Für Xbox One und PS4 Fallout 4 im Test: Drei Gründe, warum sich der Kauf lohnt


Osnabrück. Fallout 4 im Test: Unsere Redaktion hat sich ausgiebig mit dem Pipboy durch das Ödland von Fallout 4 geballert und das Open-World-Spiel auf der PS4 und Xbox One getestet. Drei Gründe für Fallout 4.

(Lesen Sie hier: Drei Gründe gegen Fallout 4)

Das Videospiel Fallout 4 feierte sein Release am 10. November für PS4, Xbox One und PC. Der vierte Teil der Reihe aus dem Hause Bethesda setzt konsequent das fort, was seine Vorgänger begonnen haben: Der Spieler schießt sich durch das von einem Atomkrieg zerstörte Amerika des 23. Jahrhunderts und muss sich gegen allerhand Mutanten, Roboter und postapokalyptische Banden durchsetzen. ( Weitergucken: Der Fallout 4 Release Trailer )

Wie schon im Vorgänger Fallout 3 ist das Game als Open-World-Spiel konzipiert. Der Nutzer hat also freie Bewegungs- und Entscheidungsmöglichkeiten, was er wann und wo tun möchte. Wieder schlüpfen wir in die Rolle eines Vault-Bewohners, der den oberflächlichen Atomkrieg unter der Erde überlebt hat. Anders als im Vorgänger wird der Protagonist jedoch nicht im Vault (Bunker) geboren, sondern eingefroren. Aufgetaut wird er erst hundert Jahre später. Ähnlich wie in der TV-Serie „The Walking Dead“ sieht er sich plötzlich einer zerstörten Welt gegenüber, die lebensfeindlicher nicht sein könnte. („Teamwork“-Kritik: Die erste Joko-und-Klaas-Show, die auch Dalli-Dalli-Fans gefällt.)

Fallout 4: Ein roter Faden im Ödland

Obendrein treibt den Protagonisten sein eigenes familiäres Schicksal an: Es gab einen heimtückischen Mord – und dieser Mörder soll dafür büßen. Die Hauptquest dient dem Spiel als roter Faden und beschäftigt den Spieler mindestens 20 Stunden. Typisch für Bethesda-Spiele: Die vielen Nebenaufgaben und die vielen Orte, die es zu entdecken gibt lassen den Spieler immer wieder abschweifen. Zu reizvoll sind die Säuberung eines Banditenlagers, die Erkundung des zerstörten Bostons und das Sammeln neuer und besserer Knarren. Wer die Hauptquest und die gängigen Nebenquests bestreiten will, dürfte rund 100 Stunden Spielspaß an Fallout 4 haben. Spieler, die das Ödland gründlich durchforsten und jeden Ort inspizieren wollen, hat mit Sicherheit das Doppelte vor sich. (Lust auf ein anderes Spiel? Hier gehts zum Review von Star Wars: Battlefront)

Die richtigen Perks in Fallout 4

Das Überleben im radioaktiv versuchten Ödland erleichtern nicht nur neue Knarren und bessere Ausrüstung: Der Spieler hat auch sämtliche Freiheiten, seinen Charakter durch sogenannte Perks in die Richtung zu entwickeln, die seiner Spielweise entspricht. Spielt man also lieber einen strunzdummen Schläger: kein Problem. Der Perk „Eisenfaust“ sorgt dafür, dass waffenlose Angriffe mehr Schaden anrichten und der Perk „Festgewachsen“ lässt den Spieler mehr Schaden im Stand anrichten und erhöht zudem die Schadensresistenz. Spielt man jedoch lieber einen klugen Wissenschaftler, sollten die Perks „Wissenschaft“ (Erlaubt die Herstellung von Hightechmods) oder „Nerdwut“ (Mehr Schadensresistenz, sobald die Lebensanzeige unter eine gewisse Marke fällt) aktiviert werden. Oder doch lieber auf das Glück vertrauen? Die Perks „Schnorrer“ (mehr Munition in Kisten) oder „Vierblättriges Kleeblatt“ (Chance, im V.A.T.S. die Leiste für kritische Treffer sofort zu füllen) machen es möglich.

Zielsuch-Assistent in Fallout 4

Moment mal: V.A.T.S.? Das „Vault-Tec Assisted Targeting System“, ein Zielsuch-Assistent, hilft dem Spieler bei den Schießereien im Ödland. Auf Knopfdruck wird die Zeit verlangsamt und V.A.T.S. aktiviert. Dann sucht der Spieler bequem die Körperstelle des Feindes aus, die beschossen werden soll und lässt den Assistenten seine Arbeit verrichten. Dabei geht es häufig sehr brutal zu, weshalb Fallout 4 erst ab 18 Jahren freigegeben ist.

Weiterlesen: Die 10 Top-Spiele erscheinen im Herbst auf PS4 und Xbox One

Vieles spricht für den Kauf von Fallout 4, vieles aber auch dagegen. Wir haben drei Streitpunkte für jede Seite zusammengetragen, um euch unser zwiegespaltenes Meinungsbild zu erklären.

Drei Gründe für Fallout 4

1. Der Humor von Fallout 4

Ja, ich wurde gehypt. Ja, ich habe mir die Pip-Boy-Edition aus Frankreich bestellt, weil sie in Deutschland ausverkauft war. Ja, ich liebe die Welt von Fallout generell. Und ja: Ich mag auch Fallout 4. Einer der größten Pluspunkte des Fallout-Universums ist in meinen Augen der Humor des Spiels. Der 50er-Jahre-USA-Retro-Look gepaart mit der Ironie, mit der Bethesda die damalige „Duck and Cover“-Gesellschaft überzieht, finde ich grandios. Allein die Erklärvideos zum SPECIAL-System, also dem Verteilen der Erfahrungspunkte für die Weiterentwicklung des Charakters, fand ich grandios. Im Spiel versteckt Bethesda diese kleinen – teils fiesen – Anspielungen, die den Horror einer Postapokalypse ins Lächerliche ziehen. Das ist großartig, das ist witzig und das überzeugt mich bei Fallout 4 erneut.

2. Sammelfieber in Fallout 4

Nicht nur im wahren Leben zieren alle Sammlereditionen von Fallout mein Spieleregal, auch in der Spielwelt packt mich das Sammelfieber. Eine Blechdose einfach liegen lassen? Geht nicht, schließlich kann ich daraus wichtige Ressourcen für den Häuser- oder Waffenbau herstellen. Ich plündere jede Kiste, in der Hoffnung dadurch genügend Munition für den nächsten Kampf zusammenzutragen. Und wenn ich dann ein Heft (das meine Spielerwerte dauerhaft erhöht) oder einen Pip-Boy (mit der gleichen Funktion) finde, freue ich mich doppelt über meinen ausgeprägten Sammelwahn.

3. Die Entscheidungsfreiheit in Fallout 4

Die Spielwelt rund um das zerstörte Boston ist groß, eigentlich riesig. Trotzdem langweile ich mich beim Durchstreifen des Ödlandes nie. Das nächste Monster, die nächste Raider-Gruppe oder eine Quest wartet dort irgendwo. Finde ich sie nicht, finden sie mich – garantiert. Oft belohnt mich das Spiel dann mit neuen Klamotten oder Waffen.

Und wenn ich gerade keine Lust auf die Hauptquest habe, dann ziehe ich halt los. Nicht unbedingt allein, denn die Partner, die man im Spiel trifft und anheuern kann, begleiten mich auf meiner Erkundungstour. Leider sind die NPCs dabei nicht immer nur hilfreich. Deren künstliche „Intelligenz“ stellt mich manchmal vor Herausforderungen – etwa wenn mein Hund einfach in ein Banditengebiet rennt, Minen aktiviert oder nur dumm rumsteht und bespaßt werden will. Trotzdem: Es ist meine Entscheidung. Und das ist gut so. (Lesen Sie hier: Drei Gründe gegen Fallout 4)


0 Kommentare