Drama Donnerstagabend auf Arte „Töchter“: Wenn Hass und Nähe dicht beieinander liegen

Manchmal können auch scheinbar widersprüchliche Gefühle nah beieinander liegen: Das erfahren Agnes (Corinna Kirchhoff, rechts) und Ines (Kathleen Morgeneyer, links) am eigenen Leib. Foto: ZDF/Reinhold VorschneiderManchmal können auch scheinbar widersprüchliche Gefühle nah beieinander liegen: Das erfahren Agnes (Corinna Kirchhoff, rechts) und Ines (Kathleen Morgeneyer, links) am eigenen Leib. Foto: ZDF/Reinhold Vorschneider

Osnabrück. Als Spiel um Hass und Liebe inszeniert Maria Speth den Film „Töchter“ um Agnes (Corinna Kirchhoff), die ihre Tochter sucht. Der Film läuft am Donnerstag, 3. Dezember, um 21.45 Uhr auf Arte.

Ines (Kathleen Morgeneyer) scheint keine Distanz zu anderen Menschen zu kennen: Ohne schlechtes Gewissen wühlt sie in den Sachen von Agnes (Corinna Kirchhoff), trägt ihre Klamotten, hat Sex in ihrem Bett, greift nach ihrem Geld. Ein Unfall hat die beiden zueinander gebracht, jetzt weicht Ines nicht mehr von Agnes Seite in diesem Drama, das über weite Strecken als Kopfkino abläuft, weil Szenen in der Luft hängen bleiben, wenn nach dem Schnitt die nächste Szene folgt. Greifbar wird es selten.

Agnes ist Lehrerin in der hessischen Provinz. In Berlin soll sie ein totes Mädchen identifizieren. Die Polizei vermutet, dass es Agnes 15-jährige Tochter Lydia (Dzamilja Anastasia Sjöström) ist, weil deren Ausweis neben der Toten lag. Sie ist es nicht, doch Agnes bleibt in der Stadt in der Hoffnung, ihre Tochter zu finden. Sie ist verwirrt – diese Stimmung transportiert die Regisseurin des Films, Maria Speth, zum Greifen nah. (Weiterlesen: Arte gewährt Einblicke in einen Ort des Hörens)

Das liegt vor allem an dem Verhältnis zu Ines. Die Obdachlose kommt bei einem Unfall in Agnes Leben. Wie ein Parasit saugt sie sich in Agnes Leben. Ein eigentümliches Verhältnis zwischen Hass und Nähe entwickelt sich zwischen den beiden. Währenddessen schwankt Agnes zwischen Realität und Traum. Irgendwann wird sie die Vermutung nicht mehr los, dass es eine Verbindung zwischen Ines und Lydia gibt.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN