Hier irrt Llambi! „Jana war besser als Eric!“ Michael Hull über Let‘s Dance 2016


Berlin. „Let‘s Dance 2016“ startet mit Top-Punkten für Eric Stehfest und Jana Pallaske. Ulli Potofski fliegt raus. Wie bewertet der Osnabrücker Profi Michael Hull, Ex-Juror der RTL-Show, die Leistungen?

„Let‘s Dance 2016“ startet mit viel Llambi-Lob für Jana Pallaske und Eric Stehfest. Zu Recht? Michael Hull, Osnabrücker Profi und Ex-Juror der RTL-Show, kommentiert die erste Ausgabe.

Der erste Eindruck von „Let‘s Dance 2016“

Mir persönlich war vorher schon ganz klar, dass der erste Satz von Herrn Joachim Llambi sich auf Daniel Hartwichs neue Friseur bezieht. Das sage ich meinen Kunden schon seit Wochen, seit ich das Dschungelcamp verfolgte, wo Daniel ebenfalls moderiert. Für die Kandidaten stellt sich am Anfang die Frage: Wie viel Druck braucht die Führung zum Partner? Dazu muss man erst den Normalzustand des Körpers kennen – des Ungeübten, der zu führen ist. Aber was ist schon normal? Das Ziel sollte sein: Soviel wie nötig, so wenig wie möglich. Einfach durchatmen und beginnen. Je schwieriger die Kombis werden, um so mehr Luft braucht man. Bei allen wird der Muskelkater an Stellen auftreten, an denen man nie Muskeln vermutet hätte. (Let‘s Dance 2016: die erste Live-Show aus der Sicht des Fernsehkritikers)

Sarah Lombardi & Robert Beitsch

Der Quickstep ist kein leichter Tanz für den Start. Auch für den Profi Robert war es eine Herausforderung. Während Sarahs Vorführung war ein starker Leistungsabfall zu sehen.

Alessandra Meyer-Wölden & Sergiu Luca

Der langsame Walzer ist vom Grundansatz her der schwerste Tanz überhaupt. Sergiu ist sehr stark und kann viele Abläufe, Hebefiguren und tänzerische Unreinheiten gut überspielen. Alessandra muss noch spannungsvoller und übergangsloser werden.

Michael Wendler & Isabel Edvardsson

Ich glaube, dass viele ihre Meinung über Wendler während dieser Sendung ändern werden. Wie sehr Michael Wendler sich auch als freundlicher und sympathischer Mensch darstellen lässt – sein Cha Cha Cha ist indiskutabel. Da kann Isabel sich noch so viel Mühe geben, es geht nicht! Bei einem Musiker setzt man eigentlich Rhythmus voraus. Eigentlich! Motsi versuchte im Jury-Urteil, etwas Positives zu finden. Wendlers Tanz war aber kein Traum zum Träumen, eher ein Albtraum! (Tanzbär, Überraschungstüte, Ü-50-Wunder: Wer ist was bei „Let‘s Dance 2016“?)

Thomas Häßler & Regina Luca

Der Michael Wendler war ja schon fragwürdig, aber es geht noch schlechter. Was bei diesem Walzer anfangs wie von selbst zu laufen schien, kam auf einmal ins Stocken. Selbst unbewusst ablaufende Handlungen sind hier gestört. Motsis Rat wird ihm auch nicht helfen. Und auch seine Profi-Tänzerin Regina kann bei Häßler nicht viel machen.

Victoria Swarovski & Erich Klann

Beweglich, rhythmisch, fröhlich und frei ist Victoria bei ihrem Cha Cha Cha – und ja: Sie hat in der ersten Sendung schon eine sehr gute und auch überraschend kontinuierliche Performance dargelegt. (Wer ist Victoria Swarovski?)

Sonja Kirchberger & Ilia Russo

Mehr Österreich als beim Wiener Walzer geht nicht. Bei Sonja Kirchbegert waren Emotionen, Beweglichkeit und auch persönliche Erfahrung mit ihm Spiel. Das eigentlich Typische des Wiener Walzers war aber noch nicht wirklich ausgefeilt. Aber was soll‘s! Bei dieser Performance war das auch nicht mehr wichtig.

Julius Brink & Ekaterina Leonova

Der Olympiagewinner glänzte beim Quickstep mit guter Fußarbeit, Rhythmus und typischen, gut dargestellten Charleston-Bewegungen. Jorge González meinte zwar, dass er nach Luft hechelte. Ein Missverständnis: Das waren die Tanzposen.

Franziska Traub & Vadim Garbuzov

Der Cha Cha Cha wurde zuerst Ende der Sechziger von Gerd und Traute Hädrich nach Deutschland gebracht. Franziska Traub interpretiert ihn mit Lebensfreude und Spaß und überwältigender Geschwindigkeit – aber das Resultat hatte leider wenige mit dem Tanz zu tun. Erstaunt hat mich, dass Joachim Llambi hier Grundlagenbücher zur Technik zitieren möchte!

Niels Ruf & Oti Mabuse

Niels hat bei seinem Wiener Walzer einige Male die falsche Richtung genommen – aber ich hoffe, dass Oti bei den kommenden Ausgaben von „Let‘s Dance“ seine versteckte Geschmeidigkeit hervorbringen kann. Zum Glück nimmt Niels die Aussagen von einem gewissen Jury-Mitglied nicht so ernst! Jorge González wagt sich beim Tanz von Niels Ruf weit vor und macht Aussagen zur Tanztechnik. Wir setzen bei diesem Juror ein Fragezeichen dahinter. (Lässt Niels Ruf die Finger von Otlile Mabuse?)

Attila Hildmann & Oxana Lebedev

Oxana Lebedev erweist sich als talentierteste Tänzerin bei „Let‘s Dance“; mit Amateuren erzielt sie ebensogute Ergebnisse wie bei den Profis. Schwierige Passagen seines Quicksteps hat Attila Hildmann – für das erste Mal – gut gemeistert! Schwerfällig, wie Jorge González und Joachim Llambi ihn nennen, habe ich ihn absolut nicht gesehen! Attila wird uns noch überraschen! (Attila Hildmann? Ist das der Koch aus der Edeka-Werbung?)

Ulli Potofski & Kathrin Menzinger

Im letztem Jahr gewann Kathrin Menzinger nicht nur den „Let’s Dance!“-Pokal, sondern wurde auch noch Kür-Weltmeisterin. Mit Ulli hat sie nun ihre größte Herausforderung gefunden. Ein Cha Cha Cha war das? Oh oh! Kein Kommentar! Trotzdem: Wenn Ulli sich gegenüber Llambi damit verteidigt, dass er es versucht hat und auch noch Spaß dabei hatte – dann kann man ihm nur Recht geben!

Jana Pallaske & Massimo Sinató

Beim Cha Cha Cha mit Jana Pallaske profitiert Massimo von seiner künstlerischen, technischen und musikalischen Vielfalt. Er kann sich mit seiner Partnerin völlig auslassen. Jana tanzt rhythmisch, ist absolut beweglich und versprüht Freude am Tanzen. Die Sprache des Körpers ist für beiden klar und verständlich. Sie werden uns bei „Let‘s Dance“ eine einzigartige Herangehensweise vorführen. Wir brauchen es nur zu beobachten und uns berieseln zu lassen! Für mich war dieser Tanz die absolut beste Performance. Und ich ahnte schon, dass so etwas von den beiden kommen wird! Es wird noch spannend, was die zwei uns noch vorführen!

Eric Stehfest & Oana Nechiti

Eric geht gleich aufs Ganze, wenn er sich Oana Nechiti nähert. Er ist sehr ehrgeizig und zielstrebig. Sein Cha Cha Cha wirkt stark, dynamisch und profitiert von einer tollen Choreo, die viel aussagte und auch gut zur Musik passte. Nur rhythmisch war er noch nicht ganz fest im Takt; trotzdem: Für ein Anfänger war das nicht schlecht. Ich bin aber nicht Joachims Llambis Meinung, dass Eric den Cha Cha Cha am besten vorgeführt hat. Da war Jana Pallaske technisch viel cooler – und auch sicherer im Takt. Und zwar ganz eindeutig.

Nastassja Kinski & Christian Polanc

Nastassja erweist sich als sehr einfühlsame und zurückhaltende Frau. Christian muss hier viel tun, damit sie aus sich herauskommt. Über die Person von Christian Polanc äußerte Herr Joachim Llambi sich diesmal übrigens ausgesprochen gut – besonders im Vergleich zum letzten Jahr!

Alles zu „Let‘s Dance 2016“ auf unserer Themenseite.


Michael Hull holte zwei Jahrzehnte lang einen Weltmeistertitel nach dem anderen. In den ersten beiden Staffeln von „Let‘s Dance“ saß er als Juror neben Joachim Llambi auf dem Podium. Hull lebt in Osnabrück, wo der 56-Jährige an seiner Tanzschule sein Können weitergibt.

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN