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Staffel 6, Folge 1: First Time Again The Walking Dead Staffel 6: Rick Grimes und die Zombieherde

Von Manuela Kanies


Osnabrück.  The Walking Dead meldet sich zurück! Die Auftaktfolge „First Time Again“ (auf deutsch „Herdentrieb“) steigt mit einem verrückten Plan in die sechste Staffel ein und endet mit einem fiesen Cliffhanger. Wir verraten Ihnen, was in der ersten Episode passiert.

Achtung, es folgen Spoiler!

  • Die US-Kritiker loben „First Time Again“ in den Himmel: Die Auftaktfolge sei „episch“
  • Die erste Folge von „The Walking Dead“ kehre an die Anfänge der Serie zurück
  • Die Episode ist in den USA mit 90 Minuten (inklusive Werbung) länger als gewohnt
  • In Deutschland umfasst sie etwa 60 Minuten
  • US-Start der sechsten Staffel ist am Sonntag, 11. Oktober 2015
  • In Deutschland läuft die neue Staffel ab Montag, 12. Oktober 2015

Die sechste Staffel beginnt nicht nur mit der extra-langen Episode „First Time Again“ (auf deutsch „Herdentrieb“), sondern auch mit einem irrsinnigen Plan von Rick Grimes (Andrew Lincoln): Er will eine riesige Zombie-Herde umsiedeln, um die Sicherheitszone Alexandria zu beschützen. So meisterhaft der Plan ist, so unerwartet geht er gewaltig schief. Und es stirbt auch jemand.

Rückblick: Was passiert in Staffel 5?

Um in „First Time Again“ eintauchen zu können, beginnen wir mit einem kurzen Rückblick auf Staffel 5 von „The Walking Dead“: Zu Beginn rettet Carol die Gruppe um Rick Grimes aus Terminus und damit aus den Händen der Kannibalen. Diese werden bereits in der dritten Episode von Rick und ein paar anderen regelrecht abgeschlachtet (lesen Sie hier, warum das einer der Tiefpunkte der Staffel war),  so dass sich die Macher der US-Erfolgsserie des Senders AMC voll und ganz auf die Entdeckung der Sicherheitszone Alexandria konzentrieren können.

Dort angekommen, versuchen Rick, Daryl, Michonne und Co. sich an das geregelte Leben zu gewöhnen. Doch am Ende geht das gewaltig schief, Rick verprügelt erst in einem Gewaltausbruch den Arzt Pete, Jessies Mann, tötet ihn auf Deannas Anweisung hin schließlich  und Morgan (bekannt aus der ersten Episode von Staffel 1 und ein paar weiteren) taucht auf. Mit diesem dramatischen Cliffhanger verabschiedete sich „The Walking Dead“ in die einjährige Sendepause. Nur, um noch dramatischer wieder einzusteigen.

Was ist das Besondere an „First Time Again“?

Die beiden Erzählstränge. Um die Lücke zwischen der letzten Episode von Staffel 5 zur aktuellen Folge zu schließen, wird eine Handlung in Schwarz-Weiß erzählt als Rückblende. Die andere Erzählebene stellt den Plan von Rick in den Mittelpunkt, die riesige Zombie-Herde von Alexandria weg zu lotsen.

Gleich zu Beginn ist die Herde zu sehen, obwohl es nur ein Probelauf werden sollte, muss die Gruppe, koordiniert von Rick, den Plan sofort in die Tat umsetzen. Damit gelingt dieser Folge der dramatischste Auftakt in der Geschichte von The Walking Dead.

(Weiterlesen: Warum ist „The Walking Dead“ so erfolgreich“?)

Deanna greift durch, Glenn gibt Nicholas eine Chance

Obwohl man am Anfang gar nicht recht weiß, wie einem geschieht mit Blick auf diese riesige Zombie-Herde inmitten des Steinbruchs, ist man als Zuschauer mitten im Geschehen. Und bald darauf werden ein paar Fragen beantwortet, die nach dem Staffelfinale „Conquer“ aufgeworfen wurden: Wie gehen die Bewohner mit dem Tod von Deannas Mann und Pete, Jessies Mann, um? Deanna bleibt bei ihrem harten Vorgehen und unterstützt Rick bei seinem Vorhaben, Alexandria mit mehr Wachen und Waffen innerhalb der Mauern sicherer zu machen. Auch bei der Umsiedlung der Herde stimmt sie zu.

Glenn Rhee (Steven Yeun) bringt Nicholas, der Glenn in den Wald gelockt hat, um ihn zu töten, ins Krankenzimmer von Tara, die auch mittlerweile aus ihrem Koma erwacht ist. Im Laufe der Rückblenden wird deutlich, dass Glenn weiterhin an seiner Strategie festhält, in den Menschen das Gute zu sehen und ihnen eine zweite Chance zu geben. Und Nicholas schlägt sich beim Töten der Zombies auch recht wacker. Doch nutzt er wirklich diese Chance oder tut er nur so?

Neue Feinde: Carters Intrige gegen Rick

Carter hingegen zweifelt stark an dem Erfolg von Ricks Plan und versucht, ihn davon abzubringen. Als Worte nichts helfen, schlägt er ein paar anderen Bewohnern von Alexandria vor, Rick zu töten, bevor er noch mehr Schaden anrichten kann. Rick stolpert in diese Verschwörung hinein, tötet Carter aber unerwarteterweise nicht. Sondern gibt ihm eine zweite Chance.

Morgan erkennt den alten Rick wieder, den Rick, der Hoffnung hatte für die Menschen. Doch als Carter schließlich bei der Umsiedlung der Herde einem Zombieangriff zum Opfer fällt, erlöst Rick ihn von seinen Qualen. Und scheint so kaltblütig und zu allem entschlossen wie eh und je. Morgan begreift langsam, dass von dem alten Rick weniger übrig ist, als er dachte.

Rick und Morgan: Verbündete oder Feinde?

Als sich Rick und Morgan das letzte Mal gesehen haben, schien Morgan dem Wahnsinn verfallen zu sein. Nun sieht Morgan den durchgeknallten Rick: Nach seiner Schlägerei mit Pete und seinem öffentlichen Zusammenbruch, erschießt er ohne zu zögern Jessies Mann. Muss Morgan ihn wieder zur Vernunft bringen? Oder werden die beiden in dieser Staffel noch Rivalen?

In den Rückblenden wird deutlich, dass die beiden sich erneut aneinander gewöhnen müssen. Wie Morgan so passend mit Blick auf den Titel der Episode sagt: „Wir müssen uns neu kennenlernen. Oder zum ersten Mal. Zum ersten Mal wieder.“ Obwohl Rick zu Anfang Morgan eingesperrt hatte, weil er nicht wusste, ob er ihm vertrauen kann, ist die alte Verbundenheit schnell wieder da und Morgan zieht in Ricks Haus. Wo die Rückblende ein zufriedenes Miteinander auf Ricks Veranda zeigt, ist die Realität umso härter, der Schnitt gewaltig: Rick, wie er wieder tötet, Morgan, wie er traurig den Tod von Carter mitansieht. Und weiß, der alte Rick ist weit weg, wenn der neue Rick sagt: „Carter kapiert es nicht. Jemand wie er stirbt sowieso.“

Was ist eigentlich mit Daryl, Michonne und Carol?

Die großen Momente bei den alteingesessenen Charateren bleibt aus. Zugunsten der Geschichte um Rick und Morgan treten die bekannten Figuren auf ein angenehmes Maß zurück. Daryl Dixon (Norman Reedus) bekommt seine coole Szene, in der er auf dem Motorrad die Zombie-Herde weglocken darf. Michonne (Danai Gurira) ist stille Beobachterin bei der Entwicklung von Ricks alter, neuer Freundschaft zu Morgan. Carol (Melissa McBride) spielt weiterhin die unschuldige Hausfrau im Hintergrund, ein eklatanter Gegensatz zu ihrem Auftritt als Retterin in der ersten Episode von Staffel 5. Doch Morgan durchschaut sie: „Sie sind stets wachsam und scheinen bereit zu sein.“ „Wozu denn?“ „Um die Dinge zu richten.“

Und was passiert am Ende?

Das, womit niemand gerechnet hat: Die Zombies werden größtenteils unfallfrei weg von Alexandria gelotst, alles scheint aufzugehen, da ertönt auf einmal ein durchdringendes Signal wie von einer Sirene. Etwa die Hälfte der Beißer macht sich auf in Richtung des Signals und damit auf in Richtung Alexandria. Wer ist der Verräter?

Fazit

„First Time Again“: Der englische Originaltitel gibt so viel besser wieder, worum es in der ersten Episode der sechsten Staffel von „The Walking Dead“ geht, nämlich um die Rückkehr zu den Wurzeln. Die Folge besinnt sich auf den Anfang der Serie und das erste Zusammentreffen von Rick und Morgan. „Zum ersten Mal … wieder“: Beide Charaktere haben einen weiten Weg hinter sich, doch vor allem geht es um Ricks Veränderung. Zum einen ist er der Anführer, der seine Familie retten und keine Risiken mehr eingehen will. Zum anderen der harte, entschlossene Killer, der Carter fragt: „Denken Sie wirklich, Sie können uns diese Gemeinschaft wegnehmen? Haben Sie eine Ahnung, mit wem Sie reden?“ (Und reiht sich damit in seine Motivationsansprachen aus den vergangenen Staffeln ein, unvergessen am Ende von Staffel 2: „Das hier ist keine Demokratie mehr.“)

„First Time Again“ ist eine spannende Charakterstudie, in der Schauspieler Andrew Lincoln erneut unter Beweis stellt, wie differenziert und facettenreich er Rick Grimes darstellen kann. Die Action mit der Zombie-Herde gerät fast zum Beiwerk, wäre sie nicht so spektakulär und ideenreich umgesetzt.

Die Auftaktfolge bietet alles, was sich der Zuschauer wünschen kann: spannende Konflikte, nahtlose Anknüpfung an Staffel 5, interessante Erzählstränge und Zombies, Zombies, Zombies. Das macht Lust auf mehr!

Nächste Woche geht es mit „The Walking Dead“ weiter: Die zweite Episode von Staffel 6 mit dem kryptischen englischen Titel „JSS“ wird ab 21 Uhr beim Pay-TV-Sender Fox ausgestrahlt.


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