„Tatort“-Eskalation in Hamburg „Tatort“ heute Abend: Til Schweiger im „Fegefeuer“


Osnabrück. Am Sonntag zeigt die ARD die Fortsetzung des Til Schweiger-„Tatorts“. Nach „Der große Schmerz“ heißt es nun „Fegefeuer“. Die Situation eskaliert.

Leyla (Helene Fischer) ist tot, Nicks Tschillers Ehefrau Isabella Schoppenroth (Stefanie Stappenbeck) ebenfalls. Nur Clan-Boss Firat Astan (Erdal Yildiz) hat mal wieder die Kurve gekriegt – alles deutet auf eine weitere Eskalation seiner Fehde mit dem Rambo-Polizisten Tschiller (Til Schweiger) hin.

Billy Wilder-Zitat

Das lassen zumindest die Worte von NDR-Programmdirektor Frank Beckmann vermuten, der im Vorwort des Infos zum Action-Spektakel „Der große Schmerz“ und „Fegefeuer“ den großen Billy Wilder zitiert: „Beginne mit einem Erdbeben und steigere Dich dann“. (Weiterlesen: Schweiger-“Tatort“: Geiselnahme in der „Tagesschau“)

Stochern im Nebel

Für Journalisten ist es diesmal ein Stochern im Nebel, denn der NDR hat ihnen im Gegensatz zur sonst üblichen Praxis keine Gelegenheit gegeben, sich „Fegefeuer“ vor der Ausstrahlung anzusehen. Bei einem früheren Schweiger-„Tatort“ waren Bilder der Folge vom Fernseher abfotografiert und veröffentlicht worden. Das, so der NDR, wolle man diesmal verhindern, um die Spannung zu erhalten. Ein schwarzes Schaf reicht also, um einen ganzen Berufsstand in Sippenhaft zu nehmen – und das von einem öffentlich-rechtlichen Sender, der sich damit auf höchst fragwürdiges Terrain begibt.

„Alles ist möglich“

Was bleibt, sind die Aussagen der an diesem „Tatort“ Beteiligten. Wie die des Regisseurs Christian Alvart, der im Info zu Protokoll gibt: „Tschiller bewegt sich in ,Fegefeuer‘ außerhalb jeglichen polizeilichen Rahmens. Er wird ganz auf seine Person und seinen Gegner Astan zurückgeworfen. Die beiden sind aneinander gekettet, sowohl physisch als auch metaphorisch. Es fühlte sich einfach richtig an, die beiden dafür aus Hamburg rauszuholen. Alles ist möglich!“

Requiem auf Tschiller

In „Fegefeuer“, so Alvart weiter, leiste man sich „ein Requiem auf den gebrochenen Helden Tschiller“. Dazu habe man drei Teile lang in diese Figur investiert. Alvart: „Es geht in Teil 4 um nichts Geringeres als Nicks Seele. Einerseits ist es emotional nachvollziehbar, was er tut, dass er sich rächen möchte. Andererseits geht dabei, wie Yalcin (Fahri Yardim) warnt, ,die Seele kaputt‘. Dann gibt es kein Zurück und Nick wäre verloren.“

„Rasende Rachemaschine“

Auch Drehbuchautor Christoph Darnstädt dreht an der Spannungsschraube: „Der Plan war, das Aufeinandertreffen von Nick und Firat nicht als klassischen Action-Showdown zu erzählen, sondern mehr daraus machen. Eine tiefergehende Konfrontation zu erzählen, in der Nick und Firat irgendwie aneinander gekettet sind, sich zwangsläufig näherkommen, mehr voneinander erfahren müssen. Einfach am Ende mal mehr zu haben als nur: Der Gute trifft auf den Bösen und macht ihn platt.“ Und wenn er Tschiller als „rasende Rachemaschine“ beschreibt, ahnt man zumindest, dass das Actions-Spektakel vom Neujahrsabend seine Fortsetzung und vermutlich Eskalation finden wird.

Kino-“Tatort“ im Februar

Weitere Steigerungen sind nicht nur nicht ausgeschlossen, sondern sogar höchst wahrscheinlich. Erst im Herbst wurden in Moskau die letzten Szenen des Kino-„Tatorts“ abgedreht, der im Februar unter dem Titel „Off Duty“ zu sehen sein soll. Dafür, so Regisseur Alvart, „haben wir in Sachen Action noch mal zwei, drei Schippen draufgelegt“.

Damit es dann an der Kinokasse so richtig klingelt und die Zuschauer nicht einfach die Fernsehausstrahlung abwarten, will die ARD den Krimi erst 2018 zeigen. Wenn Til Schweiger dabei ist, scheint nichts Sonderbares unmöglich.

Tatort: Fegefeuer – ARD, Sonntag, 3. Januar, 20.15 Uhr


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