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Schlag den Raab: Letzte Folge Nach Raab kommt nur das Testbild


Berlin. Schlag den Raab: Stefan Raab verabschiedet sich in der letzten Ausgabe seiner Show mit Whitney Houston und Weihnachtsrock. Fans streiten beim Abschied über die neuen Spielregeln des Finales.

Die letzte Folge „Schlag den Raab“ beendet die Karriere von Stefan Raab mit einem selbstironischen Gag. Um zwei Uhr morgens ist Pro Sieben um einen Entertainer ärmer.

One Moment in time: Stefan Raab geht mit Song Whitney Houston

Der Abschiedsschmerz wird weggelacht: Es ist der frühe Sonntagmorgen, viertel vor zwei. Nachdem Stefan Raab noch seinen Kandidaten Hendrik zum Millionär gemacht hat, lässt er von den Heavytones Whitney Houstons „One Moment in Time“ einspielen und singt dazu mit betont dünner Stimme. Dann blendet Pro Sieben ein ironisches Testbild ein, und als das Studio wieder zu sehen ist, trägt Raab Pelz und Rentier-Ohren und rockt mit seinem Musikern. „Vielen Dank“, sagt er. „Ich hoffe, Sie hatten ein bisschen Spaß.“ Raab umarmt sein Team – und ist weg. Das war das Finale von Stefan Raab.

Weiterlesen: Das letzte Mal „Schlag den Raab“ – so reagiert das Netz >>

Neue Spielregel im „Schlag den Raab“-Finale

„Schlag den Raab“ endet mit einer neuen Spielregel. Diesmal tritt Stefan Raab nicht gegen einen Kandidaten an, sondern gegen 15, die direkt aus dem TV-Studio auf die Bühne geholt werden. Jeder davon hat die Chance auf 100.000 Euro, denn insgesamt sind 1,5 Millionen Euro im Jackpot. Der nicht ausgespielte Rest der Gewinnsumme wird in einer Endrunde unter den Siegern ausgespielt. Es wird also auf jeden Fall die volle Summe unters Volk gebracht. Trotzdem gibt die letzte Raab-Show damit die Duell-Dramaturgie auf. Eine Endlos-Show, wie die entsetzliche 371-Minuten-Ausgabe, ist nicht möglich, wenn Raab in jeder Runde einen neuen Gegner bekommt. (Macht Stefan Raab mit seinem Abschied einen Fehler? Zur Analyse)

Fans streiten über die geänderten „Schlag den Raab“-Regeln

Auf der Facebook-Seite von „Schlag den Raab“ macht sich Unmut breit. Der nach einer Stunde meistgelikte Top-Kommentar zum modifizierten Spielverlauf lautet: „Was für eine Scheißidee mit dem Spiel!!!! Letzte Sendung und jede Spannung ist weg!“ Der zweitbeliebteste Post vertritt dieselbe Meinung: „ Dummer modus.. Keine spannung... Danke das mir der letzte abend mit raab versaut wurde... Wieso eine mega show aendern?? Total schwachsinnig.“ Später punktet allerdings auch ein Raab-Verteidiger mit der Meinung: „An alle Meckerfritzen, die über den Modus der letzten Show motzen: Stefan hat jahrelang für beste Unterhaltung vor nichts zurückgeschreckt körperlich. Ist wohl nur OK, wenn er in seiner allerletzten Show einen etwas enspannten und für alle schönen Abschluß-Modus umsetzt. Sei Dir gegönnt Stefan!“ (Raab veräppelt Gewinnspiel-Sponsor: der #Wärmflasche-Gag)

Matthias aus Fürstenau fährt gegen Raab „Crazy Carts“

Daumen drücken für den Kandidaten aus Fürstenau: Matthias tritt gegen Stefan Raab im 13. Spiel an. „Crazy Carts“ heißt es, und wer seinen Gegner auf der Mini-Kartbahn zuerst dreimal eingeholt hat, gewinnt. Matthias macht es spannend. Nachdem Raab zwei Runden für sich entscheidet, dreht der Mann aus Fürstenau auf und ist mehrfach kurz davor, Raabs Fahrzeug zu touchieren. So nah war Raab, der immer nur nach Metern gewonnen hat, ihm noch nie gekommen. Vor der Entscheidung schaltet Pro Sieben noch einmal Werbung. Danach kommt Matthias zum Patt. Im entscheidenden Durchgang liegt er sicher vorn, trudelt, dreht sich einmal um die eigene Achse – erobert die Führung zurück – und gewinnt 100.000 Euro. Danach hätte Matthias als einer von sechs Finalisten auch den restlichen Jackpot knacken können, um Millionär zu werden. Er scheitert allerdings an einem Geschicklichkeitsspiel: Den „Klackerball“, den er mit einer Sprungfeder aus einer Art Eistüte hochschießen und wieder auffangen muss, verfehlt er. Wir gratulieren zu 100.000 Euro!

Maurice: Der Wiedergänger bei „Schlag den Raab“

Um 23 Uhr verblüfft der Kandidat Maurice das Team um Stefan Raab und Steven Gätjen: „Ich war schon mal bei dir“, sagt er. „Bei ‚TV total‘.“ Vor zehn Jahren, berichtet er, hat er hier „Blamieren oder kassieren“ gespielt und gegen Stefan Raab gewonnen. Raab erinnert sich an nichts. Gätjen verkündet, zu welchem Spiel Maurice heute antritt: Blamieren oder kassieren. Gätjen beteuert: Es ist wirklich Zufall, dass derselben Mann mit Raab zweimal dasselbe Spiel spielt. (Star Wars VII: Was Sie über Leia und Vader noch nicht wussten)

Raabs Rache: Buschi muss zum Dosenschießen

Um Mitternacht bekommt „Schlag den Raab“ endlich den Flow, den man von einem Raab-Abschied erwarten darf. Nachdem Stefan Raab beim Dosen-Schießen (Dosen-Werfen mit Fußball) zum vierten Mal 100.000 Euro verloren hat, wird er von seinem Kommentator Frank Buschmann wie gewohnt angefrotzelt. „Ich würde ja gern mal sehen“, sagt Raab da, „wie Buschi sich hier schlagen würde.“ Sagt‘s und holt Buschi auf die Bühne, wo er gegen Elton schießen muss. Warum nicht gegen den scheidenden Moderator? Raab: „Ich kommentiere natürlich.“ Raab springt in die Kommentatorten-Kabine, lobt Elton als „heiß wie Frittenfett“ und befindet über die Schusstechnik seines Kommentators: „Man sieht schon beim Laufen, dass die Beine schief aufgehängt sind.“ Haha! Klasse! Schade, dass diese Improvisationslust erst so spät am Abend einsetzt.

Schlag den Raab: So geht‘s los

Als erste der letzten „Schlag den Raab“-Kandidaten tritt die Masterstudentin Victoria an – die Raab beim Engelchen-Fangen nicht schlagen kann. Nach ihr geht der Ballermann-Musik-Liebhaber Hendrik ins Rennen. Wenn er das Spiel „Smart DJ“ für sich entscheidet und die 100.000 Euro gewinnt, droht seinem Schützenverein ein Auftritt von Mickie Krause. Raab: „Den kannst du aber billiger haben.“ Raab und Hendrik müssen Songs erkennen, deren Abspieltempo sie selbst steuern – mit einem Smart, den sie über einen riesigen Plattenteller fahren. Zwischen den Herausforderern kommt es zum Kopf-an-Kopf-Rennen. Beide erkennen vier Songs; Hendrik ist aber erst um wenige Sekunden schneller und dann um 100.000 Euro reicher. Mickie Krause feiert mit. (Debakel oder TV-Geschichte? Diese Panne führte zur Jahrhundert-Überziehung bei „Schlag den Raab“)

So gehen die Spiele weiter

Zwei Runden weiter wird Stefan Raab zum zweiten Mal geschlagen. Im Wettkampf mit Julia muss er raten, wann Christo den Reichstag verhüllt oder zum letzten Mal ein Mensch den Mond betreten hat. Raab liegt früh zurück, schafft noch ein ehrenwertes Aufholrennen, wird aber doch von Julia geschlagen. Im vorigen Spiel hatte der Kandidat Raffael weniger Glück: Beim Harpunen-Dart trifft Raab so oft das Bull‘s Eye, dass der Herausforderer chancenlos bleibt. Johannes unterliegt im fünften Spiel beim Karussell-Ball. Und auch als Raab und sein Herausforderer Klötzchen mit Hilfe von zwei langen Holzleisten stapeln sollen, hat Raab mehr Glück. Beim Fangen auf der Eisbahn gewinnt der Publikumskandidat als dritter Herausforderer 100.000 Euro. Nach 15 Spielen ist es halb zwei, und es steht 9 zu 6 für Raab. (Die besten TV-Momente von Stefan Raab)

„Schlag den Raab“: Zahlen, bitte!

„Schlag den Raab“ dauerte, so schreibt der Sender zum Finale, insgesamt exakt 142.692 Sendeminuten – zuzüglich der gut fünfeinhalb Stunden des Finales. Davon entfallen 371 Minuten auf die Show vom November 2014, die mit über sechs Stunden längste Ausgabe des Formats. Die kürzesten dauerte mit drei Stunden und 46 Minuten kaum mehr als die Hälfte davon. Das heutige Finale ist die 55. Ausgabe der Show. Von den 54 vorangegangenen Duellen gewann Raab 38. Insgesamt wurden dabei 26 Millionen Euro an Raabs Bezwinger ausgeschüttet; der Rekordgewinn liegt bei 3,5 Millionen Euro. Im Jackpot der letzten Ausgabe von „Schlag den Raab“ lagen noch einmal 1,5 Millionen Euro. Und nicht nur Raab hat sich mit „Schlag den Raab“ verabschiedet, auch Steven Gätjen war vor seinem Neustart im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zum letzten Mal bei Pro Sieben im Einsatz. (Emsländerin gewann bei „Schlag den Raab“ fünf Autos: Fährt sie heute noch damit?)

Stefans größte Erfolg

Es hilft ja nix, man muss den Tatsachen ins Auge sehen: Samstag tritt der Raabinator ein letztes Mal in den Ring. Zeit zurückzublicken auf die größten Erfolge!Schlag den Raab // Die letzte Show // Samstag, 20:15 Uhr LIVE auf ProSieben

Posted by Schlag den Raab powered by MySpass on Dienstag, 15. Dezember 2015


Stefan Raab ist seit gut 20 Jahren als Moderator und Entertainer im Fernsehgeschäft. Stationen seiner Karriere:

1993-1998 - Moderation der Nonsens-Talkshow „Vivasion“ beim Musiksender Viva.

seit 1999 - wurde seine Sendung „TV total“ auf Pro Sieben ausgestrahlt. In der langlebigsten Late-Night-Show Deutschlands kommentiert Spaßmacher Raab ironisch das Tagesgeschehen und veralbert seine Studiogäste.

seit 2002 - in unregelmäßigen Abständen lieferte sich Raab in zahlreichen TV-Events wie „Wok WM“ (seit 2003), „Turmspringen“ (seit 2004) oder „Stock Car Crash Challenge“ (seit 2005) Wettkämpfe mit anderen in sportlichen Disziplinen.

seit 2006 - läuft die Samstagabend-Show „Schlag den Raab“, in der ein Kandidat bei verschiedenen Spielen gegen den Entertainer antritt und 500 000 Euro, manchmal auch eine Million oder mehr gewinnen kann. An diesem Samstag wird sie zum letzten Mal über die Bühne gehen.

2005 - rief Raab den Bundesvision Song Contest ins Leben.

2010 - Castingshow „Unser Star für Oslo“. Deutsche Teilnehmerin beim Eurovision Song Contest wurde Lena Meyer-Landrut. Sie gewann den ESC.

seit 2012 - Politshow „Absolute Mehrheit - Meinung muss sich wieder lohnen“.

2013 - war Raab einer von vier Moderatoren im Fernsehduell zur Bundestagswahl mit Kanzlerin Angela Merkel und SPD-Herausforderer Peer Steinbrück. (dpa)

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