es einfach nicht, und das muss ich akzeptieren. Wenn die Angst vor dem Beruf größer ist als die Lust, kann man nichts machen. Vielleicht ist es ja auch gar nicht so erstrebenswert, sich diesem Casting-Stress der heutigen Schauspielergeneration auszusetzen. Man kann auch in anderen Berufen unglücklich werden.

Was machen Ihre Kinder beruflich?

Francesca ist Fremdsprachenkorrespondentin und arbeitet für ein großes österreichisches Bauunternehmen, und Luca macht eine kaufmännische Ausbildung bei Audi. Das ist jetzt ihr Leben.


Christian Kohlund

wird am 17. August 1950 in Basel als Sohn des Schauspielerehepaars Margrit Winter und Erwin Kohlund geboren und ergreift ebenso wie seine Schwester Franziska denselben Beruf wie seine Eltern. Nachdem er schon als Kind vor der Kamera und auf der Bühne gestanden hat, wird er am Wiener Max Reinhardt-Seminar ausgebildet und bekommt Engagements an renommierten Theatern in München, Wien, Berlin, Zürich und Hamburg.

Kohlund arbeitet neben seinen Bühnenauftritten auch als Produzent, Regisseur und Kameramann und gibt 1973 an der Seite von Maximilian Schell in „Der Fußgänger“ sein Filmdebüt. Er steht mit Stars wie Heinz Rühmann, Helmut Qualtinger, Senta Berger und vielen anderen vor der Kamera, bevor er zwischen 1985 und 1988 als Professor Vollmers zum Ensemble der ZDF-„Schwarzwaldklinik“ gehört.

Nach zahlreichen weiteren Fernsehfilmen übernimmt er 2004 in der ARD-Reihe „Das Traumhotel“ für 10 Jahre und 20 Folgen die Rolle des Hotelmanagers Markus Winter, reist dafür rund um den Globus und lässt die regelmäßige Kritik an dem seichten Unterhaltungsformat an sich abperlen. Ein Ende seiner TV-Karriere ist auch nach dem Aus für das „Traumhotel“ nicht in Sicht: Am 28. April und 5. Mai ist er im neuen Zürich-Krimi der ARD als undurchsichtiger Anwalt Thomas Borchert zu sehen – Fortsetzung nicht ausgeschlossen.

Aber auch der Theaterbühne ist der Schauspieler immer treu geblieben. 2015 begeistert er mit dem Ein-Mann-Stück „Im Zweifel für den Angeklagten“, in dem er Hauptdarsteller und Regisseur zugleich ist. Ab 10. April steht er in den Hamburger Kammerspielen im Stück „Die Netzwelt“ auf der Bühne.

Kohlund ist in dritter Ehe seit 1982 mit der ehemaligen Schlagersängerin Elke Best verheiratet, lebt mit ihr nach vielen Jahren in München nun im Bayerischen Wald, die beiden erwachsenen Kinder sind aus dem Haus. In seiner Freizeit spielt er gerne Golf und fotografiert – mit Vorliebe die Kollegen am Set.

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