Die Rache der Tiere Die Pro7-Serie „Zoo“ spielt mit realen Ängsten

Tun sich zusammen: Safari-Führer Abraham (Nonso Anozie, rechts) und Zoologe Oz (James Wolk).Foto: CBS Broadcasting/Steve DietlTun sich zusammen: Safari-Führer Abraham (Nonso Anozie, rechts) und Zoologe Oz (James Wolk).Foto: CBS Broadcasting/Steve Dietl

Osnabrück In der neuen US-Serie „Zoo“, die auf Pro7 anläuft, hat es der Mensch endgültig geschafft, die gesamte Tierwelt gegen sich aufzubringen. Dahinter steckt nicht nur Science Fiction.

Apokalyptische Schreckens- und Weltuntergangsszenarien haben nicht erst seit „ The Walking Dead „ Hochkonjunktur bei Serienmachern und ihren Fans. Mal überrennen Außerirdische unseren Planeten („ Falling Skies „), dann wieder legen wir Menschen unsere Zivilisation mit Atombomben („Jericho“) oder durch einen Unfall („Revolution“) lahm. Und natürlich gibt es Zombies, Zombies, Zombies, so weit das televisionäre Auge reicht. Ganz zu schweigen von all den Mystery-Serien, in denen vollkommen unerklärliche Phänomene unser gesamtes wohlfeiles Dasein infrage stellen.

Da wirkt die neue US-Serie „Zoo“ nach der Bestsellervorlage von  James Patterson und Michael Ledwidge, die nun von ProSieben als Free-TV-Premiere ausgestrahlt wird, schon beinahe bodenständig. Das Geschehen nimmt seinen Anfang in Botswana, wo der Zoologe Jackson Oz (James Wolk) und sein kenianischer Freund, der Safari-Führer Abraham Kenyatta (Nonso Anozie) seltsamen Verhaltensabweichungen von Löwen auf die Spur kommen. Die Raubkatzen können offenbar plötzlich über eine große Distanz hinweg kommunizieren. Dabei kommt es zu koordinierten, planvoll ausgeführten Attacken gegen Touristen.

Eine von ihnen ist die Französin Chloe Tousignant (Nora Arnezeder), die in Wirklichkeit für den französischen Auslandsnachrichtendienst DGSE tätig ist. Nach ihrer Rettung werden Oz, Abraham und Chloe mit anderen Experten zu einem Team geformt, das den seltsamen Ereignissen auf den Grund gehen soll. Darunter befinden sich auch die Journalistin Jamie Campbell (Kristen Connolly) und der Veterinär-Pathologe Dr. Mitch Morgan ( Billy Burke, „Twilight“ ).

Die Journalistin fällt vor allem durch ihren Übereifer in ihrem Bestreben auf, einer Biotechnologie-Firma namens Reiden Global übelste Machenschaften nachzuweisen. Und wie das in Spielfilmen und Fernsehserien nun einmal so ist – die irrwitzigsten Verschwörungstheorien erweisen sich nicht nur als wahr, sondern bergen noch viel größere Ungeheuerlichkeiten, als zunächst angedeutet wird. Ist der global agierende Biotechnologie-Konzern etwa verantwortlich für den einsetzenden Rachefeldzug der Tiere?

Natürlich ist die neue Serie „Zoo“ pure Science Fiction, ein lustvoll erdachtes und attraktiv inszeniertes Hirngespinst, das einem was-passiert-wenn-Gedankenspiel nachgeht. Aber dabei spielt die Serie geschickt mit realen Ängsten aus unserer Wirklichkeit. Unverkennbar ist hier vor allem die Anspielung auf den multinational agierenden Konzern Monsanto , der sowohl mit gentechnisch veränderten Feldfrüchten als auch durch zahlreiche Prozesse immer wieder in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses gerückt ist.

Aber auch spektakuläre Angriffe von Tieren auf Menschen scheinen in letzter Zeit zuzunehmen. So ist es gerade ein halbes Jahr her, dass ein ausgerissener Zirkuselefant einen Spaziergänger aus Buchen im Odenwald totgetrampelt hat. Gerade Elefanten wird nicht nur eine hohe Intelligenz nachgesagt, sondern auch das sprichwörtliche Elefantengedächtnis. In seinem letzten Buch „Von Elefanten und Menschen“ geht der am 6. Juni 2015 verstorbene Elefantenforscher Dr. Fred Kurt dezidiert auf das konfliktreiche Verhältnis beider Gattungen ein. In einem Interview mit der „Welt“ brachte er angesichts zahlreicher Unfälle in Zoos das oft gespaltene Verhältnis zwischen Pflegern und eingesperrten Elefanten auf den Punkt: „Bei Elefanten passiert lange Zeit nichts. Doch die Tiere beobachten die Menschen, sie kennen ihre Pfleger besser als die ihre Schützlinge, und sie rächen sich“.

In der Serie „Zoo“ sind es nach und nach alle Tiere, die sich gegen ihren Feind, also gegen uns erheben. Dass da selbst kleinere Tiere wie Vögel eine tödliche Gefahr sein können, wissen wir spätestens seit Hitchcock. Aber als das gefährlichste Tier unter allen entpuppt sich wieder einmal – der Mensch.

„Zoo“, Pro7, mittwochs, ab 13. Januar, 20.15 Uhr.


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