„Stralsund“-Krimi im ZDF „Stralsund - Der Anschlag“ verschenkt seine Chance

Die Stralsunder Kommissare Nina Petersen (Katharina Wackernagel) und  Max Morolf (Wanja Mues). Foto: ZDF/Gordon TimpenDie Stralsunder Kommissare Nina Petersen (Katharina Wackernagel) und Max Morolf (Wanja Mues). Foto: ZDF/Gordon Timpen

Osnabrück. Das sogenannte horizontale Erzählen ist auch bei deutschen Krimiformaten in Mode gekommen. Die neue „Stralsund“-Folge „Der Anschlag“ krankt genau daran.

Ein aktenkundiger Gewalttäter wird tot aufgefunden, seine Verbindungen in eine sektenartige terroristische Vereinigung aufgedeckt. Nun, so suggeriert nicht zuletzt der Titel des Films, kann der Wettlauf gegen die Zeit beginnen - was planen die Terroristen? Doch stattdessen schleust sich Kommissarin Petersen (Katharina Wackernagel) undercover in die Psychiatrie ein, in der sich der Anführer der Terrorzelle Marohn (Peter Lohmeyer) dem polizeilichen Zugriff entzieht.

Dieser Ausflug in die durch Vorkommnisse aus früheren „Stralsund“-Folgen schwer belastete Psyche der Heldin wirft der Zweikampfdramaturgie zwischen Terroristen und Ermittlern einen solchen Bremsklotz vor die Füße, dass sich die Geschichte erst im letzten Drittel wieder berappelt. Zu lange muss der Zuschauer Petersens ermüdenden Kampf gegen ihre posttraumatische Störung miterleben. Fast gewinnt man den Eindruck, die Macher hätten Manschetten davor gehabt, einen geradlinigen Thriller zu erzählen. „Der Anschlag“ wäre jedenfalls mit „Die Anstalt“ treffender betitelt gewesen und verschenkt die Chance das brisante Thema Terror von rechts auf spannende Weise zu erzählen.

Stralsund - Der Anschlag, ZDF, Montag, 28. Dezember, 20.15 Uhr

Wertung: 3 von 6 Sternen


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