Pferdemist und High Heels Nadeshda Brennicke spielt in der neuen Sat 1-Serie „Frauenherzen“

Von Reinhard Lüke

Der Termin bei der Frauenärztin macht Fe (Nadeshda Brennicke, r.) klar, dass sie von jetzt an ruhiger leben muss, um das Leben ihres Kindes nicht zu gefährden. Zu Marks (Tobias Oertel, l.) großem Entsetzen geht die Abbruchsdebatte wieder von vorne los ...Foto: Sat 1/Claudius PflugDer Termin bei der Frauenärztin macht Fe (Nadeshda Brennicke, r.) klar, dass sie von jetzt an ruhiger leben muss, um das Leben ihres Kindes nicht zu gefährden. Zu Marks (Tobias Oertel, l.) großem Entsetzen geht die Abbruchsdebatte wieder von vorne los ...Foto: Sat 1/Claudius Pflug

Berlin. Auf Sat 1 startet am Dienstag (15.9., 20.15 Uhr) die neue Serie „Frauenherzen“. Darstellerin Nadeshda Brennicke erzählt, was ihr an der neuen Serie gefällt.

Der 12. April 2010 war ein großer Tag für Sat 1. Mit „Danni Lowinski“ und „Der letzte Bulle“ brachte der Sender zwei Serien an den Start, die bei den Zuschauern überaus gut ankamen. Vier Jahre lang sorgten die taffe Anwältin und der Retro-Kommissar am Dienstagabend für überdurchschnittliche Quoten. Doch nach fünf Staffeln war mit beiden Serien Schluss. Bei „Danni Lowinski“ fanden die Macher, die Geschichte sei nach 62 Folgen auserzählt. Beim „Letzten Bullen“ hatte eigentlich alles nach einer sechsten Staffel ausgesehen , doch dann wurden sich Sat 1, die Produzenten und Hauptdarsteller Henning Baum nicht einig, wie es denn weiter gehen sollte. Ab morgen gibts es bei dem Privatsender wieder dienstags wieder zwei Serien. „Josephine Klick – Allein unter Cops“ darf trotz mäßiger Marktanteile der ersten Staffel weiter ermitteln und mit „Frauenherzen“ schickt Sat 1 vier Frauen durch ihren mehr oder minder turbulenten Alltag. So ganz neu ist die Serie allerdings auch nicht. Im vergangenen Jahr strahlte der Sender bereits einen gleichnamigen Fernsehfim aus. Nachdem der bei den Zuschauern Erfolg hatte, hat man nun eine Serie daraus gestrickt.

Vier Frauen in Berlin

Frieda (Julia Hartmann) betreibt in Berlin ein typisches Hipster-Café mit Möbeln vom Sperrmüll, hat ein kompliziertes Liebesleben und weiß noch nicht so recht, was mal aus ihr werden soll. Britta (Muriel Baumeister) ist nach einer gescheiterten Ehe mit ihren beiden Kindern gerade gegenüber eingezogen und braucht dringend einen Job, weil die Unterhaltszahlungen ihres Ex auf sich warten lassen. Frisöse Mandy (Christina Petersen) hat zwar einen Job, doch ihr neuer Chef erweist sich als echter Fiesling. Zudem ist die junge Frau gerade unsterblich in einen Chat-Flirt verliebt. Und dann ist da noch die toughe Fe (Nadeshda Brennicke), Typ klassische Karrierefrau mit Kostüm und High Heels, die einen Schock erleidet, als sie erfährt, dass sie schwanger ist. Ein Kind war in ihrer Lebensplanung absolut nicht vorgesehen. Welche dieser vier Frau Nadeshda Brennicke am nächsten ist, vermag die Schauspielerin im Gespräch mit Zeitung allerdings nicht zu entscheiden. „Alle und keine“, so Brennicke. „Natürlich habe ich viele Dinge, die den Frauen geschehen, so oder doch zumindest so ähnlich auch schon erlebt. Auf der anderen Seite sieht mein Alltag als eigenwillige Landhexe auf einem Bauernhof in Brandenburg komplett anders aus als der von Britta, Frieda, Mandy und Fe.“ Seit die 42-Jährige vor Jahren auf einen entlegenen Hof zog und dort vor allem Pferde hält, ist sie privat eher in Gummistiefeln als auf High Heels unterwegs. Mit modischer Landromantik habe ihr Rückzug in die Provinz jedoch nichts zu tun. Brennicke: „Es tut mir gut, meine Tiere zu versorgen und manchmal auch mit meinen Händen buchstäblich im Dreck zu wühlen. Da sehe ich abends, was ich geschafft habe. Das ist ja beim Drehen absolut nicht so. Und wie der fertige Film schließlich aussehen wird, weiß man als Schauspielerin ohnehin nicht.“

Deutschland hinkt hinterher

Skrupel in einer launigen Feel-Good-Serie wie „Frauenherzen“ mitzuwirken, kennt Nadeshda Brennicke, die für viele hochkarätige Fime (u.a „Hotte im Paradies“, „Das Phantom“) vor der Kamera gestanden hat, nicht. „Früher galt es“, so die Schauspielerin, „für gestandene Darsteller als ehrenrührig, in einer Unterhaltungsserie mitzuwirken. Aber die Zeiten sind lange vorbei. Schließlich hat das Genre in den letzen Jahren international einen regelrechten Boom erlebt. Da wäre ich doch geradezu dumm, dabei nicht mitmachen zu wollen. Wobei die meisten tollen Serien derzeit allerdings aus den USA, England und Skandinavien kommen. Da hinken wir in Deutschland noch hinterher.“


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