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Yps von 1975 bis heute Yps: 1975 schlüpfen die Urzeitkrebse - was ist das eigentlich?

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Berlin. 1975 ist die „Yps“ zum ersten Mal erschienen. Kuriose Fakten zum Heft, dem Google heute sein Doodle widmet.

1975 ist die „Yps“ zum ersten Mal erschienen – heute vor 40 Jahren. Google feiert den Magazinklassiker heute mit einem Doodle.

1975 erscheint die „Yps“ zum ersten Mal

Das erste „Yps“-Heft ist am 13. Oktober 1975 erschienen. Der Verlag Gruner + Jahr, der das Heft auf den Markt brachte, hatte vorher fünf Testhefte produziert, die nur in Hessen erschienen sind und ohne das Känguruh Yps auskamen, das dem Heft seinen Namen gibt. (Mehr über Google lernen: Easter eggs – die versteckten Gags der Suchmaschine.)

1975 bis heute: Die Verlagsgeschichte von „Yps“

Gegründet wurde die „Yps“ vom Verlagshaus Gruner + Jahr. 1999 hat der Egmont Ehapa Verlag, der auch den Konkurrenten „Micky Maus“ betreut, die Rechte am Heft gekauft – und es schon im folgenden Jahr eingestellt. Nur drei Tage vor dem 25. Geburtstag. 2005 gab es einen neuen Versuch mit vier Testheften, denen vorerst keine Serienproduktion folgte. 2012 wurde die „Yps“ mit verändertem Konzept neu aufgelegt; seit März 2015 erscheint das Heft zweimonatlich, inzwischen nur noch vierteljährlich. (Was taugt die neue „Yps“? Zur Kritik der Reboot-Ausgabe.)

„Yps“-Gimmicks von 1975 bis heute

Das erste „Yps“-Heft vom 13. Oktober 1975 hatte ein Kunststoff-Katapult als Gimmick beigelegt. Wenn trotzdem die Urzeitkrebse den Lesern am meisten in Erinnerung geblieben sind, hat auch das seinen Grund: Die Eier der Krebse waren 20 mal im Heft und sind damit das häufigste Gimmick der Publikationsgeschichte. Auf Rang 2 liegt das „Yps“-Abenteuerzelt mit 15 Einsätzen. (Was war das allererste Doodle? Die kuriosesten Fakten aus der Geschichte des Google-Gimmicks“)

Die „Yps“: 1975 ein Kinderheft, heute ein Männermagazin

Die Urzeitkrebse sind der Klassiker in der Gimmick-Geschichte. Sie kamen auch in das Heft, mit dem das Magazin vor drei Jahren wiederbelebt wurde. Heute ist die „Yps“ nicht allerdings mehr als Heft für Kinder gedacht – sondern für Männer, die zur Hochphase des Titels Kinder waren: die heute 30- bis 40-Jährigen. So komisch es klingt: Die „Yps“ ist ein Männermagazin. (Fossiles Doodle: Wer ist Lucy, der berühmteste Australopithecus afarensis?)

Was sind Urzeitkrebse wirklich?

Urzeitkrebse: Der deutsche Name des „Yps“-Gimmicks Nummer 1 ist immer noch besser als die Bezeichnung, unter denen die Urzeitkrebse in den USA vertrieben werden: Denn Krebse sind die Tiere tatsächlich, Sea Monkeys – also Affen – nicht. Der korrekte Terminus lautet Salinenkrebs. Den Heften liegen seine Eier bei, die sich mehrere Jahre halten. Die Tiere leben in freier Natur in Salzseen und sichern das Überleben ihrer Art in austrocknenden Gewässern mit widerstandsfähigen „Dauereiern“. Im Wasser schlüpfen sie, werden bis zu einem Zentimeter groß und können mehrere Monate leben. Sie essen Algen oder zur Not auch Hefe und dienen ihrerseits als Fischfutter. Nach der „Yps“ hat in den 90erm auch die „Micky Maus“ Urzeitkrebse beigelegt. (B. K. S. Iyengar: Besiegte der Guru mit Yoga drei tödliche Krankheiten?)

Vorbild der „Yps“ war eine kommunistische Zeitschrift

Das Gimmick ist ein kapitalistischer Geniestreich, die Idee hatten aber die Kommunisten des französischen Widerstands. Im Zweiten Weltkrieg erfanden sie das Kindermagazin „Pif Gadget“, das zunächst im Untergrund erschien. Das Gadget, ein anderes Wort für Gimmick, bescherte dem Nachfolger in den 60er Jahren eine Millionenauflage. Arte hat den deutsch-französischen Beziehungen der Kinderhefte vor einiger Zeit eine Doku gewidmet.

Gimmicks: vom Alleinstellungsmerkmal zum Auflagen-Viagra

Gimmicks waren 1975 das Verkaufsargument für die „Yps“. Heute können Zeitschriftenhändler ihre Regale kaum noch ordentlich sortieren, weil nicht nur unzählige Kinderzeitschriften mit wurschteligen Plastikspielsachen ausstaffiert werden. Selbst Frauenzeitschriften liegen heute CDs und Flipflops bei. Es wirkt: In Fachkreisen heißen die Gimmicks Auflagen-Viagra. Selbst der „Spiegel“ klebt gern mal eine Hitler-Doku aufs Heft. (Worüber Jugendliche heute lachen: So war das „Duell um die Geld“ im „Circus HalliGalli“)

Die „Yps“-Auflage: 610.000 Hefte waren möglich!

Die „Yps“ erreichte in ihren besten Zeiten Auflagen von 610.000 Heften. In Zeiten des Internets ist das auf dem Markt der Jugendmedien nicht mehr möglich. Die Neuauflage startete 2012 mit 120.00 Exemplaren. Immerhin: Bei Facebook hat die „Yps“ 125.000 Fans; RTL nitro hat ein TV-Magazin zum Heft im Programm. (Jugendmagazine im Auflagenschwund: Wir vergleichen die „BRAVO“ von 1975 mit einer aktuellen Ausgabe.)


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