„Mord auf Shetland“ in der ARD Douglas Henshall über „Mord auf Shetland“

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Schauspieler Douglas Henshall spielt Detective Inspector Jimmy Perez in der neuen ARD-Reihe „Mord auf Shetland“. Foto: Peter Hoar/ARD Degeto/ITV Studios/dpaSchauspieler Douglas Henshall spielt Detective Inspector Jimmy Perez in der neuen ARD-Reihe „Mord auf Shetland“. Foto: Peter Hoar/ARD Degeto/ITV Studios/dpa

Osnabrück. Skandinavische und britische Krimi-Importe erfreuen sich beim deutschen TV-Publikum seit Langem großer Beliebtheit. Mit „Mord auf Shetland“ startet die ARD heute um 21.45 Uhr eine neue Reihe nach dem Erfolgsrezept Krimi vor malerischer Kulisse. Hauptdarsteller Douglas Henshall verrät im Gespräch, was seinen Ermittler Jimmy Perez so besonders macht.

„Die Zuschauer können sich in ihm und seinen Problemen wiederfinden,“ glaubt der 50-jährige Schotte, hierzulande wohl am ehesten aus der Serie „ Primeval “ bekannt. „Helden sind für mich gewöhnliche Menschen, die außergewöhnliche Dinge tun,“ so Henshall.

Detective Inspector Jimmy Perez ist in der Tat ein gewöhnlicher Mann. Zwar hat er den Tod seiner Frau zu verkraften und erzieht seine Stieftochter allein fern aller Annehmlichkeiten, die Teenager am urbanen Leben schätzen. Abgesehen davon wirkt er neben den verkrachten Existenzen, die oft in Fernsehkrimis ermitteln, erfrischend normal.

Grandioses Scheitern des Helden

Die Serie, die in Großbritannien bereits in die dritte Staffel geht, basiert auf den Romanen der 61-jährigen Autorin Ann Cleeves. „Natürlich ist es gut, wenn durch die vorhandene Fanbase der Leser Zuschauer auf unsere Serie aufmerksam werden,“ findet Douglas Henshall. „Aber von dem Moment an, als ich die Beschreibung von Jimmy Perez im Buch las, wusste ich, dass ich 95 Prozent der Fans enttäuschen würde.“

Perez, wie der Name verrät, sieht im Roman hispanisch aus, schwarzes Haar, Adlernase – optisch das krasse Gegenteil von Douglas Henshall.

„Ich habe mich auf die Eigenschaften konzentriert, die ich an Perez mag: Er ist kein Alkoholiker, er hat keine mörderische Vergangenheit. Mich interessieren Helden, die grandios scheitern.“

Glücksfall für Shetlands

Auf den Shetlands wurde die Verfilmung offenbar gut aufgenommen, wie der britische „Express“ berichtete. Die Autorin der Romane, Ann Cleeves, sagt, nach der ersten Staffel sei die Internetseite für Tourismus auf den Shetlands vor lauter Buchungsanfragen zusammengebrochen. Auch für Henshall ist die Serie ein Glücksfall.

„Es ist ja nicht wie bei US-Serien, wo man sich für sieben Jahre seines Lebens verpflichtet,“ lacht er. Wenn man in Großbritannien als Fernsehschauspieler arbeiten wolle, komme man an Krimiserien eben nicht vorbei. „Ich weiß nicht, ob die Leute das wirklich so lieben oder ob den Verantwortlichen nichts Anderes einfällt. Ich kann mich glücklich schätzen, dass ich eine Krimiserie mache, die mir gefällt.“

Für das Publikum, glaubt Henshall, seien die Shetlands „eine Art magischer, geheimnisvoller Ort. Beim Wetterbericht gibt es immer diese kleine Extrabox mit den Shetlands, weil sie so weit von der Küste entfernt sind.“

Ermittlungen im engsten Kreis

Die Tatsache, das die Shetlands einst zu Norwegen gehörten, spielt in der Pilotfolge „Im kalten Licht des Frühlings“ - im Original „Red Bones“ (Rote Knochen) - eine wichtige Rolle. Eine Einheimische wird auf ihrem Grundstück erschossen, kurz nachdem dort bei wissenschaftlichen Ausgrabungen ein geheimnisvoller Schädel entdeckt wurde. Perez glaubt nicht an einen Zufall. Doch eine Mordermittlung auf der kleinen Insel kommt einer Ermittlung im Familienkreis gleich. Jimmys Kollege Sandy Wilson (Steven Robertson, bekannt aus dem britischen Krimi-Hit „ Luther “) ist tatsächlich verwandtschaftlich verbunden mit der Toten. Zu allem Überfluss steht auch noch das Festival „ Up Helly Aa “ vor der Tür, bei dem die gesamte Beleuchtung auf der Insel abgeschaltet und eine Schar als Wikinger verkleideter Menschen die Insel unsicher machen wird, während der Mörder noch frei herumläuft.

Drei Stunden Dunkelheit

Die Atmosphäre des Drehorts hatte auch auf Douglas Henshall eine starke Wirkung: „Es weht ein konstanter Wind, der entweder aus der Arktis oder aus Sibirien kommt,“ erzählt er und scherzt: „Wenn es mal windstill ist, fühlt sich das wie ein Schock an.“

Gedreht wird „Shetland“, wie die Serie im Original schlicht heißt, im Sommer, wenn es aufgrund der Nähe zum Polarkreis auf den Shetlands nur etwa drei Stunden lang dunkel wird. Ein Aspekt des Lokalkolorits fehlt den deutschen Zuschauern allerdings naturgemäß: der raue schottische Akzent. Douglas Henshall hat in der Serie „Primeval“ schon einmal seine deutsche Synchronstimme gehört. „Es ist lustig zu sehen, wie jemand anders meine Arbeit interpretiert.“

Die ist zumindest in der ersten Folge „Mord auf Shetland“ überzeugend und macht Lust auf mehr schottische Inselkrimis.

Mord auf Shetland

Ostersonntag, 21.45 Uhr, ARD


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