Zwei Folgen in der ARD Ulrike C. Tscharre glänzt in „Hotel Heidelberg“

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Osnabrück. Hotelfilme im Ersten waren bislang meist schockierend schlecht. Mit „Hotel Heidelberg“ aber nutzt die ARD nun die Möglichkeiten dieses Genres. Hauptfigur in einem starken Ensemble ist Ulrike C. Tscharre als Hotelchefin Annette Kramer.

Mit dem „Traumhotel“ haben die Programmverantwortlichen der ARD jahrelang nicht nur ein „Traumschiff für Arme“ finanziert, sondern auch die Untiefen ihres Angebots ausgelotet. Wenn Christian Kohlund in Nobelherbergen rund um den Globus seine Gäste begrüßte, quoll süßlicher Schmalz aus jeder Pore des Fernsehers, während selbst geografische Tatsachen weit in den Hintergrund rückten. Da bekam die nordthailändische Stadt Chiang Mai schon mal einen Strand verpasst, der in Wirklichkeit über 600 Kilometer entfernt ist. Machte ja nichts – wo schöne Menschen in schönen Häusern schöne Stunden verbrachten, konnte das Meer doch nicht weit sein. (Weiterlesen: Die letzte Folge des „Traumhotels“)

Zum Glück Vergangenheit

Zum Glück gehören diese Zeiten der Vergangenheit an. Zwar sollte sich auch Martin Rauhaus als Autor von „Hotel Heidelberg“ keine übertriebenen Hoffnungen auf einen Drehbuchpreis machen, doch der zunächst mal auf zwei Teile angelegte Versuchsballon ist durchaus eine wohltuende Annäherung an das wahre Leben. Und vor allem glänzen die beiden Filme, die das Erste an diesem und am kommenden Freitag ausstrahlt, durch ein hervorragendes Ensemble.

Hermines Schatten

Allen voran Ulrike C. Tscharre – eine wunderbare Schauspielerin, der endlich mal eine größere Hauptrolle zugefallen ist. Im „Hotel Heidelberg“ ist sie als Annette Kramer die Juniorchefin des Hauses am Neckar, dessen Charme und Ausstrahlungskraft jahrzehntelang von ihrer Mutter Hermine (Hannelore Hoger) geprägt wurde. Während Hermine den Gästen gegenüber noch immer die charismatisch-lebenslustige Grande Dame gibt und abends das Geld am Spieltisch unter zwielichtige Zeitgenossen bringt, kümmert sich die gestresste Tochter um das Alltagsgeschäft auf dem langsam, aber stetig sinkenden Schiff.

Christoph Maria Herbst ist köstlich

Bestens besetzt sind auch die Rollen von Annettes Vater Günter (Rüdiger Vogler), die ihres pubertierenden Sohnes Jeremy (David Nolden) und vor allem die ihres Therapeuten Dr. Ingolf Muthesius, in der Christoph Maria Herbst einmal mehr eine Kostprobe seines komödiantischen Talents gibt. Spätestens als er sich in seine Patientin verliebt und zu stottern beginnt, sorgt Herbst für ein bisschen Frühling im Fernsehen.

„Wahnsinnig lustig“

Das amüsiert nicht nur die Zuschauer. Im Gespräch mit unserer Redaktion schwärmt Ulrike C. Tscharre: „Mit Christoph zu drehen ist wahnsinnig lustig. Eigentlich ist er eher ein ernsthafter Mensch und haut nicht einen Witz nach dem anderen raus. Andererseits ist er so wahnsinnig schnell im Kopf, man kann quasi zusehen, wie es bei ihm rattert und ein lustiger Einfall den anderen jagt.“ Es habe sie regelrecht beflügelt, mit ihm zu drehen.

Lieblingsszene

Folglich ist Tscharres Lieblingsszene in „Hotel Heidelberg“ auch eine, die sie mit Herbst zusammen hatte: „Beim Drehen war das Spaghetti-Essen mit Christoph total lustig. Wir hatten keine Vorgabe, konnten improvisieren und ich dachte immer nur: Was machen wir hier eigentlich?“

Spannende Orte

Das reflexhafte Ziehen am Geschmacksnerv habe sie beim Thema Hotelfilm in der ARD zunächst auch gehabt, räumt Ulrike C. Tscharre ein. „Andererseits finde ich, dass Hotels total spannende Orte sind, deshalb sind sie ja auch in der Literatur und im Film so präsent.“ Die Serie „Das Haus am Eaton Place“ habe sie geliebt, gesteht die Schauspielerin.

Fortsetzung erwünscht

Damit kann „Hotel Heidelberg“ vielleicht noch nicht mithalten, aber immerhin machen die beiden Teile das unsägliche „Traumhotel“ vergessen und belegen, dass auch im Ersten leichte Unterhaltung nicht zwingend komplett hirnverbrannt sein muss. Fortsetzung durchaus erwünscht.

Hotel Heidelberg – ARD, 26. Februar und 4. März, jeweils 20.15 Uhr


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