Lohnt sich Fallout 4? Fallout 4 im Test: Drei Gründe gegen Fallout 4

Von Sebastian Philipp


Osnabrück. Fallout 4 gilt als ein Gaming-Höhepunkt 2015 – doch im Test kann das Spiel nicht überzeugen. Drei Gründe gegen Fallout 4.

(Lesen Sie hier: Drei Gründe für Fallout 4)

1. Fallout 4 ist keine Weiterentwicklung

Zwischen 2008 und 2015 liegen sieben Jahre und im Konsolenbereich haben sich seitdem massive technische Weiterentwicklungen zugetragen. Zwischen Fallout 3 und seinem Nachfolger Fallout 4 sind diese sieben Jahre allerdings gefühlt auf ein Minimum zusammengeschmolzen: Sowohl in technischer, als auch inhaltlicher Hinsicht ist Fallout 4 für erfahrene Ödland-Spieler eine einzige Enttäuschung. (Weiterlesen: Drei Gründe für Fallout 4)

Grafisch ist eine Weiterentwicklung zwar irgendwie erkennbar, aber gerade die Gebäudetexturen wirken wie aus Fallout 3 portiert. Auch die Mimik der Charaktere ist alles andere als berauschend, viele Figuren sind steif und ohne Leben. Zum Referenztitel Witcher 3 fehlen Fallout 4 Welten.

Besonders enttäuschend: Waffen, Ausrüstungsgegenstände und vor allem Gegner sind exakt die gleichen geblieben. Für mich ist Fallout4 nah dran am Etikettenschwindel. („Teamwork“-Kritik: Die erste Joko-und-Klaas-Show, die auch Dalli-Dalli-Fans gefällt.)

2. Fallout 4 mit schleppender Story, blassen Charakteren

Zwar ist von Beginn an klar: Der Spieler muss seinen Sohn wiederfinden, doch eine wirkliche charakterliche Entwicklung innerhalb der Story findet nicht statt. Die Dialoge sind zum großen Teil platt und die Entscheidungen haben keinerlei Auswirkungen auf Beziehungen oder gar die Zukunft. (Hier geht‘s zum Trailer)

Auch die anderen Figuren bleiben seltsam blass und wecken keinerlei Emotionen. Viele Weggefährten sind entweder ein einziges Klischee und völlig eindimensional. Bezeichnend: Ausgerechnet der Haushaltsroboter Coldsworth ist der einzige Charakter, der mich beim Test halbwegs zum Schmunzeln brachte. (Weiterlesen: Diese 10 Top-Spiele erscheinen im Herbst 2015 auf PS4 und Xbox)

3. Fallout 4 ist langweilig

Das riesige Ödland ist für den Spieler Fluch und Segen zugleich: Überall finden sich Kisten und Gebäude, in denen massiv Waffen, Rüstungen und andere Gegenstände versteckt sind. Doch wer soll das alles tragen? Das Crafting- und Siedlungssystem ist nicht nur völlig überladen, sondern auch weitgehend nutzlos.

Außerdem hat Bethesda den Rollenspielanteil auf ein Minimum reduziert, sodass Fallout 4 mehr oder weniger zu einem Sandbox-Shooter zusammengeschrumpft wurde.

Dass ausgerechnet die Steuerung nicht verbessert, sondern vor allem im Kampfsystem V.A.T.S. durch den Zeitlupenmodus eher verkompliziert wurde, ist zwar für PS4-Spieler noch im erträglichen Rahmen, aber für PC-Spieler der Horror.

Insgesamt ist Fallout 4 im Grunde vor allem eines: langweilig. Zumindest PC-Spieler können die Hoffnung hegen, das Game durch Mods erträglicher zu gestalten. (Weiterlesen: Star Wars Battlefront auf PS4 und Xbox One im Test)


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